Donnerstag, 3. Mai 2018

Tourausstattung

Der Frühling ist da und es dauert nicht mehr lange, bis die Norwegen-Tour vor der Tür steht.
Vorher geht und ging es aber weiter mit kleinen Optimierungen an meiner "neuen" Yamaha.

Schnell verbaut waren letzten Herbst schon ein passender Tankring für das Givi-Tanklock-System (welches ich auch schon an der Hornet habe). Leider ist das spezielle Modell für die Tracer recht hoch, wegen einer Plastikabdeckung vor dem Tankstutzen.


Die Variante für die nackte MT-09 baut flacher, da besteht aber die Gefahr, dass ein Tankrucksack eben auf diesem Kunststoffstück aufsetzt und dieses verkratzt. Ich denke, ich werde die flache Version auch noch testen und vielleicht ggf. etwas anpassen. Mal schauen.

Als nächstes kamen die Kofferträger. Natürlich kommen wieder nur "unsichtbare" Systeme in Frage, die sich bei Nichnutzung schnell und fast vollständig demontieren lassen und somit die Optik der Maschine nicht zerstören. Da ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit der Quick-Lock-Lösung von SW-Motech gemacht hatte (ebenfalls an der Hornet).
Für die Tracer gibt es dazu das neuere Evo-System, welches etwas filigraner wirkt.
Zur Montage wird eine Standard-Seitenhalterung unterhalb des Sozius-Sitzes entfernt und durch eine Metallleiste mit Halteösen für den Kofferträger ersetzt. Als nächstes kommt jeweils noch eine weitere Halteöse an den Halter der Sozius-Fußraste.


Als letztes fehlt nur noch eine Querstrebe zwischen den beiden Kofferträgern, die am Kennzeichenhalter befestigt wird. Diese Halterung selber trägt nicht wirklich Gewicht, sondern dient dazu Schwingungen zu minimieren. Diese Strebe konnte ich allerdings noch nicht montieren, da der Kennzeichenhalter ja auch noch ersetzt werden soll.
Die gesamte Montage geht recht schnell von der Hand, einzig die Anpassung des Givi-Adaptersets an meine alten Koffer verlangt etwas Feinheit. Aber auch das war natürlich kein Problem, ich passte meine Lösung von der Hornet an das neue Trägersystem an.


Das schöne an der Montage an der Tracer ist vor allem: Die gesamte Kofferei ist hinten schmaler als der Lenker vorne. Das war bei der Hornet noch deutlich anders!
Klar, die hatte einen schmaleren Lenker, aber vor allem war der Abstand der Koffer untereinander wegen der hochgezogenen Schalldämpfer deutlich größer und somit auch die Gesamtbreite.


Es folgte noch die Halterung für mein Blaupunkt-Navi (MP43). Das Anbringen am Lenker ging dank RAM-Mount-System recht flott. Gerne wird bei der Tracer ein Navi oberhalb des Kombi-Instrumentes montiert, da ich aber eine kürzere Scheibe fahre, passt diese Lösung nicht mehr wirklich (bzw. das Navi würde oberhalb der Scheibe raus schauen. Daher klassisch am Lenker.

 

Die Position wurde so gewählt, dass die Instrumente noch gescheit lesbar sind und gleichzeitig auch das Navi noch mit großem Touren-Tankrucksack erkennbar bleibt.


Um die Stromversorgung des Gerätes werde ich mich noch kümmern. Die Tracer hat zwar eine klassische Steckdose im Cockpit, ich werde aber wohl noch mein (ebenfalls von der Hornet) vertrautes Mini-Steckersystem verbauen.

