Dienstag, 31. Juli 2012

Ein Tablet, ein Tablet!

Jetzt habe ich also auch so ein Teil. Wollte ich doch gar nicht.
Naja, oder besser: Brauche ich doch gar nicht. Aber wer "braucht" sowas auch schon unbedingt?
Den ersten wirklichen kontakt mit einem Tabelt hatte ich, wen wundert's, mit dem iPad eines Freundes. Die anfängliche Skepsis gegenüber diesem großen iPhone ohne Telefonfunktion wich aber schnell der Erkenntnis, dass es schon seinen praktischen Nutzen hat, gerade wenn man mal schnell unterwegs etwas zeigen will usw.
Besagter Freund war damit auch viel unterwegs und sparte sich somit ein deutlich schweres Notebook.
Wie so oft war vor allem Jessica schnell angesteckt und schon hatten sie ein damals nagelneues iPad2 geordert. Nach der anfänglichen Begeisterung folgte dann aber doch eher die Ernüchterung. Auf dem heimischen Sofa war das Netbook dann doch irgendwie praktischer und so wurde das schöne iPad nach wenigen Wochen wieder (verlustfrei) verkauft.
Für mich damals auch die Erkenntnis, dass ich sowas nicht brauche bzw. das Notebook nicht wirklich ersetzt wird. Zumal mich persönlich (heute nach wie vor) die Abgeschlossenheit von iOS-Geräten stört. Von sowas wie Konkurrenz konnte damals zudem auch nicht gesprochen werden (ist ja je nach Einsatzgebiet heute stellenweise unverändert): Günstige Android-Geräte waren meist klein (unter etwa 10" finde ich persönlich zu klein) und technisch schlecht, liefen dazu unter einem 2.x-System, welches ein reines SmartPhone-System ist/war. Die hochwertigeren Geräte (mit der Android-"Zwischenversion" 3.x) hingegen lagen preislich auf ähnlichem Niveau wie da iPad, ohne an dessen Qualität heran zu kommen. Kurzum: Das Thema war für mich eigentlich nicht interessant.

Dann waren wir irgendwann bei Freunden zu Besuch und auf der Toilette lag eine SFT aus (Klolektüre), in der es um aktuelle und günstige Android 4.0-Tablets ging. Nur ein kurzer Bericht in dem das günstigste Gerät Testsieger wurde. Ein Modell von Archos, genauer gesagt das G9 101 Turbo. Dieser französische Billighersteller bedient eigentlich von Anfang an das Low Budget-Segment, eben meist mit tablet-untauglichen Betriebsystem-Versionen wie oben beschrieben. Dieses Gerät schnitt nun (für mich überraschend) ziemlich gut ab. Dualcore-CPU, 10,1" Display mit 1280x800 Pixeln, dazu mit dem aktuellen Android 4.0. Dazu bot dieses Gerät ein weiteres Leckerli: USB-Host Funktion! Das bedeutet, dass an dem USB-Anschluss externe Geräte wie Digitalkameras, Datenträger usw. erkannt und genutzt werden können! Und das alles zu einem angegebenen Straßenpreis von 270€. Jetzt wurde ich wirklich neugierig....
Am nächsten Tag laß ich dann diverse Tests und auch im entsprechedem Unterforum von Android-Hilfe etwas herum, das Teil scheint wirklich nicht schlecht zu sein. Ich entschied mich für das 8GB-Modell ohne UMTS. Will man das nutzen, benötigt man einen USB-Stick, der sich nahtlos ins Gerät einbinden lässt und zudem für einen normalen PC/Notebook auch noch nutzbar ist. Ich benötige diese Funktion nicht, wenn ich unterwegs auf dem Teil das Gerät nutzen will werde ich das über mein SmartPhone per Tethering machen. Den günstigsten Preis fand ich dann zudem mit 244€ bei Amazon, da dort die Rückgabe von erworbenen Artikel zudem auch kein Problem ist bestellte ich.

Was soll ich sagen, ich habe es immer noch. :-)
Bin wirklich durchaus angetan von dem kleinen Teil. Es gab inzwischen schon mehrere kleine Updates, da Archos die Android-Oberfläche nicht sonderlich umbaut. Das finde ich persönlich sehr gut, das System ist inzwischen auch "von der Stange" so gut, dass übergestülpte Oberflächen, wie viele Hersteller sie anbieten, gar nicht mehr nötig sind.
Das USB-Hosting funktioniert mit allen getesteten Geräten prima und im System ist schon ein Dateibrowser enthalten, der zudem in der Lage ist auf Netzwerkverbindungen zuzugreifen. Feine Sache!
Natürlich hat das Teil auch seine Schwächen, wäre bei dem Preis auch komisch.
Die Oberfläche ist bei weitem nicht so "smooth" wie z.B. bei meinem HTC, obwohl das Tablet eigentlich die leistungsfähigere Hardware verfügt. Hier gibt sich der "Billighersteller" wohl einfach nicht so viel Mühe bei der Treiberanpassung wie die Premiummarke HTC. Dann könnte das Display noch etwas heller sein. In Innenräumen ist das natürlich kein Thema, aber draußen in der Sonne ist der Spaß vorbei, zudem fehlt eine automatische Helligkeitsanpassung und es spiegelt stark.
Das Gehäuse ist natürlich auch aus Plastik und sicherlich nicht von der hochwertigsten Sorte, tief fallen sollte das Teil folglich besser nicht.
Dann ist die Anbindung der MicroSD-Karte etwas seltsam. Von meinen bisherige SmartPhones war ich das so gewöhnt, dass installierte Apps bei Bedarf eben auch auf die Karte zum Speichern von Nutzdaten zugreifen können. Sowas ist vor allem für Navis oder Kartenapps interessant, bei denen man sich die Daten für die Offine-Nutzung herunterladen kann. Dabei kommen ja schnell einige GB zusammen. Genau das funktioniert so beim Archos leider nicht. Warum das hier anders gehandhabt wird, keine Ahnung. So ist die Karte nur als reines Speichermedium für Musik, Filme etc. zu nutzen.
Zudem legt es machmal etwas Eigenleben an den Tag. Hin und wieder landet man einfach mal auf dem Homescreen, ohne das man etwas dazu getan hat oder das wollte. Nun ja, von solchen Effekten habe ich im Forum schon gelesen, allerdings passiert das eher selten und ist daher nicht unbedingt tragisch.
Diverse Anpassungen habe ich natürlich noch selber gemacht. Die Standardtastatur und der Launcher mussten den von meinem SmartPhone weichen (SwiftKey und GO Launcher EX) und root-Rechte habe ich mir auch gegönnt, um das System zu entschlacken (gab es nicht so viel) bzw. nach meiner Vorstellung zu optimieren.
Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch eine passende App, um unterwegs neue Motorrad-Touren zu planen. Daran mangelt es gerade noch.

Zugriff auf mein TomTom ist mit dem Archos ja kein Thema.

Freitag, 27. Juli 2012

Nachtrag zu Schottland

Hier mal kurz einige Punkte als Nachbetrachtung.
Auf dieser Tour gab es ja so einige "Neuerung" an Material und Ausrüstung. Darauf will ich doch auch noch einmal rückwirkend Betrachtend eingehen.
Der Hauptunterschied war erstmal die Maschine. Bisher war ich mit der Téneré ja nur einmal auf Frühjahrstour (und da hat sie das angedachte Ziel durch einen Plattfuß verhindert), das war nun die erste wirklich große Runde.
Was soll ich sagen: Sie hat prima funktioniert und mich nicht im Stich gelassen! Es war eine gute Entscheidung mit der Yamaha zu fahren. Obwwhl sich auch die Hornet in Schottland wohl gefühlt hätte. Aber da die Touren selber nicht mit z.B. Sardinien vergleichbar sind braucht es auch kein so "kurvengieriges" Mopped. Da man sich auch zudem nur sehr selten mit anderen Verkehrsteilnehmern herumschlagen muss, ist die eher geringe Motorleistung auch kein wirkliches Problem. Obwohl ich doch festgestellt habe, dass ich lieber etwas mehr "Reserven" hätte. Zudem glaube ich nicht, dass die XTZ ihre auf dem Papier versprochene Leistung von 35kW/48PS wirklich hervor bringt (dafür ist die Vmax einfach zu gering). Daher überlege ich gerade, ob ich die 660er nicht verkaufe. Schließlich habe ich sie mir u.a. mal für das Urlaubsziel Schottland gekauft. Andererseits ist sie mir schon etwas ans Herz gewachsen.
Natürlich brauche ich aktuell keine zwei Maschinen, so viel fahre ich ja in den letzten gut 2 Jahren nicht mehr. Irgendwann soll ansonsten aber wieder etwas ähnliches folgen, vielleicht eine alte Super Ténéré. Wer weiß, noch ist ja Nichts entschieden....

