Montag, 11. September 2017

Tracy

Das ist ein Spitzname. Ein (recht üblicher) für die Tracer-Modelle von Yamaha.
Ich hatte Anfang des Jahres schon einmal über eine Tracer, nämlich die 900er, geschrieben.
Das sie aktuell am besten in mein Motorradschema passt, ich aber noch diese Saison abwarten wollte.

Nun, seitdem ist wieder einiges passiert.
Ich war bei Triumph eingeladen und konnte bei der Gelegenheit auch gleich die aktuelle Tiger 1050 Sport ausprobieren. Die "passte" mir, wie erwartet, ziemlich gut.
Dann folgte unsere Urlaubstour im Juni, bei der ich mit der Hornet in Frankreich unterwegs war.
Nun, inzwischen ist es September geworden, das Wetter ist dazu aktuell schon sehr herbstlich und die Saison neigt sich immer mehr dem Ende zu. Obwohl ich ja prinzipiell Ganzjahresfahrer bin und somit gar keine Saison habe.
Jedenfalls hat sich die gute Hornet inzwischen bis auf weniger als 200km der 100.000er Marke auf dem Tacho genähert und zuletzt beschäftigte ich mich wieder mehr mit dem Gedanken eines Nachfolgers für meine treue Honda.
Ich sondierte wieder den Markt der aktuellen Tracer-Modelle, wo allerdings preislich nicht viel passiert ist. Das Angebot bleibt insgesamt auch überschaubar.
Was noch ausstand, war die Probefahrt, damit ich mir endlich auch sicher sein konnte, ob die Tracer 900 überhaupt etwas für mich ist.
Über die offizielle Yamaha Homepage kann man Händler finden, die Probefahrten für die Modelle anbieten, das nächste für mich war dann Motorrad Weihe in Löhne.
Ich meldete mich an und hatte dann letzten Montag um 16:30 Uhr den Termin.
Obwohl mein Navi kurz nach dem Start komplett abstürzte fand ich das Ziel, sogar pünktlich.
Ich ging zu einem Mitarbeiter und wir erledigten die Formalitäten. Dann sollte es losgehen....
Nur: Die Maschine war noch gar nicht da. War übers Wochenende (nach Bielefeld!) ausgeliehen.

Tja... nun stand ich da.
Als Ersatz wurde mir zunächst einmal eine nackte MT-09 angeboten, so könne ich schon einmal den Motor antesten. Das machte ich dann auch.
Was soll ich sagen: Ein Wahnsinns-Triebwerk! Das Aggregat marschiert für seine Größe (847cm³ aus 3 Zylindern) beeindruckend nach vorne. Aus dem Keller satten Schub, der linear bis in den fünfstelligen Drehzahlbereich rast. Der Motor hielt exakt das, was ich mir von ihm erhofft hatte (und wovon die Presse seit dem Erscheinen jubelt).
Der Rest der Maschine ist für mich eher semi-toll. Extrem handlich (weil sehr leicht), sogar schon kippelig, zudem häufig recht unruhig. Für mich ist die Maschine außerdem einfach etwas zu kompakt. Motor - JAAA, Ergonomie und Fahrwerk - geht so.
Das Standard-Mapping hängt schon derbe direkt am Gas, der A-Modus (aggressiv?) war mir in der kurzen Eingewöhnungsphase dann doch zu giftig, zudem hatte ich bisweilen etwas viel Verkehr auf meiner Testrunde und somit gab es viele Lastwechsel. Jede kleinste Bewegung am Gasgriff mündet direkt mit einem Sprung nach vorne. Der B-Modus ist dann deutlich zahmer, für viele sicher gerade am Anfang durchaus erste Wahl.
Das die Hornet selber auch recht direkt am Gas hängt, blieb ich beim Standard. Die bei niedrigen Drehzahlen recht ruhige Geräuschkulisse wandelt sich schnell in ein (für Dreizylinder typisches) Fauchen, das klingt schon deutlich feiner.
Der Antrieb macht jedenfalls derbe an, der Schub ist eine ganze Klasse oberhalb meiner Hornisse angesiedelt (obwohl ich die schon mit kürzerer Übersetzung fahre) und lädt zum flotten Landstraßenwetzen ein.
Nachdem mir der antrieb seine Qualitäten gezeigt hatte, führ ich zurück zum Händler. Leider war die Tracer immer noch nicht da, also wartete ich noch etwas und testete einige Helme.