Schließlich stand noch einmal ein Wechsel der Scheibe an.
Ich hatte das originale Windschild ja schon einmal (testweise) gegen ein kürzeres Modell aus China gewechselt. Das war eine Verbesserung, aber noch nicht ganz optimal.
Die im Blogeintrag genannte Touratech-Scheibe war mir definitiv zu teuer, aber irgendwann tauchte in einem passenden Thema im Forum eine ähnlich kurze Scheibe auf.
Dabei handelt es sich um eine Powerbronze, Modell Adventure Sport.
Wie erwähnt, ähnlich kurz wie das Touratech-Modell, ebenso mit ABE, aber zu einem in meinen Augen eher vernünftigen Preis von knapp 70€.
Die Meinungen im Forum waren gut, also bestellte ich mir so ein Modell.


Optisch gefällt mir die kleine Mini-Scheibe und die Probefahrt bestätigte die Erwartung: Nun ist es perfekt, am Helm quasi wie ohne Windschutz, kein höherer Lärm und keine Verwirbelungen.
Der Oberkörper hingegen wird etwas entlastet.
Inzwischen konnte ich mit der Konfiguration auch mal einen Vmax-Test machen. Geht!
Macht zwar (natürlich) nur bedingt Spaß, aber funktioniert.
Die Tracer ist übrigens herstellerseitig etwas eingedrosselt, bei 210 km/h macht sie dicht. das hat sich beim Ausprobieren auch in etwa bestätigt: Bei Tacho 215 km/h war recht plötzlich Ende.

Das waren die bisherigen Verbesserungen in Sachen Tourentauglichkeit.
Demnächst folgen ein paar weitere kleine Dinge...

Freitag, 6. April 2018

USA 08/17 - Fazit

USA-Westküste - August 2017

Fazit oder Rückblick.... wie auch immer. ;-)

Ich möchte auch gleich noch anmerken, dass dieser Eintrag eventuell noch etwas ergänzen oder bearbeitet wird. Vielleicht fällt mir in den kommenden Tagen noch etwas ein.

Über ein halbes Jahr ist seit dem Urlaub nun ins Land gezogen. und ich habe definitiv etwas spät angefangen, die Reiseberichte zu schreiben. Hatte vorher auch den Umfang nicht so ganz erwartet. Wie auch immer.
Dank nützlicher Werkzeuge wie Google Zeitachse, Fotos mit Datum und Geotag und einem (zumindest was Urlaubsreisen angeht) recht brauchbares Gedächtnis kann ich solche Touren auch Monate später ganz gut rekonstruieren. Und gerade mit diesem gewissen Abstand wird uns wohl erst wirklich klar, was für ein toller Trip das war.
Selten in einem Urlaub habe ich so viele Sachen gesehen und erlebt, bin soweit rum gekommen.
Fast 5000km (genau genommen waren es 3094 Meilen = etwas über 4979km) sind wir mit den Mietwagen durch die Gegend gefahren, vorher hatte ich grob mit etwa 4000km gerechnet.

Es war schon anstrengend, fast jeden Tag woanders zu sein. In den 18 Tagen hatten wir 13 verschiedenen Hotels. Aber man will ja auch was sehen, wenn man schon mal hier ist.
Zudem so eine Reise auch wirklich kein Schnäppchen ist.

Zunächst möchte ich mal ganz ausdrücklich Levi loben! Wie gelassen er größtenteils diese langen Tage im Auto verbracht hat, wirklich toll. Kinder sind ja von großartigen Landschaften unterwegs nur recht bedingt zu begeistern, bzw. eher kurzzeitig. Ohne Tablet samt Filmen und Spielen wäre das sicherlich weniger rund gelaufen.
Ich hatte ja vorher einige Zweifel, ob diese Reise für einen 7-jährigen das richtige ist. Besonders natürlich die zahlreichen langen Autostrecken. Erst Genia war ja der Meinung, dass wir ihn mitnehmen sollten. Und diese Entscheidung war definitiv richtig!
Natürlich ist es anstrengend, aber wie kann ich einem neugierigem Kind diese ganze Eindrücke vorenthalten? Und genauso war es auch....


Was waren nun die Highlights?