Dann habe ich mir ja wegen des rauen schottischen Wetters ein neues (Kuppel-)Zelt gekauft. Nun, das wäre im nachhinein sicher nicht nötig gewesen. Einmal (im Norden bei Durness) hatten wir allerdings kurzfristig ziemlich böigen Wind. Dauerte nur etwa eine halbe Stunde und war bei gutem Wetter, aber dabei "verbog" sich Uwe's Tunnelzelt doch ganz gehörig! Mein Coleman blieb dagegen recht stabil. Kurzum: Für den gedachten Einsatzzweck scheint es wirklich geeignet zu sein.
Überhaupt macht das ganze Teil auch im praktischen Einsatz ein ziemlich durchdachten Eindruck. Von der Bodenfolie im Haupteingangsbereich bis zu den 2 Eingängen und Apsiden, die kugelbestückten Endstücke der Stangen über deren Befestigung am Zeltboden mittels eingesteckbarer Stifte, dazu die jeweils an 2 Punkten befestigten Abspannseilen, die Dachlüftungen mit Abstandhalter und schließlich das zuerst aufzubauende Außenzelt mit feuerhemmender Beschichtung (nicht getestet). Alles prima. Kurzum: Das Teil würde ich sofort wieder kaufen!

Das gleiche gilt für meine Term-A-Rest Isomatte. Sehr gut zu handhaben, hochwertig in der Qualität, (relativ) klein im Packmaß und zudem sehr gemütlich. Das gilt auch für das kleine aufblaßbare Kopfkissen, welches ich zum Geburtstag geschenkt bekam. Vorher hatte ja meine Luftmatratze immer ein eingebautes Kopfkissen, so musste ich auf keinen Komfort verzichten.

Ebenso hat sich die verwendete Karte (A-Z Maps) bewährt. Prima Maßstab, optisch ansprechend und Fehler konnten wir auch keine feststellen. Den Reiseführer (ADAC) habe ich dagegen fast gar nicht benutzt. Die Route bestimmte die Tour und so kam man dann halt zwangsweise an gewissen Punkten vorbei, dazu gab es dann meist vor Ort Infos.

Was die Fähre angeht hatten wir bei der gefahrere Route keine Alternative zu DFDS. War aber auch nicht nötig, wir hatten keinen Grund zu klagen.

Oder anders: Keine wirklichen Fehler gefunden.

Freitag, 20. Juli 2012

Motorradurlaub - Schottland 05/2012

Endlich war es soweit, es ging wieder auf (Urlaubs-)Tour. Nun also endlich nach Schottland! Auf die näheren Vorgeschichten gehe ich hier mal nicht mehr ein, die Einträge dazu sind hier zu finden. Seit den letzten Planungen hatten sich allerdings doch noch kleine Änderungen ergeben: Ronnie's Freundin Julia stieg bei der Planung wieder aus, so den ganzen Tag auf dem Sozius war wohl doch keine wirklich gute Idee. Weil es sollte ja schon ein "richtiger" Motorradurlaub werden, bei dem es schon in erster Linie ums Fahren ging. Die zweite Änderung war ungleich erfreulicher: Uwe buchte doch noch auf die volle Zeitspanne um. Seine Familie fuhr über Pfingsten an die Ostsee, daher war ein früheres Zurückkommen gar nicht mehr nötig! Außerdem sollte ein ehemaliger Arbeitskollege von Ronnie in unserem Reisefenster auf Montage in Inverness sein. Vielleicht ergibt sich ja ein Zwischenstopp....
Bei der Absprache zur Anreise nach Ijmuiden einigten wir uns schließlich auf einen Treffpunkt, da Uwe aus dem Bereich Paderborn startete und keine Lust hatte, in einem weiten Überlandbogen via Osnabrück zu fahren. Unsere Anfahrtsrouten kreuzten sich dann bei Steinfurt, so dass wir die Rolinck-Brauerei an der nördlichen Ausfallstraße wählten.

Hier zunächst eine Diashow aller meiner Fotos:

Auch Uwe und Ronnie haben Fotos gemacht, die sind hier gesammelt zu sehen. Außerdem hatte ich meinen TUI-Urlaubs-Surf-SIM wieder am Start, so dass ich auch noch einige Fotos mit dem SmartPhone gemacht habe. Die mir auf Twitter folgen oder mit mir auf Facebook befreundet sind, werden die Bilder wohl schon kennen.... An dieser stelle möchte ich dann auch gleich noch erwähnen, dass das Vodafone-Netz (welches die SIM ausschließlich nutzt) in Schottland eine ziemliche Katastrophe ist. Für die kleinen Datenmengen von Twitter reicht die GSM-Verbindung (aka 2G) im Allgemeinen, aber selbst kleine Fotos hochladen dauerte teilweise ewig. Kurzum: Wer dort hinreist und mobile Internet nutzen will, sollte besser ein anderes Netz wählen!

Donnerstag, der 17.05.
Ich verabredete mich gegen 10:30 Uhr Uhr bei Ronnie, von dort sollten wir bis 12 Uhr auch am Treffpunkt in Steinfurt sein. Wir waren relativ pünktlich vor Ort, nur von Uwe war länger nichts zu sehen. Irgendwann kam dann der Anruf, dass er rund um und in Münster viel Zeit vertrödelt hatte und nun noch das Navi in Gang setzten muss um die Örtlichkeit zu finden. Etwa 15min später traf er dann auch ein. Nach der kurzen Begrüßung fuhren wir dann am Stadtrand noch tanken und dann direkt weiter in die Niederlanden herein. Bis auf den zeitlichen Verlauf funktionierte alles auch ganz gut, eben die Zeit wurde im weiteren Fahrtverlauf aber etwas knapper als gedacht, so verkürzten wir die geplante Überlandfahrt fast quer durch Holland frühzeitig und nutzen die Autobahn. Naja, fahrtechnisch verpasst man hier ja auch nicht so viel. So ging es dann über den Amsterdamer Autobahnring bis Ijmuiden, wo wir noch einmal tankten. An der Tankstelle erkundigte ich mich auch gleich noch, ob denn wohl ein Supermarkt geöffnet wäre. Auch in Holland ist Himmelfahrt Feiertag. Der Angestellte riet uns genau zu dem Laden, den ich mir eh vorher ausgesucht hatte und wenige Minuten später stellte sich der Tipp als richtig heraus. Da die Verpflegung auf Fähren eher etwas hochpreisig ist, kauften wir uns Essen für den Abend und auch den nächsten Morgen und auch ein paar lecker Bierchen für den ausklingenden Abend an Deck. Vom Supermarkt waren es nur noch etwa 2km bis zum Fährterminal, an dem wir pünktlich ankamen. Das Check-In war wie erwartet problemlos und so hatten wir schon unsere (elektronischen) Kabineschlüssel, bevor wir das Schiff überhaupt betreten hatten. Ich hatte extra vorher taktisch gepackt (man sammelt ja auf solche Überfahrten seine Erfahrungen), so das ich alles benötigte in meinem rechten Koffer hatte. Das stellte sich in diesem Falle aber als gar nicht nötig heraus: Im Gegensatz zu Korsika und Sardinien standen die Motorräder hier nicht links am Rand sondern im Pulk. Man kam also auch prima an den linken Koffer, zudem gab es mehr als genug Zurrbänder und auch Bodenbefestigungen. Wirklich sehr gut!


Was man allerdings von der Befestigungsfähigkeit so einigen Mitreisenden nicht behaupten kann. Ich denke mal rund 1/4 aller Mitfahrer hatten noch nie ihre Maschine verzurrt. Was da zu sehen war: Die Spanngurte direkt über die Gabeldichtungen bis quer über die Sitzbank abgespannt war alles dabei.... Oh weia! Nachdem wir unsere Böcke verzurrt hatten ging es zu unsere Kabine auf Deck 9. Immerhin mit Fahrstuhl, der zwar etwas chaotisch hin und herfuhr, uns aber schließlich ans Ziel brachte. Die Kabine war zudem auch geräumiger als die Variante auf dem Weg nach Sardinien. Dort hatte man zwischen den Stockbetten ja kaum 40cm Platz, hier waren es wohl etwa 1m. Feinfein.


