Montag, 20. November 2017

USA 08/17 - Tag 03

USA-Westküste - August 2017

Tag 03 - Von Las Vegas nach Kernville



Sonntag, der 13.08.

Unser erster Transittag stand auf dem Programm. Der erste Abschnitt unserer Roadtripps sollte zugleich auch direkt die längste Etappe des ganzen Urlaubs werden: Über 500km standen auf dem Plan.
Nach dem Aufstehen gingen wir aber zunächst frühstücken, um uns für die Reise zu stärken. Danach packten wir unseren Kram zusammen, füllten die Kühlbox wieder ordentlich mit Eis, checkten aus und machten uns dann auf den Weg Richtung Death Valley, unserem Zwischenziel auf der Reise.
Wir fuhren los und kamen auf dem Weg raus aus Las Vegas noch einmal am Strip vorbei und schließlich bei dem berühmten Vegas-Schild. Statt einem "Welcome" wurde das Wahrzeichen für uns ein "Auf Wiedersehen". Obwohl wir eigentlich jetzt nicht noch einmal unbedingt hierher müssen. Einmal sehen und erleben ist toll, reicht uns aber eigentlich auch. Genia und ich sind beide jetzt nicht so Fans von dieser künstlichen Glitzerwelt.


An diesem Schild angekommen sehen wir etwas, was uns auf der weiteren Reise noch öfters auffallen sollte: Eine Fotoschlange für ein exklusives Foto. Also im Sinne des Selfies: Ich und das Objekt. Und natürlich möglichst nur ich selber. Entsprechend stellt man sich an und wartet, bis man dran ist. Wahlweise durch einen anderen Fotografen und als ganze Gruppe oder aber mit einem Elvis-Darsteller. Darf in Vegas natürlich nicht fehlen!


Nun begann unsere lange Wüstenfahrt, kaum hatten wir den Großraum Las Vegas verlassen, wurde es recht einsam auf den endlosen Straßen. Die Sonne stand für Levi allerdings unglücklich, er hatte ja hinten auch keine Sonnenblende und somit musste ihm Genia ihre Sonnenbrille ausleihen, da seine irgendwo im Kofferraum in seinem Rucksack war. Damit sah er zwar aus wie Puck die Stubefliege, aber immerhin löste sie das Problem.
Es ging von nun an langsam, aber kontinuierlich in die Höhe, was wir eigentlich erst durch manche Hinweisschilder (z.B. 5000ft) wirklich bemerkten. Den "Gipfel" erreichten wir an der Passhöhe Mountain Springs Summit mit 1677m (5502ft).


Irgendwann passierten wir dann die Staatsgrenze von Nevada nach Kalifornien.
Unser erster Zwischenstopp war dann Zabriskie Point, ein Aussichtspunkt. Bekannt ist diese Stelle für die vielfarbige Erosionslandschaft und den Blick in das eigentliche Tal hinunter.
Direkt beim Aussteigen bemerkten wir auch gleich die Hitze. Schon ganz bemerkenswert, allerdings noch lange nicht das, was wir später noch spüren sollten.



Wir schauten uns also um, machten Fotos, tranken kühle Getränke aus der Eisbox, aßen ein paar Snacks und fuhren schließlich dann weiter.
Nur wenige Kilometer weiter bogen wir dann von der CA-190 ab, um auf die Badwater Road zu kommen. Die Temperaturanzeige stiegt ständig weiter und schließlich kamen wir am Badwater Basin an, wir hatten den tiefsten Punkt des nordamerkanischen Kontinents erreicht.
Beim Öffnen der Türen bemerkten wir als ersten den Wind. Allerdings nicht in der Art eines kühlenden Luftzuges, sondern eher ein ins Gesicht gehaltener Föhn (und zwar ohne Kaltlufttaste!). Meine Güte, was für eine unglaubliche Hitze!


Wir gingen etwas über den Steg und ein Stück darüber hinaus, überzeugten uns von dem salzhaltigen Grund und machten dann diverse Fotos. Schließlich wollten wir auch nicht länger in der Sonne umher laufen, so langsam kamen wir schon ins Schwitzen. Wobei die Hitze hier natürlich extrem trocken ist, daher also eher "angenehm", wobei das natürlich angesichts der Temperaturen auch seine Grenze kennt. Also wieder ab ins Auto und zurück.