Schwierig, eigentlich gab es die fast jeden Tag.
Als erstes natürlich der eigentliche Grund für unsere Reise: Die Sonnenfinsternis!
Was für ein Erlebnis. Es hat mich wirklich richtig gepackt, so toll.
Dann natürlich auch die Wüste, Valley of Fire und auch das Death Valley mit dieser schier unglaublichen Hitze. 50°C muss man vielleicht mal erlebt haben.
Dann für mich auch etwas ganz besondere: Vor diesen gigantischen Bäumen stehen und sie anzufassen. Dieser irre Moment, das erste mal einen wirklich großen Riesenmammutbaum zu sehen, verschlägt einem fast die Sprache. ich werde sicher auch nie vergessen, wie Levi geradezu ausgeflippt ist.
Als nächstes war San Francisco toll. Eine Stadt, die wir definitiv irgendwann noch einmal besuchen müssen. Es folgten die Vulkane und diese grandiose, weite Landschaft in Orgeon und Washington. Diese schöne Natur und nahezu endlosen, riesigen Wälder.
Diese geradezu inflationären Wasserfälle am Columbia River und natürlich auch mehr oder minder direkt vor dem Mount St. Helens zu stehen, mitten in dieser immer noch von dem gewaltigen Ausbruch gezeichneten Landschaft.
Und natürlich schließlich die Weite, Schönheit und Einsamkeit der Olympic Halbinsel.

Einziger Wehmutstropfen war wohl, dass wir durch die späte Buchung der Hotels keine bezahlbare Unterkunft mehr am/im Yosemite NP mehr bekamen und dieses sicherlich großartige Stück Erde daher verpassten. Aber hey, das ist Jammern auf extrem hohen Niveau.

Zur Reise an sich: Auto fahren ist in den USA unglaublich entspannt. Also Überland, nicht im Stau der Rushhour einer Großstadt. Klar, man braucht schon etwas mehr Zeit, als wenn man (wie hier bisweilen möglich) mit 180 km/h über die Autobahn brettert.
Dafür sieht man natürlich viel mehr und meistens lässt einem die Verkehrssituation auch genügend Zeit zum schauen.
Anfangs fragte ich mich noch, wie gut das so für mich funktioniert, auf 6-spurigen Straßen links und rechts überholt zu werden. Die Antwort lautet: Einwandfrei. Das Geheimnis des entspannten Fahrens ist halt das Tempo, im Besonderen eigentlich die Tempodifferenz der Verkehrsteilnehmer. Es fahren halt im Prinzip alle mehr oder minder gleich schnell, selbst die großen Trucks. Daher ist alles so flüssig. Geräumig ist es sowieso. Schmale Ecken oder Straßen, wie man sie in manchen Urlaubsorten mit seinem Kleinwagen vorfindet und sich fragt, wie man da nur durch passen soll.... sowas gibt es halt einfach nicht.

Etwas gewöhnungsbedürftig waren anfangs die Ampeln. Die hängen nämlich nicht vor der Kreuzung wie bei uns sondern mitten drüber oder auf der anderen Seite. Einige Male war ich anfangs etwas spät dran mit Bremsen und wäre fast über die Haltelinie gerauscht. Wenn man es erst einmal gespeichert hat, merkt man aber die Vorteile: Man kann die Ampeln immer hervorragend sehen! Für mich daher eigentlich das bessere System.
Ansonsten ist der Tankvorgang etwas gewöhnungsbedürftig. Nur zwei Mal funktionierte einer meiner beiden VISA-Karten direkt am Tank-Automaten, warum auch immer. Überall woanders kein Problem. Mit der gleichen Karten konnte ich dann auch am Schalter problemlos zahlen.
Das funktioniert hier mit Vorkasse, also zunächst verkünden, wie viel man so tanken will (in Gallonen natürlich), dann an die Zapfsäule und einfüllen.
Hat man zuviel gewählt, geht man zurück zum Schalter und lässt sich den übrig gebliebenen Betrag wieder gut schreiben. Mit Bargeld geht es im Prinzip genauso.