Wir zogen uns also um, schnappten uns unseren Proviant und suchten uns ein feines Plätzchen achtern. Wir hatten es uns noch nicht richtig gemütlich gemacht, da legten die Fähre auch schon ab. Mit richtiger Auslaufmusik (ein knackiger Marsch) ging es Richtung Nordsee. Für uns gab es nun erst einmal Abendbrot und dazu ein paar Bierchen. Relativ schnell waren unseren Getränkereserven aufgebraucht und so kauften wir im großen Shop an Bord doch noch Nachschub. Da der Wind später auch am Heck ganz schön pfiff suchten wir uns noch ein anderes Plätzchen an Backbord bevor es dann nach einer Dusche in die Koje ging
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Hier die gefahrene Tagesroute:



Freitag, der 18.05.
Der nächste Morgen begann dann wie wohl auf einer Fähre üblich: Mit dem Blick aus dem Kabinenfenster (hier hatten wir ja eins). Leider sah das nicht wirklich gut aus. Derbe grau draussen und zudem wohl auch regnerisch. Naja, eigentlich keine wirkliche Überraschung, wenn man die britische Insel besucht. So gab es das Frühstück in der Kabine und erst danach ging es in die Klamotten und an Deck. So langsam näherten wir uns auch der Hafeneinfahrt von Newcastle Upon Tyne und inzwischen war es zumindest trocken und generell schon wieder etwas heller. Also mit Sack und Pack runter auf unser Parkdeck, Koffer und Tankrucksack wieder ans Mopped und das Navi verkabelt. Die Spanngurte los und warten, bis die große Luke auf geht. Irgendwann war es soweit und in einem großen Korso ging es raus an Land. Dann noch einmal eine Passkontrolle (mit Schengen ist hier nix) und ab dafür. Gleich nach dem Verlassen des Hafengeländes wird die Sache mit dem Linksverkehr ordentlich auf die Probe gestellt: Breite, zweispurige Straßen und diverse große Kreisverkehre (Roundabouts) warten auf die Inselfrischlinge. Naja, in einer Art Konvoi ist das nun alles nicht so schwer und mit dem Mopped hat man ja generell weniger Probleme, Lenker auf der falschen Seite ist ja nicht. Eigentlich ging die Gewöhnung sogar recht flott, beim Abbiegen muss man sich anfangs halt etwas mehr konzentrieren.


Unser erstes Ziel sollte der Hadrianswall sein, jene römische Befestigungsanlage, die quer durch Nordengland verläuft. Im Prinzip kommt man eh daran vorbei, also sucht man sich eine Stelle, wo man möglichst auch noch etwas davon sieht. So führte uns der Weg zunächst Richtung Osten, schon bald setzten wieder leichte Schauer ein. Die waren allerdings nicht wirklich schlimm. So viel, wie man nassregnete, so viel wurden wir auch wieder vom Fahrtwind getrocknet. Nordwestlich von Hexham passierten wir dann den Wall und machten eine weitere kleine Pause, anschauen und Fotos schießen. Dann entschlossen wir uns doch, besser mal die Regensachen anzuziehen. Der Niederschlag war nach wie vor nicht so schlimm, aber das ist halt ein schleichender Prozess: Irgendwann werden die Sachen halt nass und die dann wieder trocken zu bekommen könnte ein Problem werden. So fuhren wir dann weiter durch Nordengland und die Strecken waren deutlich interessanter, als ich sie auf der Karte erwartet hatte. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass wir natürlich eher kleinere Landstraßen fuhren und eben diese hier eher in die Landschaft hineingebaut werden. Also jede Kuppe und Senke im Gelände wird von dem Asphaltband mitgenommen, so gewinnt auch eine eigentlich nur eher leicht hügelige Landschaft ziemlich an fahrerischen Reiz. Natürlich wird die Strecke durch die ganzen Mauern und Sträuchern noch spannender, da viele Ecken einfach nicht wirklich gut einsehbar sind. Kurzum: Es macht schon Spaß hier zu fahren! Irgendwann kamen wir dann zur schottischen Grenze, hier machten wir wieder einen kurzen Halt für die obligatorischen Fotos. Lage hielten wir uns nicht auf, wir stranden dort doch recht ungeschützt im etwas stärker gewordenen Regen. Das mit den übergezogenen Kombis war eine gute Idee.


Wir schlängelten uns auf Nebestrecken durch das dicht bevölkerte Band zwischen Edinburgh und Glasgow bis nach Stirling. Hier am Fuße des Wallace-Monument war unser erstes angepeiltes Ziel. Inzwischen hatte der Regen auch fast wieder aufgehört, so gab es die erste richtige Pause inkl. ein Besuch des Souvenir-Shops. Hier kaufte ich mir auch gleich einen schönen Schottland-Aufkleber für meine Koffer. Man will ja schließlich dort seine Ziele verewigen und wer weiß, ob man später noch dazu kommt bzw. so einen findet. Außerdem fand ich noch ein feines, kleines Heftchen über schottische Jugendherbergen. Auch eingesteckt, man weiß ja nie! Weiter ging es dann nach Callander, das zweite Ziel. Obwohl sich das jetzt nicht wirklich lohnte. In Reiseführern tauchte dieses Städtchen in Verbinung mit Rob Roy auf, ein wirklicher Zusammenhang erschloss sich uns vor Ort aber nicht. Inzwischen hatten wir auch schon so einige km abgerissen und da das Wetter nach wie vor recht wechselhaft war, sollte die kommende Nacht nicht in unseren Zelten verbracht werden. Ist nicht so ideal um die Regensachen auszubreiten usw. Vorher hatte ich unweit von Callander einen kleinen Campingplatz entdeckt, der neben Stellplätzen auch noch kleine Holzhütten, sog. Wigwams anbot. Also nichts wie hin.... Dort angekommen war der Regen auch wieder etwas stärker, also wohl die richtige Wahl. Dummerweise waren alle Holzhütten schon belegt. Schade....


So kam dann gleich das Hostel-Heftchen zum Einsatz, wir fanden als nahestes Ziel eine große Herberge am Ufer vom Loch Lomond, etwa 40km entfernt. Kurz angerufen und schon war klar, dass wir dort noch freie Betten bekommen können. Nun also auch noch die letzten nassen km abgerissen, vor Ort wurden wir dann aber äußerst positiv überrascht. Dieses Hostel ist ein Schloss! Sehr fein.... Wir checkten ein, zahlten pro Nase/Nacht 19£ und trugen unsere Sachen durch ein fürstliches Treppenhaus ganz nach oben. Obwohl wir nur Betten genommen hatten, fanden wir ein komplett leeres Zimmer vor. Da auch jede Jugendherberge über eine große, frei nutzbare Küche verfügt machten wir uns noch einmal kurz auf den Weg in das naheliegende Alexandria um uns Abendessen zu kaufen. Pasta Bolognese - nicht originell aber einfach, schnell und lecker! Dazu einige Bierchen und Frühstück für den nächsten Morgen!


Mit den Nudeln hatten wir uns aber doch etwas verschätzt, 1kg war dann doch leicht zu viel. Aber Ronnie hatte einen Gefrierbeutel dabei, so kamen die Spirellis mit ins Reisegepäck. An den kommenden Tagen sollten wir dafür sicher noch Verwendung finden. Beim Kochen lernten wir dann noch eine deutsche Reisegruppe kennen, die alle 10 Jahre zu einer großen Schottlandtour aufbrachen. Inzwischen waren sie 16 Leute mit 6 Autos. Da bin ich doch froh, dass ich im kleineren Kreise reise. Später sprachen wir noch draussen mit einer der Reisegruppenmitfahrer, die unseren Reiseplan dann doch viel zu hektisch fand. Wir sollten uns auf jeden Fall mehr Zeit für Skye nehmen, minimum 3 oder 4 Tage. Nunja, das war dann doch nicht drin. Wir haben halt nur 12 Tage und wenn wir diese nur in einer Ecke Schottland verbringen wollten, hätten wir ja auch mit dem Fahrrad kommen können. Nach deren täglichen Fahrstrecke gefragt war der Unterschied auch schnell ausgemacht: Die fuhren mit ihren 6 Fahrzeugen etwa 60km am Tage, wir meist um die 300km. So ein paar Infos griffen wir aber auch so noch ab und Skye sollte eh in den nächsten Tagen folgen. Später traf auch noch die Gruppe Can-Am Spyder-Fahrer (sportliche Trikes) ein, die schon mit uns auf der Fähre waren. Nach eine ausgiebigen Hausbesichtigung ging es dann in die Betten, am nächsten Tag sollte es früh weiter gehen.

Die Tagestour:



Samstag, der 19.05.
Der nächste Morgen empfing uns zwar mit Wolken, aber die waren bei weitem nicht mehr so dicht wie am Vortag und trocken war es auch. Wir packten also unseren Kram zusammen und nachdem alles auf den Moppeds verstaut war gönnten wir uns noch das am Vortag gekaufte Frühstück im Speiseraum. Unsere Tagestour sollte uns möglichst bis nahe der Isle of Skye bringen, das machten wir aber vom Wetter abhängig. Zunächst ging es kurz auf die Hauptstraße am Loch Lomand entlang, dann bogen wir auf eine kleine Nebestraße ab und wollten lieber einen Schleichweg am Loch Long entlang nehmen. Das klappte nicht so ganz (das kommt davon, wenn man nach Karten fährt) und so fanden wir uns einige km weiter doch wieder auf der Hauptstraße wieder. Nun gut, auch egal. So weit sollte es ja dort nicht lang gehen. Als erstes Zwischenziel lag dann Inveray auf unserer Route, kurz vor dem Städtchen hatten wir auf einer Brücke dann eine wundervolle Panoramasicht auf das örtliche Schloss. Also gleich mal abbiegen! So machten wir an einem Seitentor des Castles eine kleine Pause. Näher heran kamen wir ohne Eintritt zu zahlen nämlich nicht. Von ihr nutze ich das Navi dann für eine Ort zu Ort-Routenführung. So muss man halt nicht ständig auf die Karte glotzen.