Erst einmal wieder ordentlich kalte Getränke mit nach vorne nehmen, Türen zu und Klimaanlage an. Auf dem Rückweg konnten wir dann auch noch einmal das Thermometer im Auge behalten, es zeigte jenseits von 120°F an und erreichte (kurz nach dem Foto) dann seinen Höhenpunkt bei 123°F, was etwa 50,6°C entspricht. Verrückt...
Ebenso verrückt ist das Schild, dass es hier im "Tal des Todes" einen Golfplatz gäbe! Wer zum Henker tut sowas...? Nun, so ist es auch nicht. Es handelt sich um eine Ansammlung von zerklüfteten Salzstrukturen, die man als Golfplatz des Teufels bezeichnete.
Kurz nachdem wir diesen Sportbereich passierten bogen wir noch auf den Artists Drive ab, einer kleinen Panorama-(Einbahn-)Straße, die wieder an farblich interessanten Felsen vorbei etwas durch die Berge geht. Die Ursache der Farbpracht liegt in der Oxidation von verschiedenen Metallen wie Eisen und auch Kupfer im Gestein.


Hier geht es einem schmalen, perfekten Asphaltband durch die Hügel, an immer anders schimmernden Felsen vorbei. Ebenso finden sich hier zahlreiche "Dips" auf dem Weg, ähnlich wie am Vortag im Valley of Fire. Das sind betonierte Durchfahrten von Senken, die im Falle von regen als erstes Überspült werden. Das passiert zum einen recht selten und zudem ist der Verkehr hier auch eher touristischer Natur, daher werden erst gar keine (aufwendigeren) Brücken gebaut.


Der Weg führte uns anschließend zurück zur CA-190, auf der wir unseren Weg weiter gen Westen fortsetzten. Ab jetzt ging es wieder deutlich bergauf zum Towne Pass, der auf den nächsten gut 30km wieder bis auf 1515m (4970ft) anstieg. Irgendwann verließen wir das höher gelegene Land und kamen dann fast genauso schnell wieder runter an eine Senke mit pfeilgerade Straße, hier war der Boden noch ausgetrockneter als vorher schon. Es war wieder Zeit für einen kurzen Stopp. 


Nach einigen Fotos ging es weiter, nun auf der CA-178 Richtung Süden. Der Karte nach sollte bald eine Ortschaft an einem See auf unserem Weg liegen, dort wollten wir dann eine richtige Pause einlegen. Tja, diese Karte scheint eher den Winter-Zustand aufzuzeigen, von einem wirklich See war kaum etwas zu sehen. Das Navi zeigte links der Route kilometerlang blaue Fläche an, aus dem Fenster aber war nur die Mojave-Wüste zu sehen.
Egal, wir kamen an sowas wie ein Picknick-Platz vorbei, an dem es überdachte Sitzplätze gab.


Außer einigen flachhäusigen Siedlungen am Rande der Durchgangsstraße gab es nur etwas  "Abbauindustrie". Ob es da nun Salz, Sand oder sonstwas zu holen gibt, konnte ich nicht erkennen. Ansonsten schon ein derbes Stück trostlose Gegend, in der man eigentlich nicht tot überm Zaun hängen will.
Nach der Auffrischung (naja, windige Hitze mit kühlen Getränken) ging es weiter. Nachdem wir die Wüste dann verließen, wurde der Bewuchs in der trockenen Prärie zumindest etwas interessanter und auch stattlicher als maximal kniehohes Gebüsch.


So langsam kletterten wir auch mehr in die Höhe und ganz generell wurde die Umgebung so langsam etwas grüner. Wir umfuhren den Lake Isabella und näherten uns schließlich so langsam unserem Zielort Kernville am Fuße der Sierra Nevada und unweit südlich des Sequoia Nationalparks.
Das wurde auch langsam mal Zeit, keiner von uns hatte noch Lust auf Auto fahren. An unserer Unterkunft, der Kern Lodge angekommen, hatten wir über 550km zurückgelegt.
Auf der ganzen Fahrt hat Levi fast gar nicht genörgelt angesichts der endlos langen Zeit, die er im Auto verbringen musste. Davor hatte ich beim Antritt der Reise schon gewissen Bammel. Auch für den Rest der Tage sollte das so bleiben, er hat das die ganze Zeit super mitgemacht!