Anmerkung noch in Sachen Shopping und wer es noch nicht wusste: Die Preisschilder beinhalten noch nicht den Tax, also die Besteuerung auf die Ware. Die unterscheidet sich zudem auch von Staat zu Staat. Sollte man halt auch im Hinterkopf behalten.


Wir werden nicht das letzte Mal in dem Land gewesen sein!

Uns geistert da auch schon eine Idee durch den Kopf: Im Herbst nach Washington, D.C. fliegen, von dort mit dem Mietwagen durch das Hinterland von Pennsylvania mit den Appalachen zu den Niagara Fällen. Danach durch die Staaten New York, Vermont und New Hampshire im Indian Summer nach Massachusetts bis Cape Cod und Martha's Vineyard und zum Abschluss nach New York City.
Das hat Genia nämlich auch noch nicht gesehen und das sollte nicht so bleiben!

Nur das Wann, das wissen wir noch nicht...

Mittwoch, 4. April 2018

USA 08/17 - Tag 18

USA-Westküste - August 2017

Tag 18 - Museum of Flight und Rückflug



Montag, der 28.08.

Unser letzter Urlaubstag war angebrochen und es mischte sich etwas Wehmut mit der Vorfreude auf daheim. Seit gut zweieinhalb Wochen fast täglich aus dem Koffer Leben und weiter ziehen bringt einem natürlich unfassbar viele Eindrücke, ist aber halt auch recht anstrengend.
Da unser Flug erst am Abend um 18:50 Uhr starten sollte, wir also im Prinzip erst so gegen 16 Uhr den Mietwagen zurück geben müssen, wollten wir uns natürlich noch etwas ansehen.
Und Seattle ist ja nicht nur eine Tech-Stadt (u.a. Amazon und Microsoft im benachbarten Redmond), sondern auch die Stadt der Flugzeuge, dem Sitz der Firma Boeing.
Daher ist es auch nahe liegend, dass es hier ein großes Flugmuseum gibt. Und zwar mit The Museum of Flight das weltweit größte privaten Luftfahrtmuseum.

Wir packten also die letzten Sachen zusammen, suchten schon einmal die nötigen Papiere für den Rückflug zusammen und checkten danach aus. Vom Hotel in Bothell bis zum Museum waren es immerhin knapp 50km über den Highway.
gegen 10:15 Uhr kamen wir dort an und wurden am Parkplatz direkt vom ersten Ausstellungsstück empfangen, einer Lockheed L-1049 Super Constellation.


Nach dem Kauf der Tickets gingen wir gleich in die erste Halle, in der eine bunte Mischung an Ausstellungsstücken zu finden war. Eine Typen stand auf dem Boden, viele hingen an der Decke, dazu gab es auch teilweise nur Cockpits, in die man sich dann selber setzten konnte.
Auch gab es in einem Bereich echte Flugsimulatoren zum ausprobieren, da war die Warteschlange aber leider etwas länger.


Ebenfalls in dieser Halle gab es eine Art Kinder-Spielplatz, bei dem neben üblichen Spielflugzeugen auch viel mit Lerneffekt zu entdecken ist. Wie funktioniert der Auftrieb, wie wird ein Flugzeug gesteuert oder angetrieben, wieso fliegt ein Hubschrauber usw.
Schon ziemlich beeindruckend, was hier so alles an Modellen vorhanden ist. Eine detaillierte Liste davon ist auf der Webseite des Museums zu finden.
In einem Nebenraum der ersten großen Halle gibt es eine Ausstellung zur Raumfahrt.


Auch hier sind allerlei Exponate zu bestaunen und man kann einen Blick in eine Raumkapsel werfen und auch ein 1:1 Modell des Space Shuttles stand dort.
Auf dem Weg zur großen Außenausstellung kommt man noch an der Red Barn, einem originalen Fabrikgebäude aus dem Jahr 1909 vorbei, in dem der frühe Flugzeugbau, übrigens überwiegend aus Holz, gezeigt wird. Wieder gibt es viele originale Maschinen, Pläne und Einzelteile zu sehen.
Mein persönliches Highlight war dann das große Außengelände, welches inzwischen vollkommen überdacht ist.