Danach folgte eine leichter Verwirrung im Ort, wo es denn nun weiter geht. Die eigentlich nach Hauptstraße aussehende Route verlief sich nämlich in der Stadt und so mussten wir etwas nach unserer Ausfahrt suchen. Die lag nämlich direkt an einer Kurve an der Straße zum Schloss und die Wege lagen für das Navi zu dicht beisammen, so dass es gerne mal von einer zur anderen Straße sprang. Außerdem (das Hauptproblem) sah diese Piste nicht nach einer Ausfallstraße aus. Egal, irgendwann ging es dann doch weiter. Bevor uns die A85 direkt zum "Eingang" des landschaftlich durch seine Weite bekannte Glen Coe brachte, bogen wir in den (?) Glen Orchy ab. Tolle Landschaft, kleine schnuckelinge Straße, schönes, wildes Flüsschen. Hier bekamne wir das erste mal richtig Lust auf wildes Camping, denn so einige wunderschöne Stellen waren eben mit Zelten belegt. Wir machten dann an einer schmalen Brücke halt, die an einer sehr felsigen Stelle des Flusses lag. Inzwischen war es weiter aufgeklart und die Sonne lachte sogar teilweise. Weiter ging es die B8074 entlang und schließlich über die A82 in den Glen Coe hinein. Hier kommt man sich dann erstmal so richtig mickrig vor. Die lange Straße nimmt kein Ende und die hohen Berge am Rande des weiten Tals schleichen nur vorbei. Das ganze komprimiert sich dann auf dem Sackgassen-Abstecher in den Glen Etive. Eine enge, kurvige und hügelige Straße führt zum Loch Etive am Ende des Tals. Alles von vorher sozusagen als Konzentrat. Am Ende der Straße war ein Parkplatz, an dem wir auf eine Gruppe junger englischer Kletterer trafen. Ihnen gehörte unser Respekt, als sie uns ihr Tagesziel zeigten. Mir ist es immer ein Rätsel, wie man an solchen Wänden überhaupt hochklettern kann...


Dann ging es zurück und den Rest des Glen Coe's entlang. Am Ende dieser langen, oftmals gerade Passage war uns doch wieder etwas nach Kurven, so machten wir den Schlenker um das Loch Leven mit den Dörfechen Kinlochleven und Kinlochmore herum. Danach war der Kurvenakku wieder gefüllt.


Weiter führte uns der Weg nach Fort William, dem Hauptort des Highlands-Tourismus. Hier um die Ecke steht der Ben Nevis, der höchste Berg Großbritanniens. Der war, wie viele der Munros hier oben, noch mit Schnee bedeckt. Wir fuhren aber direkt weiter durch den Glen Albyn am Loch Lochy (heisst wirklich so!) entlang um dann schließlich auf die A87 abzubiegen, die direkt bis auf die Isle of Skye verläuft. Am Ende des Glen Shiel schauten wir uns nach möglichen Campingplätzen um. Die ersten beiden fielen dann heraus, weil die nahe Infrastruktur keinen Fernseher hergab: Es war nämlich der Tag des Champions League-Finale gekommen, das wollten wir natürlich sehen! Das nahe Restaurant war zu (und es sah dem Zustand nach auch nicht nach einer baldigen Öffnung aus) und so fuhren wir weiter. Bald kamen wir an dem berühmten Eilean Donan Castel vorbei, welches schon in Highlander als Kulisse herhalten musste (und dort ganz woanders verortet wurde), da musste natürlich noch Zeit für ein Foto sein. Wenige km weiter fanden wir einen netten Campingplatz direkt neben einem Hotel, an dem eine kleiner Pub angeschlossen war. Hier sollte Fußball laufen! Damit hatten wir unser Tagesziel erreicht: Einen Fernseher zum Fußball schauen und das nur noch wenige km bis zur Skye Bridge.


So machten wir uns auf dem sehr gepflegten Platz (ist hier übrigens Standard, wie sich noch herausstellen sollte) gleich mal an das Aufbauen der Zelte und kamen an diesem Tage das erste mal mit Schottland's gefüchtesten Vertreter der Tierwelt in Kontakt: Den Midges. Unglaublich kleinen Mücken, die immer in riesiger Anzahl auftreten und quasi überall hindurchschglüpfen und entsprechen stechen können. Boah, was sind die nervig!!! Was man auch schon daran erkennen kann, dass es extra Vorhersageseiten dazu im Internet gibt! Eigentlich muss man ständig in Bewegung bleiben um nicht von denen behelligt zu werden! Mit schaudern mussten wir an dieser Stelle an die Hochsaison im Sommer dneken, jetzt im Mai ist es eigentlich noch ruhig um diese Viehcher. So holte Ronnie aus dem Hotel noch ein paar Bierchen und wir gingen ans Meer. Hier war zumindest noch ein leichtes Windchen, so dass wir einigermaßen unsere Ruhe vor den Plagegeistern hatten. Später ging es dann in den Pub um das Fußballspiel anzusehen und uns ein Abendessen zu gönnen. Interessanterweise waren die meisten Gäste dort für die Bayern, die Schotten haben es wohl nach wie vor nicht so mit englischen Vereinen, aber selbst jemand im ManU-Trickot hielt zu den Münchnern. Wie die Sache ausging ist wohl hingänglich bekannt. Naja, wir probierten uns durch die am Zapfhahn angebotenen Biere (von sehr süffig und lecker bis dürre Plörre) und hatten lecker gegessen. Immerhin. Dann gab es am Ufer noch einen Absacker und ab ins Bett.

 Die Tagestour:



Sonntag, der 20.05.
An diesem Tag stand also Skye auf dem Programm. Wir hatten ja schon viel davon gehört und es gilt als einer der Must-Haves in Schottland. Das erste mal kam an diesem Morgen Ronnie's Gaskocher zum Einsatz, der mich wirklich begeisterte! Ich kannte bisher nur diese Stechkartuschen, bei denen dann der Brenneraufsatz montiert bleibt. Das ist natürlich recht sperrig. Dieses Modell hatte eine Kartusche mit Schraubverschluss, so dass der (zusammenklappbare) Brenner immer demontiert werden konnte. Zudem hat der Kochaufsatz eine beeindruckende Leistung, in kürzester Zeit war der ganze Topf voller Wasser für unseren Kaffee heiß. Da schwebten dann eine Heizleistung von 3-4 kW im Raum, Donnerwetter! Bei nochmals besserem Wetter machten wir uns also nach dem Frühstück auf den Weg, eine ganze Umrundung stand auf dem Plan. Das erste Teilstück nach der Brücke ist dann nicht so wahnsinnig interessant, es geht erstmal geradeaus durch leicht hügelige Landschaft, erst hinter Broadford wird es dann spannender. Dort tankten wir und danach tauschten Ronnie und ich erstmal die Moppeds, bisher kam ich noch gar nicht dazu seine 11er ZRX zu fahren. Der Umstieg war anfangs doch ein derber Unterschied, die ZRX ist im Vergleich zur schmal bereiften Ténéré (und auch zur 9er Hornet) schon ein ziemliches Eisenschwein. Aber der Motor ist ja schon bärig, Drehzahl scheint eigentlich egal zu sein, der Motor drückt immer. Mein Eintopf ist da mit seinem recht schmalen Drehzahlband und den Vibrationen doch etwas anstrengender. Bei der Fahrerei konnte/musste ich dann allerdings auch bestätigen, was mir die anderen beiden Mitfahrer schon vorher sagten: Meine Enduro mieft ganz schön. Sie mag ja doch schon etwas Öl, was man dann auch am Kennzeichen der Auspuffseite sieht. Naja... und halt auch riecht. Am Loch Sligachan kamen wir dann an einem Wasserfall vorbei, da mussten wir natürlich wieder anhalten.


Es wurde einsamer, die Berge höher und rücken näher an die Küstenstraße heran. Je weiter man nach Norden kommt, umso rauer wird alles. Das war schon beeindruckend, zumal der Wind hier auch amtlich pfiff. So machten wir dann oberhalb der Steilküste bei tollem Panorama eine längere Pause. Etwas später folgte dann noch das obligatorische Foto vor einer der roten Telefonzellen, die hier überall in der Landschaft herumstehen, oft an Abbiegungen/Kreuzungen der kleinen Nebenstraßen.


Nachdem nun der Nordosten der Insel erreicht war ging es weiter gen Westen. Am Loch Dunvegan angekommen fuhren wir einen kleinen Abstecher zum gleichnamigen Schloss. Dieses konnte man vom Parkplatz allerdings nicht einsehen und so sparten wir uns den Eintritt. Während ich auf Toilette ging haben sich Uwe und Ronnie allerdings an der Kasse vorbeigemogelt, natürlich spontan und somit ohne mir etwas zu sagen. So konnten sie wenigsten das Schloss und die Gärten sehen, hinein kamen sie ohne Ticket aber nicht. Ich stand dann eine knappe halbe Stunde etwas doof in der Gegend und da die Sonne inzwischen immermehr schien ging ich zwischendurch in den schattigen Wald neben dem Parkplatz. Irgendwann kamen die beiden aber dann doch zurück und so konnten wir weiterfahren. Jetzt folgte eine lange Sackgasse zum Neist Point mit seinem markanten Leuchtturm am Ende der Felszunge. Der Ausflug lohnt sich auf jeden Fall, eine grandiose Aussicht von und auf die hohen Felsen der Küste!