Irgendwann kam die Maschine dann auf den Hof gerollt und nach einem kurzen Plausch mit dem Ausleiher konnte ich auch los.
Direkt beim ersten Aufsitzen fühlte ich mich wohler. Die Dimensionen der Tracer passen definitiv deutlich besser zu meinem Körper. Deutlich aufrechter, dazu die sehr breite Lenkstange, so wollte ich es haben. Sitzbank, Kniewinkel und -Schluss am Tank, alles perfekt.
Was der Motor anstellt, wusste ich ja nun schon und auch mit den etwa 20kg Zusatzgewicht (die Tracer wiegt vollgetankt rund 210kg, etwa 20kg mehr als die nackte MT-09) war da keinerlei mehr Mühe zu verspüren. Aber hier war alles harmonischer. Die ganze Fuhre blieb ruhiger auf der Straße, weniger nervös und auch nicht "hampelig", sehr souverän blieb die eingeschlagene Linie erhalten.
Innerhalb kurzer Zeit waren wir beiden ziemlich flott auf der kurvigen Straße unterwegs. Selbst die recht schmale Scheibe passte ganz gut. Häufig habe ich bei solchen Windschildern derbe Verwirbelungen am Helm, hier war das OK. Auch wenn ich wieder nur rund 20min unterwegs war... meine Entscheidung war gefallen: Diese Maschine ist es!
Ich plauderte noch etwas mit dem Mitarbeiter, bedankte mich und fuhr dann wieder heim.

Die kommenden Tage schaute ich (natürlich) wieder in den üblichen Kleinanzeigen.
Im 200km Umkreis ging es bei 7500€ los, das für mich interessantes Angebot war aber schnell eins von A30-Motorradankauf in Melle, gerade mal 30km entfernt. Eine mattgrau-schwarze Tracer (2015er Modell) mit gerad einmal 4700km Laufleistung, dazu noch mit (original Yamaha) TopCase samt Halter. Zudem halt vom Händler mit Gewährleistung, neuer HU und gemachter Jahresinspektion.
Wieder sagte ich mir: "Ach, nächstes Frühjahr reicht, jetzt brauchst Du die noch nicht."
Aber gleichzeitig kam mir wieder in den Sinn, dass zum Saisonstart ganz gerne die Preise wieder nach oben gehen und zudem das Angebot durchaus überschaubar ist. Das Modell ist halt sehr beliebt und die Händler haben weniger Maschinen, als sie verkaufen könnten.
Also rief ich Donnerstag morgen bei A30 an, ob die Maschine noch da sei, was mir auch bestätigt wurde.
Nach Feierabend machte ich mich auf den Weg und vor Ort hatte ich sie auch schnell gefunden.
Ein Mitarbeiter holte sie mir etwas aus den geparkten Maschinen hervor, so dass ich sie mir genauer ansehen konnte. Bis auf leichte Kratzer am Fersenschutz oberhalb der linken Fußraste war der Bock makellos. Die Farbe fand ich auch klasse und schnell war für mich klar: Das wird meine!


Während ich mir das Modell ansah, streunten zwei Typen durch die Ausstellung, schauten sich anscheinend ziemlich wahllos diverse Modell an, immer nur wenige Meter von mir und der Yamaha entfernt. Irgendwann fragte mich einer, ob ich an der Maschine interessiert sei. Das bejahte ich mit dem Hinweis, dass ich sie auch kaufen werde.
Mit dem Kommentar "Schade, da bin ich dann wohl leider etwas spät gekommen." maschierten sie dann aus dem Laden raus.
Nachdem der nette Mitarbeiter wieder bei mir war (er war zu dem Zeitpunkt allein im Laden) wollte ich noch etwas handeln, allerdings ohne da viel zu erwarten. Ich kannte die Marktsituation ja selber.
Preislich ging daher auch nichts mehr, da die montierte Erstbereifung aber auch die besten Tage hinter sich hatte, sollte ich zumindest noch einen Satz Wunschreifen zum EK inkl. Montage bekommen. Damit konnte ich leben.
Ob ich das TopCase (samt Träger) behalte, werde ich noch entscheiden, im Zweifel bekomme ich dafür auch sicher noch 200€.