Hier stehen nicht nur viele, teilweise wirklich große Flugzeuge, man kann sie auch alle begehen!
Direkt als erstes gingen wir in eine Concorde der British Airways.


Als nächstes auf dem Rundweg folgte eine Boeing 707, allerdings eine besondere: Eine ehemalige Air Force One (VC-137C) aus der Zeit ab 1962, die überwiegend von Präsident Nixon genutzt wurde.


Am Rand dieser "Halle" standen dann auch noch einige Militärmaschinen/Kampfflugzeuge, die bei den vielen großen Ausstellungsstücken fast etwas untergehen.


Als nächstes und auch etwas als Highlight kam dann die allererste gebaute Boeing 747, der Jumbo-Prototyp, mit dem u.a. unzählige Testflüge durchgeführt wurden.


Das besondere an so einem Prototypen ist dabei, dass er ja nie für den Liniendienst gebaut wurde, entsprechend auch nicht die Inneneinrichtung bekam. Konkret heißt das, im Inneren kann man oft die verbaute Technik sehen.
Die damalige Technik funktionierte noch komplett mechanisch mit Drahtseilen (und nicht mit Fly-by-wire, wie heute üblich), die vom Cockpit bis zu den Klappen, Leitwerken usw. gehen. Wegen der Sicherheit sind natürlich alle Systeme mehrfach abgebildet.


Unglaublich, wie viele Leitungen/Drähte da quer und längs durch den ganzen Rumpf gehen und über Umlenkrollen in die Tragflächen verlängert werden! Wirklich beeindruckend...
Außerdem waren natürlich noch die ganzen Messgerätschaften im Rumpf verteilt, ebenso wie eine (später installierte) Luft-Luft-Betankungsanlage im Heck.
Schließlich gab es auch noch einen sehr neuen Dreamliner zu bestaunen, eine Boeing 787. Ein Typ der ganz aktuellen Flugzeugserien.


Schon etwas lustig, dass hier so ein Modell steht, wo doch viele Airlines schon sehnsüchtig auf die Auslieferung warten.
Im Inneren sieht man schon den Unterschied zu den Modellen, die vor mehreren Jahrzehnten entwickelt wurden. Alles ist moderner, aber auch enger als früher. Entertainmentsysteme in jedem Sitz sind ebenso Standard wie überwiegend helle Farben.


Ach ja, natürlich gab es auch noch frühe Modelle der Boeing 727 und der (immer noch aktuellen) Boeing 737 zu sehen, alle Typen kann ich eh nicht auflisten...
Schließlich ging es noch in eine weitere Halle, in der es in zwei Etagen um Militärflugzeuge aus den beiden Weltkriegen ging.


Auch hier gab es wieder zahlreiche Exponate zu bewundern. Bei der größeren Ausstellung vom WW2 bemerkt man sofort die örtlich ganz andere Wahrnehmung der Amerikaner zum Krieg. Hier liegt der größere Schwerpunkt eindeutig auf dem Pazifikkrieg, der ja für uns Europäer eher als "Randerscheinung" stattgefunden hat.


In einem abgetrennten "Schulungsraum" in Form einer Luftfeld-Baracke gibt es regelmäßig Vorträge zu verschiedenen Themen. Als wir zu Besuch waren sprach gerade ein Veteran, der in den letzten Kriegesjahren zur Besatzung eines Bombers gehörte, der über Europa/Deutschland im Einsatz war. Und auch heute noch regelmäßig bei Veteranentreffen in Europa teilnimmt, mit Alliierten und ehemaligen Feinden. Das war am Anschlag neben dem Eingang zu lesen.
Der Raum war gut gefüllt und ich hörte nur einige Minuten an der Tür stehend mit, obwohl ich nicht immer alles so ganz genau verstehen konnte.
Der alte Mann wirkte geistig noch sehr fit, sprach ruhig und sachlich. Nichts war im Stil von "den Nazis in den Arsch treten" usw. zu hören, kein Heldenepos. Sondern vielmehr auch von der eigenen Angst, wenn das Zielgebiet erreicht wurde, man selber unter Beschuss geriet und auch von Mitgefühl beim Abwurf, weil die Besatzung ja selber wusste, dass man nicht nur Produktionsstätten oder militärische Einrichtungen treffen wird, sondern meistens eben auch Zivilisten, oft auch überwiegend eben solche. Obwohl ich nur kurz zuhörte, hat mich der Mann mit seiner reflektierten Art beeindruckt. Ein Brückenbauer, der seinen ehemaligen Gegner die Hand reicht.