Erst schauten wir etwas dumm aus der Wäsche, da das Lighthouse direkt hinter einem hohen Felsen versteckt war. Den langen Fußweg hinunter wollten wir aber nun auch nicht in Angriff nehmen (man muss ja schließlich auf dem Rückweg wieder hoch zum Parkplatz und das in den Moppedsachen). Aber wenn man sich weit genug über das Felsplateau zur Seite bewegt kommt das Bauwerk doch irgendwann ins Blickfeld. Danach ging es zurück und an der Westküste Richtung Süden. Die spektakuläre Landschaft der Ostküste war hier dann allerdings verschwunden und so war der Rest der Rückfahrt eher weniger aufregend. Wir kamen wieder am Loch Sligachan vorbei und tankten auch wieder in Broadford. Direkt neben der Tanke war ein Supermarkt, so dass wir uns auch gleich mit Proviant eindecken konnten. Da wir ja heute ohne großes Gepäck unterwegs waren entscheiden wir uns für Wein statt Bier. Zudem hatten wir ja noch unseren Sack voller Nudeln, die dann mit einer durch Thunfisch verfeinerten Soße kredenzt werden sollte. Leider war es inzwischen auch schon später geworden als gedacht, so dass wir einen weiteren Abstecher an die Südküste von Skye auf den nächsten Tag verschieben mussten. Somit ging es zurück zum Campingplatz und an diesem Tage beherzigten wir die Erkenntnis des Vortages: Möglichst immer in Bewegung bleiben, so dass die Midges einen erst gar nicht groß als Ziel aussuchen.


Also Moppeds hinstellen, Klamottenwechsel und dann den Kochkram schnappen. Das klappte soweit ganz gut, zudem war die Mückenplage an diesem Tage auch deutlich schwächer als am Vortag. Zur Sicherheit kochten wir aber im geschlossenen Wasch- und Spülraum nebenan. Wieder brauchte der Kocher nur wenige Minuten um unser Essen zu erhitzen. Also wenn ich mir auch mal einen Campingkocher kaufen sollte, weiß ich jetzt schon was es für einer wird! Danach ging es wie gehabt ans Wasser, wir setzen uns auf einige großen Steine und tranken unseren leckeren Rotwein, dazu hatten wir herrliches Abendlicht der immer mehr die Oberhand gewinnenden Sonne.
Später zurck am Platz kam es mir dann doch mal in den Sinn, den Ölstand meiner Ténéré zu kontrollieren. Das fuhr mir einen ziemlichen Schreck in die Glieder, da der peilstab vollkommen trocken war!
Das ist hier ganz konkret noch nicht so tragisch, dass der Bock eine Trockensumpfschmierung hat, also den Öltank oben und das Schmiermittel immer im Kreis pumpt. Es handelte sich daher nicht um eine ausgetrocknete Ölwanne. Aber da sollte doch bald mal etwas nachgefüllt werden!

Die gefahrene Strecke:



Montag, der 21.05.
Heute sollte es dann nochmal nach Skye und später weiter die Westküste entlang (mal mehr, mal weniger) gen Norden gehen. Das Wetter hatte sich auch weiter gebessert, die Wolken waren erneut weniger geworden und so kamen wir schon beim Abbauen ohne Schatten leicht ins Schwitzen. Bevor wir uns endgültig vom Loch Alsh verabschiedeten wollten wir aber auch noch das Eilean Donan Castle besichtigen. Wenigstens ein Schloss sollte auch von innen gesehen werden und wenn wir nun schon direkt in der Nähe von einem waren, was zudem noch eins der bekanntesten ist... Also flott zurück und diesesmal gibts auch noch Fotos mit nicht so düsterem Himmel. Der Eintritt war bezahlbar und es war auch recht nett aufbereitet und schön anzusehen. Zudem konnte man das Panorama aus der Burg heraus genießen. Ja doch, auch dieser Besuch hat sich gelohnt.


Nun ging es die Straße zurück und weiter über die Brücke nach Skye. An der Südküste soll es angeblich (behauptete Uwe) tolle Sandstrände geben. Da aber keiner so genau wusste was, wie und wo fuhren wir einfach in Broadford auf die B8083 Richtung Elgol ab. Das klingt schon ziemlich nach Orten aus Tolkiens Welt, das muss doch gut sein. In der Tat war diese Strecke landschaftlich wieder ziemlich reizvoll, wir umrundeten Loch Slapin und kamen dann an eine Art Parkplatz, an dem es zunächst nicht weiter ging. Ein Verkehrsposten hielt uns an. Ich weiß immer noch nicht, ob die Strecke ab hier dauerhaft nur einspurig zu befahren ist (Single Road Tracks gibt es ja zur Genüge) oder ob sich unterwegs eine Baustelle befand. Jedenfalls sollten wir uns auf eine etwas längere Pause einrichten, so fragte Ronnie den Menschen einfach mal, ob die Weiterfahrt überhaupt lohnen würde. Dieser meinte dann aber sofort, dass das eigentlich nur sinnig wäre, wenn man mit einer der kleinen Fähren zu den Nachbarinseln übersetzen will und Strände gäbe es dort auch nicht so wirklich. OK, damit war die Entscheidung gefallen. Kehrt und wieder zurück. Kurz darauf machten wir noch an einem alten Friedhof samt halb zerfallener Kirche eine Pause.


Hier stehen die meisten Kirchen samt Friedhöfen eher außerhalb der Orte oder am Stadtrand, ganz im Gegenteil wie bei uns. Interessanterweise war dieser Friedhof nicht nur alt, es gab Gräber aus dem 18. Jahrhundert, aber auch welch aus den 1990er Jahren. Nach diesem Stopp ging es dann wieder zurück nach Broadford, tanken stand an. Leider bekam ich hier aber kein motorradtaugliches Motoröl. :-(
Nun ging es aber endlich Richtung "neue Straßen", nach der Brücke fuhren wir die Küstenstraße entlang bis nach Plockton. In diesem netten Städtchen gab es dann wieder ein Pause. Es war gerade Ebbe, so dass die kleine Bucht am Hafen fast gänzlich trocken war. Uwe und Ronnie wollten sich etwas zu essen holen und ich ging dann die paar Meter druch das Hafenbecken zu der kleinen Insel rüber. Danach probierte ich dann doch noch etwas von den Fish & Chips. Eigentlich mag ich keinen Fisch, aber "Seelachs" o.ä., wie es auch in Fischstäbchen landet ist ja nicht wirklich sehr "fischig" und daher auch für meinen Gaumen essbar.


Nach dem Besuch in diesem kleinen Städtchen fuhren wir noch zum benachbarten Duncraig Castle samt der angeschlossenen kleinen Bahnstation, von der man nochmal einen schönen Blick auf die kleine Bucht hat.

 

Darauf folgten dann einige km richtig schön kurvige Single Track Roads, zudem durch viel schattigen Wald. Recht ungewöhnlich in Schottland. Dann folgten wir dem Wasserverlauf des nächsten Fjordes (die hier auch alle Loch heissen, ebenso wie die Seen). Während der Fahrt vernahm dann jeder von uns irgend ein lauter werdendes "motorisches" Geräusch. Ich wollte gerade versuchen, die Quelle an meiner Maschine zu orten als nur wenige dutzend Meter neben uns und kaum höher ein rieser Hubschrauber a la SeaKing an uns vorbeidröhnte! Allewetter, das war schon ein Boha-Erlebnis! Meine Güte, mit sowas rechnet man ja nun nicht. Der Heli folgte dem Wasserverlauf und verschwand dann hinter einer Biegung samt Felsen. Wir umrundeten nach diesem Schrecken das Loch Carron, bogen links auf die A896 ab und kamen zum Loch Kishorn. Hier verließen wir diese Straße und dann kam eins der großen Highlights: Der Applecross-Pass! Diese Straße ist hier wirklich herausragend und kann es mit ihrem Verlauf und Panorama durchaus mit diversen Alpenpässen aufnehmen! Schmale Straße, raue hohe Berge links und rechts und zahlreiche Serpentinen, dazu Steigung bis etwa 20%. Die eigentliche Passstraße heisst Bealach na Bà und führt von Meeresniveau auf 626m hinauf. Oben erwartet einen dann auch noch großartige Aussichten auf beide Seiten der Halbinsel, die bis ins frühe 20. Jahrhundert nur per Boot erreichbar war. An einer kleinen Schneeballschlacht kam Ronnie dann auch nicht vorbei.