Ich bekam direkt alle Papiere mit, bezahlen werde ich per Überweisung (inzwischen gemacht).
Beim Gespräch erfuhr ich, dass es zwei Anfrage (aus Hessen und nahe Hamburg) zur Reservierung bis Samstag gab. Zum Glück machen die hier sowas nicht. :-)
Was noch fehlte, waren die Bestätigung der Versicherung und einen Termin zur Anmeldung, dieser ist am kommenden Mittwoch. Abholen werde ich die Tracy dann wohl am kommenden Freitag.
So habe ich dann über den Winter genug Zeit für kleine Veränderungen. Auf jeden Fall kommt der scheußlich, lange Kennzeichenhalter weg und zudem werde ich auch noch Quick-Lock Kofferträger (Evo) von SW-Motech montieren. Das Vorgängermodell habe ich an der Hornet und bin sehr zufrieden damit. Dann fehlt noch eine passende Halterung für mein Navi und vielleicht noch Heizgriffe. Aber das eilt ja alles nicht so...

Die Vorfreude steigt jeden Tag, ich habe richtig Bock auf den Bock!

Dienstag, 1. August 2017

LG G6

Mal wieder Neuigkeiten zum Thema Smartphone.
Dieses Mal geht es um das eigene Handy, kein Ersatzgerät oder Telefon für Dritte.

Wie das halt immer so ist, prinzipiell bin ich mit meinem OnePlus 2 nach wie vor zufrieden, aber nach nun bald 2 Jahren der Benutzung darf es halt gerne mal wieder etwas Neues her.
Da ich in letzter Zeit häufig nur das Handy als Kamera mit auf Reisen genommen hatte, sollte es natürlich insbesondere in Sachen Kamera eine Verbesserung werden.
So schaute ich mich in den letzten Monaten immer mal wieder etwas um, auch auf das neue OnePlus 5 wartend. Über die Qualität machte ich mir keine Sorgen, eher über den Preis.
Der war dann für mich persönlich (fast wie befürchtet) zu hoch und zudem wurde dann das schon lange angekündigte Update vom OP2 auf das längst überfällige Android 7.x komplett abgeblasen.
Bei der letzten Motorradtour kam dann hinzu, dass meine beiden Mitfahrer ihre Smartphones (Samsung Galaxy S7 und iPhone 7) dann mit in den Pool nahmen.
Wasserdicht... war für mich bisher nie bedeutsam. Ich bin nicht unbedingt der baselige Typ, dem das Handy ins Klo fällt. Aber die Nutzung im Wasser fand ich ja doch schon nett.

So stieg ich nach dem Urlaub dann beim OP2 auf LineageOS (basierend auf Android 7.x) um und intensivierte meine Suche nach einem Gerät in der Klasse bis etwa 400€.
Entweder die Geräte waren mir zu teuer oder aber der Mehrwert war kaum erkennbar.
Schließlich stieß ich auf einer Schnäppchenseite dann auf ein Angebot des LG G6 in der asiatischen Dual-SIM-Version. Dieses noch sehr neue Modell hatte ich bisher so gar nicht im Blick. Zum einen hatte es einen offiziellen Einführungspreis von knapp 750€ und zum anderen fehlte die für mich obligatorischen Doppel-SIM-Nutzung.
Da der angepeilte Preis auch für den Markt deutlich zu hoch war, sank der Straßenpreis ganz schnell sehr rapide. Sonderlich beliebt war das G6 hier trotzdem nicht, da es für ein aktuelle Highend-Modell zu "schwache" Hardware (nicht den aktuellen Top-Prozessor - konkret den Snapdragon 821 statt 835 - und nur 32GB Speicher) hatte.
Nun, diese asiatische Version des G6 (H870DS nennt es sich dann) hat nicht nur Dual-SIM an Bord, sondern auch gleich 64GB internen Speicher und den hochgelobten 32bit DAC für die Musikliebhaber. Kurz darauf fand ich dann eben dieses Gerät auf ebay mit Versand aus Deutschland für knapp 386€.