Im Obergeschoss war dann noch die Ausstellung zum ersten Weltkrieg, technisch bedingt mit einer überschaubareren Zahl an Exponaten.
So langsam waren wir überall durch und hatten die meisten Sachen gesehen. Die Füße waren langsam etwas schlapp und bei Levi war nun auch die Luft raus. Insgesamt ein großartiges Museum und sicher ein Muss für jeden, der sich nur etwas für Flugzeuge interessiert!
Es war zudem bald 15 Uhr und so machten wir uns dann langsam auf den Weg zum Airport.

Die gefahrene Strecke (etwa 57km):


Der Mietwagen wurde wieder (wie wir es schon von San Francisco kannten) in einem riesigen Parkhaus abgegeben. Jeder Vermieter hat da seinen eigenen Bereich auf diversen Etagen. Bei der Abgabe wurde ein kleiner Sprung in der Scheibe bemängelt. Hatte ich nicht wirklich beachtet und der war sicher auch schon bei der Anmietung dort. Hätte ich laut Mitarbeiterin direkt in San Francisco bemängeln sollen, war aber im Endeffekt auch egal, da ich ja mit entsprechender all-inclusive Versicherung gemietet hatte. Es gab dann den Abgabebeleg, der eine gefahrene Strecke von 2018 Meilen (=3247km) auswies.
Danach halt mit Gepäck zum Shuttlebus und damit zum Terminal. Dann die Check-In Schalter suchen, Gepäck abgeben und noch einmal etwas snacken. Später dann Sicherheitsschleuse (klappte hier zum Glück ganz ohne Theater von Levi), wieder warten und dann irgendwann in den Flieger (Boeing 767 von Condor).


Um 18:50 Uhr war dann der Start. Recht schnell gab es dann Abendessen und wir flogen ja auch in die Nacht hinein. Wie üblich konnte ich nicht wirklich schlafen (wie immer im Sitzen), insgesamt vielleicht 90min. Genia ging es auch kaum anders, nur Levi hat von uns allen mit Abstand am meisten gepennt. Nachdem die Helligkeit am nächsten Morgens zurück kam gab es ein Frühstück und etwas früher als die angepeilten 14:15 Uhr (Flugzeit war mit 10:25h berechnet) landeten wir in Frankfurt.
Müde und schlapp sammelten wir unser Gepäck ein und gingen zum Bahnhof. Zum Glück mussten wir nicht lange warten. Nach weiteren gut 3h Zugfahrt kamen wir dann abends am heimatlichen Hauptbahnhof an. Prompt vergaß ich meinen Rucksack im Zug.
Diesen Rucksack, den ich in den letzten 18 Tagen fast täglich durch die Gegend trug und dort immer Sonnencreme, Trinken, etwas zu Essen, Reiseführer, Kappe und meine Sonnenbrille hatte. Habe den Verlust natürlich online gemeldet aber nie wieder etwas davon gehört.
Ärgerlich war das in erster Linie wegen meiner Sonnenbrille in Sehstärke. Nunja...
Das letzten Stück mit der Stadtbahn war dann auch schnell gemacht und bald kamen wir erschöpft daheim. Was für ein Ritt, was für eine Reise....

Alle Fotos dieses Tages gibt es hier zu sehen.