Auf der anderen Seite ging es dann runter nach Applecross, ein Ort der eigentlich nur aus einer längeren Häuserzeile besteht. Also nichts, was einen zum Anhalten bringt. Das kam dann einige km später: Da war er endlich, der große Strand, den wir noch am Morgen gesucht hatten! Hier schlug nun die Stunde der beiden Naturburschen (ich gehörte nicht dazu), jetzt sollte die Badehose endlich zum Einsatz kommen. Leider war am Ende dieser kleinen Stichstraße eine Landebasis des Militärs, so dass diese recht weit oben an einem Parkplatz abgesperrt war. Also doch etwas weiter zu Fuß als zunächst gedacht. Egal, der schöne Strand entschädigte. Ronnie war als erstes im Wasser und kurz darauf ließ sich Uwe dann auch nicht mehr bitten. Ich ließ mir den Wind um die Nase wehen, machte Fotos und bestaunte die beiden genauso wie die kleine Gruppe, die mit ihren Hunden hier am Strand war.

 

Nach dieser Abkühlung (das war sie wirklich!) ging es dann weiter um die Halbinsel herum. Wirkliche Orte gab es hier kaum noch, ab und an waren kleine Ansammlungen von Häusern zu sehen, manchmal sogar mit Schule (!), aber nie war so etwas wie ein kleiner Supermarkt dabei. Inzwischen war es auch 18 Uhr durch, daher wurde es immer unwahrscheinlicher noch einkaufen zu können. Irgendwann kamen wir auch wieder auf die A896, der wir dann landeinwärts folgten. Kurz darauf kam doch noch so etwas wie ein Dörf: Shieldaig. Ein paar Bed & Breakfast-Häuser und ein Hotel, wieder kein Laden. Aber hier gab es einen öffentlichen Campingplatz oberhalb der Promenade. Das Sanitärhäuschen war allerdings unten am Meer und zudem windete es hier oberhalb nicht schlecht. Nee, das war es noch nicht, wir fuhren weiter. Schließlich ging die Hauptstraße nach Torridon ab, das sich eher als noch kleiner als das letzte Kaff entpuppte. So langsam war es spät genug und wir hatten alle keine Lust mehr. Außerdem war auf der Karte auch sonst keine Ortschaft in der Nähe zu entdecken und hier gab es zumindest eine Jugendherberge. Da diese auch immer einen Küche habe kann man dort in der Regel sowas wie Grundnahrungsmittel erwerben. Und in der tat: Heinz' Baked Beans wurden feilgeboten! Davon kauften wir uns dann gleich mal 3 Dosen und das Abendessen war zumindest gesichert. Bier oder Wein ist dort natürlich nicht zu bekommen, aber immerhin Wasser/Limo. Dafür erfuhren wir von einem weiteren öffentlichen Campingplatz nur wenige 100m weiter. Dieser sah deutlich einladender aus als der letzte und das Waschhäuschen war auch direkt nebenan. Somit hatten wir unser heutiges Nachtlager gefunden!


Kaum geparkt und abgestiegen blinzelte uns etwas metallisches von Ronnie's Hinterreifen an: Die Karkasse blitzte durch das Gummi hindurch! Donnerwetter, das ging jetzt aber deutlich schneller als wir alle erwartet hätten! OK, die Planänderung stand nun fest: TOP 1 auf der Liste für morgen: Einen Reifenhändler finden! Ronnie kontaktierte gleich seinen Bekannten, der solle sich mal schlau machen. Nun aber erstmal die Hütten für die Nacht herrichten. Nach dem Aufbauen der Zelte erinnerten wir uns noch an ein Hotel mit Restaurant einige km vor dem Ort. Dort sollte doch ein Bierchen zu bekommen sein! Uwe setzte sich also wieder auf seine MT-03 und brauste los. (Trapper-)Ronnie nahm inzwischen sein kleines Reisebeil und ging ins nahe Unterholz. Ein schönes Lagerfeuer sollte nun her, das würde sicher auch die Midges etwas vertreiben. Kurz darauf kam Uwe zurück und mit ihm eine ganze Plastiktüte voller Bierdosen!


So richteten wir uns nett ein, machten das Feuerchen und dazu Baked Beans mit lecker Bierchen. Inzwischen gab es auch eine Rückmeldung wegen des Reifenproblems: In Inverness gibt es wohl DEN Moppedhändler schlechthin in Schottland außerhalb der Ballungsräume Edinburgh/Glasgow, da sollte ein Reifen zu bekommen sein. Liegt zwar an der anderen Seite (Ostküste), aber das Gebiet ist von der Größe überschaubar und bevor man jetzt hier in diesem sehr ländlichen Gebiet der westlichen Highlands auf die Suche macht, fahren wir doch lieber flott rüber.
Dann besuchte ich erst einmal das Waschhaus, dieses war natürlich nicht mit den anderen auf einem "normalen" Campingplatz zu vergleichen. Aber war zum Glück auch weit von dem Niveau eines Autobahnparkplatzes entfernt. Frisch geduscht ging es zum Zelt zurück. Etwas später gesellte sich dann noch ein kleiner Border Collie zu uns. Erst dachten wir, der gehört zu den beiden Radfahrern, mit denen er erschien. Aber nachdem sich die ins Zelt zurück gezogen hatten und der Hund immer noch da war schien das wohl nicht der Fall zu sein.... Der Hund war auf jeden Fall sehr anhänglich und ließ sich gerne von jedem ausgiebig streicheln, bevor er irgendwann durchs Gebüsch verschwand. Wie auch ich kurz später ins Zelt.

Die gefahrene Route:



Dienstag, der 22.05. 
Der neue Morgen begrüßte uns wieder mit Sonnenschein und so packten wir flott zusammen, Frühstück wollten wir uns unterwegs besorgen. Also alles verstaut und ab Richtung Inverness. Ronnie fuhr als erstes vom Platz, weil er noch mal schnell die sanitären Anlagen besuchen wollte. Als wir folgen wollten, sprang Uwe's Maschine nicht an. Sie orgelte lustig vor sich hin, der Motor startete aber nicht. Komisch, der Einspritzer ist für gewöhnlich beim ersten Knopfdruck da (so wie übrigens meine betagte Ténéré im gesamten Urlaub! Die mag es nur nicht, wenn sie länger gestanden hat.). Nach einigen derben Flüchen (in gewissen Situationen könnte Uwe's zweiter Vorname auch Tourette lauten) schob er seine kleine Yamaha auch vom Gelände. An der Straße gab es ein passendes Gefälle, dann halt anrollen. Aber auch er ging dann doch noch mal pinkeln. Kaum weg, kam Ronnie zurück und ich klärte ihn über die Situation auf. Der schaute fragend aus der Wäsche, ging zur MT-03, machte die Zündung an, drückte den Knopf... *BRUMMM*. 
Wo denn jetzt das Problem wäre...? 
Kurz darauf tauchte auch der überraschte Uwe wieder auf und wir konnten los. Wir folgten direkt den Hauptstraßen (A896 und A832) und fuhren durch mehr oder minder menschenleeres Gebiet. So hatten wir schon rund 65km abgerissen, bis wir endlich zu unserem Frühstück (in Contin) kamen. Dafür ab es vor dem kleinen Laden auch gleich eine Picknickbank. Inzwischen tat die Sonne das, was sie in Schottland für gewöhnlich eher nicht tut. Ab heute begann die Zeit, wo man sich besser in den Schatten stellte, wenn eine Pause anstand. Nach der Stärkung fanden wir nur wenige Meter weiter auch gleich eine Tankstelle, die hatten zwar wie erwartet Sprit, aber wieder kein Motoröl für mein Pony. :-(
So langsam machte ich mir doch etwas Gedanken, aber wir fuhren ja zu einem Motorradhändler, da sollte es dann endlich das ersehnte Schmiermittel geben!
Es ging weiter bis etwa 13 Meilen vor Inverness das Navi rechts abbiegen wollte. Normalerweise stellt man das ja nicht unbedingt in Frage, aber wenn die eingegebene Zieladresse IV3 8RG lautet, weiß man ja nicht so genau, was das Navi damit anstellt. Naja, wir fuhren mal sicherheitshalber weiter geradeaus Richtung Inverness. Dort angekommen drehten wir uns in der Stadt noch etwas im Kreise, weil Ronnie von seinem Bekannten noch eine alte Adresse bekommen hatte. Im Endeffekt hatte das Navi (natürlich) Recht, wir landeten dort, wo es von Anfang an hin wollte.... Vor Ort waren noch einige Kunden vor uns dran und so schauten wir uns die Reifen alle noch einmal an. Mein Tourance sah soweit noch OK aus, hat zwar auch deutlich abgenommen, aber das sollte doch noch reichen! Bei Uwe sah das inzwischen auch anders aus: Er war auch inzwischen bei der Verschleißgrenze angekommen und schon war klar, für einige Tage wird es noch reichen, aber nicht für die gesammte Tour. Kurzum: Sicherheitshalber lieber auch jetzt schon wechseln. Wir wollen ja schließlich noch weiter in den Norden und ob dort irgendwann Ersatz zu bekommen ist? 