Unser Hotel bestand aus einer Ansammlung von einzelnen Hütten etwas von der Hauptstraße ab. Es gab einen netten Pool und auch einen Grillplatz, der bei unserer Ankunft schon gut belegt war. Wir wurden an der Rezeption nett empfangen und bekamen unseren Schlüssel und alle nötigen weiteren Infos: Pool, WiFi, Eismaschine, kleine Ortskunde usw.
Dann also flott ins Quartier und danach sollte ein Sprung in den Pool auf dem Programm stehen.
Dieses kleine "Reihenhaus" sah großartig aus. Innen mit Holz vertäfelt, Indianerbilder, Traumfänger und große, schwere Betten. Woanders zweifelhaft kitschig, hier fanden wir es klasse! Dazu (wie hier üblich) eine kleine Kaffeemaschine (und  Kaffee gab es überall), Kühlschrank und Mikrowelle.
Schnell die Koffer ins Häuschen gebracht, Badesachen an und ab zum Pool, Levi konnte es kaum erwarten. Die Abkühlung war dringend nötig und herrlich, wir planschten sicher eine dreiviertel Stunde im angenehmen Wasser.


Da es hier bei der Übernachtung kein Frühstück gab, gingen wir nach dem Poolbesuch rüber zum nahen Supermarkt. Das war eher ein übersichtliches, kleines Warenhaus für das kleine Städtchen. Neben Lebensmittel und "normalen" Hausbedarf gab es auch noch eine Waffen-, sowie Jagd- und Angelabteilung. Halt alles, was man hier so nach amerikanischer Meinung braucht. Da wir halt auch kein besteck hatten und versuchen wollten, ohne den ganzen Einwegkram auszukommen, frage ich nach Brotmessern. Eben solche gab es nicht (außer halt in Plastik), abgesehen von den artverwandeten "Instrumenten" aus der Jagd- und Angelabteilung. Da ich aber weder einen Fisch ausweiden noch einem Bären das Fell abziehen wollte, blieb es dann doch beim Einwegkram. Dazu kauften wir dann noch Brot, Milch, Saft, Nutella und Erdnussbutter. Das Frühstück war schon einmal gesichert.
Nun stand noch unser Abendessen an und so gingen wir beim Hotel um die Ecke in einen Pizzaladen. Auch hier passte das Bild im Inneren zu unserem Quartier.


Musikalisch lief irgend etwas Country-Artiges, die Bedienung war super freundlich und es war urgemütlich. Während wir auf unsere Pizzen warteten, tranken wir noch etwas, wobei ich nicht auf dem Schirm hatte, dass es in solchen Läden kein alkoholhaltiges Bier gibt.
Naja, das tat der Sache keinen Abbruch. Als das Essen fertig war, gingen wir die wenige Meter zurück zum Hotel, aßen draußen die sehr leckeren Pizzen, während Levi noch etwas mit den großen Schach- und Damefiguren spielte.
Bald danach fielen wir hundemüde in die gemütlichen Betten. Ein toller, aber auch durch die lange Fahrerei anstrengender Tag war nun zu Ende.

Die gefahrene Strecke (gut 550km) und das Höhenprofil:


Alle Fotos dieses Tages gibt es hier zu sehen.

==> Weiter zu Tag 04 <== (Link wenn fertig)

Freitag, 17. November 2017

USA 08/17 - Tag 02


USA-Westküste - August 2017

Tag 02 - Las Vegas und Umgebung



Samstag, der 12.08.