OK, sehr gute Kamera (in der heute fast üblichen Doppellinsen-Technik und statt irgendeinem Effekt gibt es eine echte Weitwinkellinse, dazu später mehr), Dual-SIM, aktuelles System, wasserdicht und zudem im Preisrahmen. Da schlug ich dann zu.

Zwischen Bestellung und Lieferung (dauerte bei dann 8 Tage) erfuhr ich durch Foren dann allerdings noch ein paar Nachteile (wenn es denn welche für einen persönlich sind):
Die zahlreichen verschiedenen Versionen des Modells werden nicht gleich supportet. Der Stand der Firmwareversionen unterscheidet sich jeweils nach Zielmarkt. Die europäische Variante ist aktuell weiter bei den Updates, als die von mir georderte asiatische Version.
Zudem gibt es auch nur beim europäischen Modell eine offizielle Möglichkeit, den Bootloader zu entsperren. Ohne entsperrten Bootloader ist es nicht möglich, das Gerät zu rooten, also vollen administrativen Zugriff zu erhalten. Zudem kann man auch kein alternatives Recovery und auch kein anderes System (wie z.B. LineageOS) aufspielen
Während der Nutzwert von Root heutzutage bei weitem nicht  mehr so hoch ist wie noch vor einigen Jahren (z.B. was Backup usw. angeht) ist die (bisher) fehlende Möglichkeit evtl. irgendwann auf ein anderes System umzusteigen schon etwas unschön.
Nun gut, die Zeit wird zeigen, wie wichtig so eine Möglichkeit der Alternative sein wird.

Das G6 kam dann schließlich bei mir an und macht auf den ersten Blick schnell einen sehr guten Eindruck. An das andere Displayverhältnis von 2:1 (oder im Marketingsprech gerne mit 18:9 beworben) gewöhnt man sich sehr flott, ebenfalls an das sehr große Display im Verhältnis zur Gehäusefläche. Für eine Displaydiagonale von 5,7" ist das Gerät bemerkenswert kompakt.
Damit einher geht allerdings leider (aus meiner Sicht!), dass der Fingerprint-Sensor auf der Rückseite liegt.

Hier mal ein direkter Vergleich zwischen dem OP2 und dem G6:

Das mit dem Fingersensor ist generell eher so eine Glaubensfrage. Die einen finden das toll mit der Rückseite, andere weniger. Ich persönlich empfinde den Fingerprint vorne als praktischer, weil das Handy meist neben mir auf dem Schreibtisch liegt und so viel einfacher entsperrt werden kann.
Hat man das Gerät in der Tasche und nimmt es auf, hat man dagegen den Zeigefinger eh schon auf der Rückseite, in dem Fall ist der Sensor hinten recht nützlich. Wie auch immer, man gewöhnt sich dran.

Ebenfalls etwas verworren fand ich die Menüführung der Einstellungen, hier hat LG ziemlich Hand angelegt. Zuletzt war ich ja doch eher "pures" Android gewöhnt (oder nur marginal angepasst), nur gibt doch deutliche Abweichungen. Ebenfalls beim verwendete Launcher, das standardmäßig ohne AppDrawer daher kommt. Bedeutet auch, dass alle Apps erst einmal auf den Homescreen geballert werden. Sieht dann sehr schnell wie bei einem iPhone alles "vollgekachelt" aus, gruselig. Daher habe ich den Startscreen-Manager auch direkt durch den Nova Launcher ersetzt, den ich schon länger einsetze.