Wir wurden flott und kompetent bedient (glaube, es war der Chef persönlich). Ronnie's runtergefahrenen Dunlop RoadSmart hatte er nicht am Lager (zudem in 170er Dimension), könne aber jeden Reifen innerhalb eines Tages besorgen. Gut, einen Tag vertrödeln bringt da nichts, zumal nach der Tour der vordere Pneu sicher auch fällig ist. Am Lager hatte Mitchells überwiegens das Sortiment von Bridgestone und Michelin, wobei der Tipp klar Richtung des angebotenen BT023 ging. Wir wurden ausführlich über die Rauhigkeit des Straßenbelags aufgeklärt und das die Michelin hier deutlich schneller verschleißen, weil sie durchweg sportlicher wären (und daher nicht so lange halten). Ich beschäftige mich ja nun schon lange mit dem Thema Reifen und beobachte den Markt da recht genau, der Typ wusste nun wirklich, wovon er redet. Auch, dass wir in Germany ja nicht einfach jeden Reifen in passender Größe fahren dürfen. Respekt. Also schauten wir noch schnell nach den Freigaben: Für den Pilot Road 3 gibt es keine Freigabe, für den BT023 schon, also war die Sache entschieden. Uwe nahm dann wieder den Pilot Power, da der vordere die Tour wohl gut überstehen sollte. Beim Umziehen der Gummis fiel dem Schrauber dann aber auch gleich noch auf, dass Uwe's hintere Radlager auch so langsam den Geist aufgibt, so wurde das auch gleich gewechselt.
Inzwischen hatte ich mir endlich Motoröl besorgt und dort Schritt für Schritt nachgefüllt. Im Endeffekt war der ganze Liter nachgekippt und der Peilstab war so gerade am untersten Ende wieder im Öl.
Uiuiuiui, das war nun wirklich allerhöchste Zeit! Also gleich noch einen Liter kaufen. Davon waren noch etwa 400ml weiteren Öls nötig, um den Peistab zum Maximum zu bekommen. So, fertig!
Jedenfalls dauerte die ganze Sache kaum 1,5h und wir konnten wieder weiter! Das hatte ich so schnell nicht erwartet, zumal wir ja nicht einmal vorher wussten, ob passende Reifen zugegen sind. Toller Service! 
Falls also mal jemand in Schottland Probleme mit seinem Mopped haben sollte, fahr' zu Mitchell's Motorcycles! Da wir noch sehr gut in der Zeit lagen (es war noch nicht einmal Mittag) beschlossen wir direkt Richtung Norden zu fahren und somit erst den Nordosten zu besuchen, um dann wieder gen Westen zu ziehen. 


Um ein paar Meter zu machen, ging es zunächst einige Zeit über die Schnellstraße A9 am Cromarty Firth entlang, dann weiter nach Norden. Kurz vor der nächsten Bucht machten wir eine kurze Pause an einem Aussichtspunkt. Dort bemerkte Uwe dann ein recht loses Nummernschild. Das Blech hatte sich rund um die beiden Schrauben ziemlich losgerüttelt. Jaja, das Leid der Einzylinder. Sicherheitshalber schraubte er das Kennzeichen ab und klemmte es an die Gepäckrolle. Nun wurde das Dornoch Firth umrundet und am nördlichen Ende machten wir einen Abstecher in den gleichnamigen Ort. Dort kauften wir erst einmal etwas zu Trinken und einen kleinen Snack. 
Neben dem Supermarkt war zudem so ein kleiner "Krämerladen" (Hardware), in dem es fast alles des täglichen Gebrauchs gab: Von Küchengeräten über Geschirr und Töpfe, Wäscheleinen, Leitern, Gartengeräte, Schrauben, Werkzeug usw. Dort fanden wir auch passende Unterlegscheiben für Uwe's Kennzeichenschrauben. Solche kleinen Geschäfte sind bei uns ja inzwischen fast gänzlich verschwunden.... 


Danach ging es weiter, wir umfuhren noch das Loch Fleet und folgten dann der Küste bis zum Dunrobin Castle. Dort machten wir dann eine weitere Pause und schauten uns u.a. den tollen Garten, welcher bis zur Meer hinunter reicht, an. Kurz danach kehrten wir in Helmsdale der Küstenhauptstraße den Rücken und bogen auf die A897 ab, die uns quer durchs Inland als Single-Track Road bis zur Nordküste brachte. 
Wir fuhren durch weite Gegenden, an einem malerischen Fluss entlang in ziemlicher Einsamkeit. Einfach Wunderschön. Wer mal wirklich "raus" will, ist hier definitiv richtig! 
Inzwischen fuhr Uwe schon länger wieder auf Reserve, so bogen wir direkt links ab um im nächsten Ort vielleicht eine Tankstelle zu finden. Außerdem sollte auch bald mal ein Tagesziel folgen. Schnell stellte sich aber heraus, dass dieser eingezeichnete Ort wirklich ein ziemlich kleines Nest war. So erkundigte Ronnie sich nach einer Tankstelle, die nächste sollte aber über 20km entfernt liegen. Das bestätigte dann auch die Tankstellen-Datenbank im Navi. Nun gut, nützt ja nix. Also flott voran, so langsam wollte wir zudem auch mal ankommen. Munter ballerte Uwe also voran - auf der rechten Straßenseite!!! Argh...! 
Ich also flott hinterher, so flott mein Pony halt hergab. Oder anders: Bei Uwe's munterem Losfahren konnte ich nicht mithalten. Auch meine müde Hupe und Gewinke konnten ihn nicht erreichen. So sah ich Uwe auf der falschen Straßenseite über eine Kuppe verschwinden. Ich dachte nur: "Hoffentlich komm da keiner...!". Also ich selber oben ankam sah ich dann ihn etwa 100m weiter allein auf weitem Feld und nun wieder auf der linken, richtigen Seite fahren. Puuuh, hat er selber gemerkt. 


Nach etwa 25km kamen wir dann in Thurso an, wo wir nach einem etwas halsbrecherischem Abbiegemanöver von Uwe (jaja, die Sache mit dem gegenverkehr beim Rechtsabbiegen) an der erstbesten Tanke anhielten. Beim Bezahlen bekam ich noch mit, dass Ronnie sich nach einem Supermarkt erkundigte, ich höre noch in Fetzen sowas wie "...nach der Brücke links....". Nun also noch fix einkaufen, einen Platz suchen und fertig! Ich war als letztes mit tanken fertig und die beiden fuhren schon einmal vom Gelände, kurz darauf ich hinterher. Aber keiner mehr zu sehen.... 
Nun gut, die werden wohl etwas weiter warten, also immer geradeaus. Direkt hinter der Tankstelle sah ich dann noch einen Lidl. Prima, da hätten wir ja auch einkaufen können. Ich also weiter, immer der Straßen durch die Stadt folgend, noch immer niemand zu sehen. Schließlich kam ich über die Brücke und fand linke Hand auch den besagten Supermarkt. Nur war da auch niemand. Das gibts doch gar nicht! OK, irgendwie vertan, also wieder zurück. Auf dem Rückweg war wieder keiner zu sehen. Ich also zurück bis zur Tanke, frei nach dem Motto: Wenn wir uns verlieren, zurück zum letzten gemeinsamen Punkt. Kaum hatte ich meine Maschine ausgemacht und mich der Jacke entledigt kam auch Ronnie schon angefahren. Die beiden hatten nach dem verlassen der Tankstelle auch den Lidl entdeckt und sind direkt auf den Parkplatz abgebogen, nur leider hatte ich sie nicht gesehen. Nun gut, alle wieder zusammen. 
Also schön Proviant eingekauft und weiter ging es. Kurz hinter Castletown kamen wir dann an einem relativ einsamen Campingplatz vorbei, der kurz vor der Abfahrt nach Dunnet Head lag. Etwa einen km weiter stoppten wir und beschlossen, auf diesem einzukehren. Der Platz war wie üblich hier sehr gepflegt, wir suchten uns am Rande zu den Dünen ein schönes Eckchen und fingen an, die Zelte aufzubauen. 
Während dessen kam ein Gentleman um die 60 vom benachbarten Wohnwagen zu uns rüber und fragte, ob er uns vielleicht einen Tee oder Kaffee anbieten könne. Da sagten wir doch nicht Nein. Einige Minuten später kam er dann mit einem kleinen Tablett und den Getränken zurück, wir quatschten eine Weile und tauschten Geschichten und Ziele aus. Wirklich sehr nett! 


Danach war aber nun auch endlich Zeit für das Ankommbier, am besten unten am Strand. Nun kam aber doch noch der Pulli zum Einsatz, her an der Nordküste war es doch recht windig und damit auch frisch! Wieder waren wir an einer diese tollen Buchten mit weitem Sandstrand. Wir setzten uns auf einige dicke Betonklötze (wofür die auch immer gut sein sollten) und entspannten etwas. Wieder zurück oben am Zelt wurde der Kocher angeworfen und in Kürze waren unsere leicht veredelten Baked Beans fertig.
Ein langer und angesichts der Reifenprobleme erfolgreicher Tag ging zu Ende.