Da wir am ersten Abend wirklich sehr (orts-)zeitig im Bett waren, wachten wir natürlich alle recht zeitig am Morgen wieder auf. Bedeutet konkret: Kurz nach 04:00 Uhr.
Was ja auch nicht wirklich anders zu erwarten war. Passte aber in unseren Tagesplan.
Wie schon angedeutet, haben die großen Warenhäuser hier ja oft 24/7 (oder anders: immer) geöffnet. Also standen wir auf, machten uns frisch und fuhren dann los.
Ziel war ein naher Walmart, in dem wir allerlei Verpflegung und eine Kühlbox besorgen wollten. Die gibt es hier (bei der üblichen Hitze auch kein Wunder) eigentlich an jeder Ecke, teilweise in beeindruckender Auswahl. Genauso war es auch in dem von uns besuchten Laden.
Um diese Zeit ist ein Warenhaus doch eher spärlich besucht, anders sah das allerdings bei den Beschäftigten aus. Da waren doch so einige im Einsatz, in erster Linie beim Auffüllen der Regale.

Wir suchten uns allerlei Snack-Kram für unterwegs zusammen (wir sind ja schließlich oft den ganzen Tag unterwegs), dann eine ordentliche Menge an Getränken (in erster Linie Wasser), verschiedenen Salate als Abendessen und schließlich eine Kühlbox.
Oft wird ja ein elektrisches Modell empfohlen, welches dann den ganzen Tag über im Auto (solange der Motor läuft und die Box Strom bekommt) läuft. Die Teile kosten aber halt auch entsprechend (ich glaube es ging bei rund 60$ los) und für einen "bleibt am Ende des Urlaubs hier"-Artikel war mir das etwas zu viel.
Nötig ist das zudem auch nicht, da es (fast) in jedem Hotel eine Eismaschine gibt. Passend dazu auf den Zimmern einen kleinen Eiseimerchen. bei uns natürlich auch. Also entschieden wir uns für ein "einfaches" Modell, dafür aber mit 45l Inhalt, da sollten wir schon das meiste rein bekommen.
So gegen 05:00 Uhr waren wir mit unserem Einkauf durch, inzwischen war es draußen schon hell geworden. Frühstück im Hotel gab es aber erst ab 06:00 Uhr, also drehten wir mit dem Wagen noch eine Runde über den Strip.
Ist um die Zeit nur bedingt glamourös. Die ganzen bunten Lichter sind aus und wirklich viel los ist auch nicht mehr. Aber wir konnten schon einmal die riesigen Hotels/Casinos bei Tageslicht von außen sehen.
Dann ging es zurück zum Hotel, wir luden unsere Einkäufe aus und schließlich konnten wir auch zum Frühstück. Überraschend voll dort für die frühe Zeit. Da tackten wohl noch so einige andere Gäste in einer anderen Zeitzone.
Das vorgefundene Frühstück sollte von der Auswahl dem Standard auf der weiteren reise entsprechen. Es gab Toast und diverse Marmeladen zur Auswahl, dann gebackene Waffeln und Pancakes (also Pfann- oder Eierkuchen), dazu diverse meist sehr süße Saucen und schließlich Oatmeal (Haferbrei). Nun ja, alles nicht so meins, aber man wurde satt.
Was uns aber am meistens wunderte: Alles wurde mit Einweggeschirr/Besteck gereicht, ob nun Teller in verschiedenen Formen oder Becher.
An den Seiten standen große Mülleimer (so in der 120l Klasse) und die waren zum Ende des Frühstücks auch beide randvoll! Tja...