Nach nun rund 2 Wochen Nutzung habe ich mich aber an die kleinen Änderungen gewöhnt. Ich werde hier nicht den Anspruch eines wirklichen "Tests" nacheifern, dazu fehlt mir sowohl der Anspruch als auch die Vergleichsmöglichkeiten. Die Akklaufzeit ist deutlich besser als beim OP2 (dieses hat leider im Laufe der Zeit mit diversen Updates abgenommen) und auch sonst bin ich aktuell sehr zufrieden mit dem Gerät.

Inzwischen habe ich auch mal die Wasserdichtigkeit angetestet.
Die GoPro kann also demnächst einige Male öfters daheim bleiben. Mit IP68 wird eine "Wasserdichtigkeit" von min. 30min bei einer Tiefe von 1,50m garantiert.

Kleiner Tauchtest:

Als letztes möchte ich noch einen kleinen Vergleich der beiden Kameralinsen geben.
Wie schon kurz erwähnt setzt LG hierbei nicht auf zusätzliche Effekte (meist Bekoh für Portraitaufnahmen), sondern es kommt eine zweite Linse mit identischer Auflösung (13MPix), aber mit anderer Brennweite zum Einsatz. Die "Hauptlinse" hat einen (Standard-) Aufnahmewinkel von 71°, die Zweitlinse hingegen einen Weitwinkel von 125°.
Die Testfotos hier sind aus etwa 2m Entfernung entstanden, um das Motiv mal etwas einordnen zu können. Bei dem Weitwinkel ist "natürlich" schon eine gewisser Verzerrung zu erkennen, geht es ja doch schon etwas Richtung Fischauge.

Zwei Beispielbilder mit Standardlinse und Weitwinkel.

Den gleiche Effekt (aber etwas "abgemildert" und auch nur in digitaler Form) bietet die Selfie-Kamera auf der Vorderseite. Hatte bei den Fotos übrigens die automatische Spiegeldrehung nicht aktiv, daher seitenverkehrt. Aber geht ja um den Effekt.

Selfie-Kamera mit Weitwinkel-Effekt:

Jedenfalls wird hierbei auch schon in einigen Fällen der Selfie-Stick überflüssig.
Die Fotos sollten nun nicht als Referenz für die allgemeine Bildqualität herhalten, sind mal eben "aus der Hüfte geschossen", es geht nur um den Bildbereich.

Mal schauen, wie es sich mit der Zeit entwickelt. Gerade was so Updatepolitik usw. angeht oder in wie fern das Gerät auf Dauer für alternative System geöffnet wird. Aktuell kann man davon (bei der DS-Variante) wohl nicht ausgehen.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Dosenwechsel

Mit etwas Verspätung hier nun noch die Geschichte vom neuen Auto.
Also vom neuen, alten Auto natürlich. Was war passiert...?

Nun, der schwarze Corsa hatte ja schon etwas länger mit einer kleinen Ölundichtigkeit zu kämpfen. Im Verbindungsbereich Motor/Getriebe tropfte es leicht. Nicht viel, aber halt schon wahrnehmbar. Auch durch unseren Vermieter, der die kleine Öltropfen auf unserem Stellplatz auch sah. Fand er natürlich weniger gut. Daher behalf ich mich über einige Monate mit einer dort platzierten Pappe (samt einigen Steine, dass die dort auch liegen bleibt). Nicht ideal, aber nun gut. Ging erst einmal.

Irgendwann fing der Corsa dann an, bei höheren Drehzahlen leicht zu ruckeln. Nur so ganz kurze, kleine Aussetzter im Vortrieb. Nicht wirklich schlimm. Aber so richtig in Schwung kam er auch weniger, auf der Autobahn waren mit Mühe noch etwa 140 km/h drin.
In den nächsten Tagen verstärkte sich das Ruckeln dann, wurde insgesamt auch ruppiger. Also mal langsam Zeit für die Werkstatt.
Ich brachte den Wagen also zu meinem Schrauber, der mir dann zwei Tage später eine Rückmeldung gab. "Ob ich das mit der Kupplung denn wüsste"? Ähh... nein?!
Nun, die hat zwar mit dem Ruckeln nichts zu tun (Quelle war bis dato unbekannt, Fehlerspeicher sagte nix), ist aber komplett durch. Somit war dann recht schnell klar: Motorruckel mit bisher unbekannter Ursache, Ölundichtigkeit und eine "durche" Kupplung. Nun, das war es dann wohl....