Nach dem Frühstück wollten wir uns dann auch schnell auf den Weg zu unseren heutigen Ausflugszielen machen. Dummerweise fand ich meine 360° Kamera nicht. Ich Trottel habe das Teil wirklich daheim vergessen! Nach dem Urlaub fand ich das gute Stück mitten auf dem Sofa liegen. Ist mir ein Rätsel, wie ich das übersehen konnte. Zudem auch wirklich ärgerlich, ich hätte hier Panoramen noch und nöcher schießen können. Tja...
Bevor es aber los ging, befüllten wir unsere Kühlbox mit der Reiseverpflegung und fuhren mit dieser dann im Fahrstuhl nach oben, wo die Eismaschine steht. Den kleinen Icebucket vom Zimmer hatten wir natürlich dabei und füllten unsere Bos etwa bis zur Hälfte mit dem gefrorenen Kühlmittel.
Als erstes stand das Valley of Fire nordöstlich von Las Vegas auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um einen State Park, also das in der Regel kleinere und weniger bekannte Gegenstück (auf Bundesstaatsebene) zu den bekannteren Nationalparks.
Wie der Name (und die Örtlichkeit) schon erahnen lässt, ist es dort meisten sehr warm bis heiß, daher wollten wir möglichst früh dort ankommen.
Also raus aus Las Vegas auf die Interstate 15. Eine von diesen irrsinnig breiten amerikanischen "Autobahnen" mit ihren (hier) teilweise 6 Spuren pro Richtung, auf denen es kein Rechtsfahrgebot gibt (zumindest was die gefahrenen Geschwindigkeit und Seite zum Überholen angeht) wie bei uns. Zudem mit einem breiten Bereich zwischen den Fahrtrichtungen.
Feststellung: Lässt sich sehr entspannt fahren, wenn man erst einmal auf dem Schirm hat, dass man auch rechts überholt werden kann. Liegt einfach an dem überschaubaren Tempo und das im Prinzip fast alle mehr oder minder gleich schnell fahren.
Nach rund 37 Meilen verließen wir die Interstate wieder und fuhren noch einige Kilometer die kleine Stichstraße in die Wüste, bevor wir das erste Mal anhielten um etwas von dieser Gegend "aufzusaugen". Genau so, wie man es sich vorstellt.


Es war nun auch schon knackig warm, ging aber alles noch. Als wir dann weiter fuhren hatten wir auch noch unseren ersten "Wildkontakt", leider nicht so wie erhofft. Genau in einer Kurve überfuhr ich eine Schlange, die gerade über die Straße kroch.
Hätte gerne eine in freier Wildbahn gesehen und nicht auf der Straße (oder zumindest früh genug, um noch anzuhalten), schade.
Kurz darauf kamen wir in den Park. Ab nun ging es regelmäßig an interessanten Felsformationen mit teilweise großartigen Verfärbungen vorbei. Wir befuhren diverse Abschnitte (alles auf der Karte zu sehen) und machten auch eine kleine Pause an einem der Parkplätze, an denen es auch immer überdachte Sitzgelegenheiten gibt.




Dann ging es weiter zu unserem kleinen Wanderziel, dem Mouse's Tank. Eine Weg vorbei an teilweise in grauer Vorzeit bemalten Felsen mit einem Ende in einer engen Sackgasse.



Der Weg war nicht wirklich lang und abgesehen vom sandigen Untergrund auch nicht anstrengend, aber angesichts der Hitze reichte das auch fast schon. Immerhin hatten wir dann Glück, dass es sich kurzfristig etwas bewölkte. War ganz angenehm so ohne die pralle Sonne.



Überall begegnen einem hier Hitzewarnungen, hier im Statepark können im Sommer Tagestemperaturen bis 47°C erreicht werden. Wenn man dann mehr wandert als wir sollte man definitiv seinen Flüssigkeitshaushalt im Hinterkopf behalten.

Nach der Mischung aus wilden Felsen und Wüste verließen wir das Gebiet wieder und machten uns auf den Weg zum Hoover Dam. Da wir nicht wieder "außen herum" über die Interstate fahren wollten, wählten wir nun den Weg entlang des Lake Mead. Eben dieser größte und wohl wichtigste Stausee der USA wird durch den Hoover Dam aufgestaut.
Die Fahrt entlang am See klingt schöner als es dann in der Realität war. Bei uns befinden sich oft Wälder um Stauseen (diese befinden sich ja meist in den Mittelgebirgen), hier eigentlich nur Wüste mit etwas grünem "Rand". Zudem war der Wasserstand (wie oft in den letzten Jahren) recht niedrig, man fuhr also ein gutes Stück oberhalb des Wasserspiegels entlang.
Da sich der See in der Lake Mead National Recreation Area befindet (wird also auch vom National Park Service verwaltet), wird auch hier ein Eintritt verlangt. Der Zusammenhang von einer National Recreation Area und einem Nationalpark wurde mir erst später erklärt.
Nun gut, irgendwann kamen wir dann auch am Hoover Dam an und hier war natürlich deutlich mehr los als im Valley of Fire vorher.
Es gab einen längeren Rückstau, bis wir endlich über den Damm fahren konnten um zu den größeren Parkplätzen auf der anderen Seite zu gelangen. Ganz nebenbei bemerkt staut der Hoover Dam den Colorado River, der vorher schon für den Grand Canyon verantwortlich ist. Außerdem ist hier dieser Fluss die Staatsgrenze zwischen Nevada und Arizona. Hatte ich gar nicht auf dem Schirm und somit haben wir noch einen Bundesstaat mehr besucht als eigentlich gedacht.


Wir fanden einen Parkplatz und machten uns auf den Fußweg runter zur Sperrmauer. Wir befanden uns dort in einem kleinen Talkessel, zudem ziemlich vollbetoniert und Wind war dort auch nicht wirklich. das Autothermometer zeigte beim Aussteigen 107°F an, was knapp 42°C bedeutet. Im Schatten, den es hier natürlich nicht gibt. Donnerwetter, war das heiß....
Wir machten unsere Fotos von diesem beeindruckenden Bauwerk und machten uns dann schnell wieder auf den Weg zurück Richtung Hotel, nur raus aus dieser Hitze.


Am Hotel angekommen ließ ich Genia und Levi aussteigen und fuhr selber kurz danach noch Tanken und zu einem T-Mobile Shop, um mir eine SIM-Karte fürs Handy zu besorgen.
Das Tanken funktioniert hier etwas anders als bei uns. Einfach lostanken und danach bezahlen gibt es nicht. Normalerweise nutzt man die Kreditkarte direkt an der Zapfsäule oder zahlt vorher im Kassenhaus. Interessanterweise funktionierten meine Kreditkarten in den meisten Fällen nicht. Es wird nicht etwa ein PIN abgefragt, sondern der ZIP-Code (also die Postleitzahl). Warum/wieso auch immer, habe ich bis heute nicht verstanden. In seltenen Fällen klappte das mit (einer) der Kreditkarte selber (ob ich nun meine heimische PLZ angab oder aber den hier aktuellen ZIP-Code.
Also rein ins Häuschen und vorher bestellen. Da die Amis das metrische System ja nun so gar nicht mögen, muss man halt vorher in Gallonen "vorbestellen".

Also bei einem Leihwagen, den man noch nicht betankt hat ungefähr abschätzen, wie viel jetzt noch in das Spritfass passt, welches noch etwa 1/3 voll ist.
OK, ordert man zu viel, kann man sich nach dem Tankvorgang den Rest wieder Gutschreiben lassen, aber dazu muss man halt wieder ins Häuschen.
Nun, ich entschied mich für 6 Gallonen und das passte in etwa. War nicht ganz voll, aber für den nächsten Tag, der die längste Einzeletappe mit sich brachte, sollte es wohl in etwa reichen.

Danach ging es zum Mobilfunkshop, um auch mobil im Netz zu sein. Ich entschied mich schon vorher für den Tourist-Plan, der mir ganz sinnig erschien. Die von Jessica ausgeliehene SIM-Karte (von ihrem letzten New York Urlaub) brächte ich nicht, ich würde eh eine neue bekommen
Entgegen meiner Annahme, musste ich aber schließlich doch die 10$ für eine SIM-Katre zahlen (das habe ich erst später auf der Abrechnung gesehen). Da habe ich wohl einen Moment nicht aufgepasst. Nun gut, dann halt insgesamt 40$.