Somit schaute ich mich in den nächsten Tagen mal nach einem alternativen Fahrzeug um und stellte schnell fest: Wie vor einigen Jahren noch üblich, so für rund 1k€ bekommt man was Brauchbares, die Zeiten waren wohl irgendwie vorbei. Oder es war halt gerade einen schlechten Zeitpunkt, keine Ahnung.
Nun gut, also war etwas mehr Geld nötig und im Endeffekt fand ich dann einen dunkelblauen Golf IV mit 1,4l-Einstiegsmotor (55kW/75PS). Einen zu großen Motor wollte ich eh nicht haben, fahre ich doch überwiegend im Stadtverkehr.
Da es nun eh schon etwas teurer wurde, sollte zumindest auch weitere Sachen an Bord sein: Klimaanlage (dieses mal funktionierend) und 4 Türen, dazu dann gerne mal Zentralverriegelung.
Eben so einer war hier inseriert, dazu mit nagelneuer HU mit knapp 131tkm für 1850€.
Rücksprache mit Ronnie gehalten ("Damit macht man nix verkehrt, wenn der OK ist") und ein paar Tipps bekommen, dann Wagen angesehen, sah soweit prima aus.
Negativ: Windscheibe auf der Beifahrerseite durch defekten Scheibenwischer verkratzt, nur einen Schlüssel und Türschloss auf der Fahrerseite defekt.
Ein wenig quer gelesen und Infos eingeholt, Reparaturmaterial und Ersatzschlüssel müssten knapp 150€ kosten. Entsprechen dem Verkäufer 1700€ vorgeschlagen und wir waren uns einig.


Dann einen Termin bei der Zulassung gemacht und ein paar Tage später konnte ich den Golf anmelden. Beim Abholen sprang der Wagen dann wegen schwache Batterie nicht an. Der Verkäufer hatte das schon bei der ersten Ansicht angesprochen und ich Trottel hätte mal meine PowerBank mitnehmen sollen. Nun gut, jetzt sprang halt der ADAC ein.


Die Batterie tausche ich daheim dann direkt mit dem guten Banner-Akku (60Ah) aus dem Corsa, die ich mir erst vor dem letzten Winter geholt habe, nachdem ich mich mit 2 Baumarktbatterien herumgeärgert hatte. Eben so eine war nun auch im Golf.
Schnell fand ich dann noch über einen Kleinanzeigenmarkt gebrauchte Winterreifen auf Felgen. Ich wollte mich nicht erst umsehen, wenn es irgendwann Zeit wird (und entsprechend die Preise steigen). Schließlich wechselte ich mit Ronnie noch das defekte Teil (so ein Ring mit zwei Nasen) des Schließzylinders aus. Ich hatte durch Foreneinträge so ein Reparaturset von Skoda bei ebay gefunden, was auch seinen Zweck erfüllte.
Das Zusammenbauen des Schlosses war schließlich ein derbes Geduldsspiel, erst als wir den Schraubstock an der richtige Stelle einsetzten, bekamen wir es hin. Man muss halt den Trick kennen. Danach funktionierte das Schloss wieder, wie es sollte.
Kurz später gab es dann noch einen Ersatzschlüssel.

Als etwas schwieriger entpuppte sich dann die Absetzung des alten Corsas. Ronnie hatte selber vor wenigen Monaten ein noch älteres Modell mit Motorschaden für 250€ abgesetzt, also hoffte ich, einen ähnlichen Erlös zu erzielen.
Das klappte aber nicht. Nach einigen Wochen mit viel herumärgern (Kleinanzeigen halt, ich gehe da mal nicht genauer drauf ein) war ich dann froh, als ein Bastler den Opel noch für 50€ abholte.

Nun, der Golf funktioniert bisher tadellos und nun hoffe ich mal, wieder etwas länger Ruhe in Sachen Auto zu haben.