Zurück am Hotel wollte Genia noch etwas entspannen, Levi und mich zog es allerdings in den Hotelpool. Was soll man bei der Hitze auch sonst machen?
Eine herrliche Abkühlung, zumal der Pool auch gar nicht mal so klein war.
Danach aßen wir unsere Salate und entspannten noch etwas, bis es Abend werden sollte. Wir wollten den Strip ja schließlich auch noch mal zur "Prime-Time" im Dunklen erleben!
Wir alle schliefen dabei doch glatt noch einmal ein, wurden allerdings zum Glück nicht allzu spät wieder wach. Auch wenn keiner von uns so richtig Energie hatte, wollten wir uns das Erlebnis natürlich trotzdem nicht entgehen lassen! Levi nörgelte allerdings anfangs noch ziemlich herum und der Fußweg von etwa 1km passte ihm auch. Das es trotz Dunkelheit immer noch über 35°C hatte machte alles nicht einfacher.
Wir gingen also los und schlenderten an dem High Roller vorbei, dem aktuell (noch) größten Riesenrad der Welt. Erst in unmittelbarer Nähe bemerkt man die gewaltige Größe, das Teil ist knapp 168m hoch! Als Besuchs-Casino haben wir uns das Venetian ausgesucht, das wurde von einer Kollegin von Genia empfohlen.


Vom Riesenrad aus kamen wir allerdings eher von hinten zum Strip und mussten dann an Einfahrten für die riesigen Parkhäuser und Zulieferbereiche vorbei. Hier ahnt man erst einmal, was das für gewaltige Vergnügungstempel sind...

Endlich fanden wir den Eingang und schoben uns dann mit der ganzen Menschenmasse hinein. Zunächst ging es in den vorderen öffentlichen Casino-Bereich, wo es einige Spieltische und vor allem Automaten gibt. Unglaublich viel Durchlaufpublikum zum Gucken (so wie wir halt auch), mit der aus Filmen bekannten Eleganz der großen Casinos war hier noch nicht viel zu sehen, das findet alles weiter "hinten" statt. Aber wir wollten ja eh in das "künstliche Venedig".
Das befand sich dann eine Etage höher. Durch den ersten Casinobereich und einer der Hotelzugänge ging es zu den Rolltreppen. Oben angekommen wurden wir durch eine Nachbildung des Dogenpalastes empfangen, durch dessen langen Gang man dann zu den Kanäle gelangt.
Schon krass das ganze! Ein künstlicher Himmel erzeugt angenehmes Licht, man schlendert über die zahlreichen Kanalbrücken an Boutiquen vorbei und auch der Markusplatz ist vorhanden. Was für eine verrückte Welt!


Schließlich schoben wir uns wieder ins Freie, um dann den Strip Richtung Bellagio entlang zu gehen. Her wollten wir uns die Wasserspiele ansehen.
Es ging an zahlreichen berühmten oder bekannten Casino/Hotels vorbei, alles riesige Komplexe. Der Las Vegas Boulevard ist eine meist 4-spurige Straße (pro Richtung), die Fußwege am Rand sind für die Menschmassen viel zu eng und herrscht auf ganzer Länge ein unglaublicher Trubel. Von den etwa 150.000 Hotelbetten in Las Vegas befinden sich rund die Hälfte am Strip, zahlreicher der hier stehenden Hotels zählen zu den größten der Welt.



Neben den neugierigen Touristen wie wir gab es Horden von Feiergruppen, die von einer Location zu nächsten weiter zogen, im stockenden Verkehrschaos schon sich eine Stretch-Limousine neben der anderen her. ich bin nicht wirklich ein Freund dieser Welt, aber wahrscheinlich sollte man das mal gesehen haben...
Am Bellagio angekommen gab es dann einige Fußgängerbrücken, um die Querstraße zu passieren, also in dem Menschpulk rein ins Casino, auf der anderen Seite wieder raus und dann ab zu den Wasserspielen.


Die waren dann in der Tat ganz nett, aber wegen der vielen Zuschauer auch nicht immer und überall zu sehen. Zudem dauerte die Show auch nur wenige Minuten, dann war erst wieder eine etwas längere Pause angesagt.
So langsam reichte es uns allen dann auch, das permanenten Gedränge nervte uns langsam und Levi hatte auch schon länger keine Lust mehr. Zumal man hier auch permanent aufpassen muss, ihn nicht zu verlieren. So machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel und vielen dort angekommen auch bald in die Betten.

Die gefahrene Strecke (~280km):


Alle Fotos dieses Tages gibt es hier zu sehen.