Die Tagestour:



Mittwoch, der 23.05.
Nachdem wir am Vorabend noch kurz überlegt hatten Dunnet Head zu besuchen, es dann aber gelassen haben, so stand dieser Viewpoint heute auf dem Programm. So ging es nach dem Zusammenpacken und morgendlichen Frühstück los zum nördlichsten Punkt des britischen "Festlandes" (Mainland).
Dort angekommen war es anfangs noch recht ruhig, später sollte dann eine ganze Busladung englischer Senioren die Stimmung heben. Neben einem schicken Leuchtturm gibt es zudem zwei gut besuchte Vogelfelsen, an denen man den Möwen schön beim Brüten zusehen konnen und diese einem beim Glotzen.


Weiter ging die Fahrt über die Küstenstraße bis zum königlichen Castle of Mey, welches sich als kleines aber feines Schlösschen darstellt, das auch heute noch regelmäßig von Royals für Urlaube genutzt wird. Gekauft wurde es 1952 von der inzwischen verstorbenen Queen Mum. Dann ist es allerdings natürlich nicht für Besichtigungen geöffnet. Inzwischen heizte einem die Sonne schon wieder ordentlich ein und so ging es nach kurzem Spaziergang im Schlossumfeld weiter bis nach John o’ Groats, ein Miniörtchen mit Hafen für die Fähren zu den Orkney Inseln.
Hier starteten übrigens Ewan McGregor und Charley Boorman zu ihrer zweiten großen Tour, Long Way Down nach Südafrika! Aber das wussten wir zum Zeitpunkt unseres Besuches noch nicht.


Wir machten hier eine etwas frühe Mittagspause, denn am Hafen gab es eine kleine Imbissbude mit klassischem FastFood. Ein Besuch einer weiteren Landzunge ersparten wir uns wegen des rund 2km langen Fußmarsches. Also wieder aufsatteln und weiter ging es nun etwas landeinwärts auf der A98, bis wir kurz vor Wick wieder landeinwärts gen Westen fuhren. Nun waren wir wieder komplett alleine auf schmalen Einspurstraßen unterwegs und die Landschaft bezauberte uns wieder mit tollen Panoramen. Danach ging es wieder zurück zur Küstenstraße und ein Teilstück des Vortag-Weges zurück und machten dann noch einen kurzen Stopp am Strathy Point, bzw. dort wo die öffentliche Straße aufhört.


Weiter ging es über Bettyhill - ab hier wurde die Straße wieder deutlich interessanter weil kurviger - bis nach Tongue, dort machten wir eine Runde über die Brücke und um den Kyle of Tongue herum um dann über die A836 am Loch Loyal Richtung Süden zu fahren, ein weitere Inlandsabstecher stand an.
Nach 26km kam auch der Abzweig zur B873, allerdings mit einem Hinweisschild. Baustelle, Straße ab Alltnacaillich gesperrt. Das sagte uns natürlich nichts, auf den Karten war dieser Namen unauffindbar. Eine wirkliche Alternative gab es nicht, die Umleitung war in der Richtung aus der wir kamen, die andere Route bedeutete ein viel zu langen Umweg.
Kurzes Gespräch und wir fuhren los, mit dem Mopped sollte man eigentlich die meisten Baustellen meistern können. Unterwegs kamen uns dann zwei Bullies voll mit Leuten engegen, das waren wohl die Bauarbeiter. Wir fuhren rund 18km über diese schmale Straße, bis wir endlich besagte Baustelle erreichten. Diese war recht leicht zu erkennen, stand doch ein großer Bagger quer auf der ramponierten Straße.
Direkt dahinter war eine neue Brücke zu sehen, allerdings noch ohne Anschluss an die Straße. Also sichteten wir die Lage erst einmal zu Fuß.


Die Auffahrten zur Brücke fehlten auf beiden Seiten, allerdings lagen auf der anderen Seite des Baches längere Bretter, die sollten doch zu nutzen sein. Auf der Seite stand zudem noch ein weiterer Bagger, hier aber ein kleines Modell, dafür komplett quer vor der Brücke. Egal, mit einem Brett auf der einen Seite sollte es funktionieren! Bei der Abfahrt war die Spalte nicht ganz so groß, dort war wohl kein Brett nötig.
Dafür führte der einzige Weg durch den "Schaufelbogen" des kleinen Baggers! Im Endeffekt klappte alles soweit, nur bei Ronnie's ZRX mussten wir einen Koffer abnehmen. Auf der anderen Seite angekommen machten wir am schattigen Rand eines Waldes eine kleine Pause. Genau zu dem Zeitpunkt kam aus unserer Zielrichtung ein Auto, welches wohl die gleiche Hoffnung hatte wie wir. Nur gab es für so ein Fahrzeug dort wirklich kein Durchkommen, daher machte sich der Wagen nach kurzer Zeit auf den Rückweg.


Auch wir fuhren dann weiter, kamen am Loch Hope vorbei und im gleichnamigen Ort dann wieder auf die Küstenstraße. Wir um rundeten die nächste weit ins Land reichende Bucht (Loch Eriboll) und kam dann an der steilen Felsküste weiter Richtung Durness. Kurz vor der Stadt kamen wir an einer traumhaften Bucht vorbei, welche auf einer "Zwischenebene" eine große Rasenfläche hatte.
Wir stoppten und sofort war uns allen klar, dass wir die perfekte Stelle für die nächste Übernachtung gefunden hatten! Also runter um die genau Lage zu sichten. Das war definitiv unser Platz!
Wieder oben am Parkplatz kam gerade ein junges Paar mit Rucksäcken an, sie wurden von 2 älteren Herren in feinen Sportwagen abgesetzt. Standesmäßige Anreise, muss man schon sagen! Denen sagten wir auch gleich, dass wir nur kurz einkaufen fahren und dann wieder kommen.
So machten wir es auch, leider waren die beiden Geschäfte im Ort natürlich schon wieder geschlossen. Aber auch hier gab es ein Hostel, also im Zweifel hätte es auch dort etwas gegeben.
Der kleine Laden, so erfuhren wir, würde wohl später noch einmal öffnen, ein kurzer Gegencheck vor Ort ergab wirklich eine weitere Öffnung ab 20:30 Uhr.


Also erstmal zurück zum Traumplatz und das Zelt aufbauen. Die Anderen standen noch etwas ratlos in der Gegend, als wir uns dann breit machten zogen sie einige Meter auf ein anderes Plateau weiter. Die beiden wollten wohl später ungestört sein...
Uwe und ich suchten uns eine passende Stelle für die Abfahrt von der Straße und stellten die Moppeds auch gleich beim zelt ab. Ob wir da am nächsten morgen so einach wieder hoch kommen? Uwe hatte Sportreifen montiert und meine Tourance waren auch schon ordentlich abgefahren, zudem war es nicht ganz unsteil und auch noch schief mit Grasbewuchs.
Später sollte es dann noch einmal zum Einkauf gehen und nun ließ ich den offroad erfahreneren Ronnie die Ténéré hochfahren. Es war schon ein ordentliches Anpacken und Schieben nötig, bis die Kiste wieder oben an der Straße war! Ja, vielleicht sollte ich mal ein Endurotraining machen.
Später soll der Bock dann doch besser oben am Parkplatz bleiben...
Nun aber ab zur Stadt. Der Laden war kaum mehr als ein Kiosk mit entsprechend überschaubarer Auswahl. Im Klartext lief es wieder auf etwas aufgemöbelte Baked Beans hinaus. Dazu etwas Weißbrot und lecker Bierchen. Wir besuchten noch den unten liegenden Strand (Ronnie auch gleich das Meer dazu) und machten uns einen netten Abend bei einem tollen Panorama. Wie herrlich kann das Leben sein?

Die Tagesroute:



Donnerstag, der 24.05.
Nach dem Aufstehen gab es erstmal Frühstück mit dem bekannt herrlichem Panorama. Das es wieder sonnig war, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Danach packten wir unseren Kram zusammen und sahen mal zu, dass auch Uwe's Maschine wieder auf die Straße kam. Auch das gelang nur mit Hindernissen, wie inzwischen fast erwartet bekam auch er seine Probleme mit dem seitlich geneigten Hang, gerade auch in Verbindung mit seinen Sportreifen. Das äußerte sich dann so, dass er sich einmal ganz gepflegt zur linken Seite ablegte. Da das Geläuf ja prinzipiell aus Rasen bestand war das auch nicht weiter schlimm.
Nach dem Wiederaufrichten war natürlich umso mehr Schiebearbeit nötig, aber irgendwann war auch die kleine Yamaha wieder oben. Dann fuhren wir etwa 3,5km weit Richtung Durness, um einen Stopp an der Smoo Cave einzulegen. Wir gingen die Treppe hinunter zur Höhle und schnell entschlossen wir uns, die kleine Führung mitzumachen.


Der etwas kauzige ältere Herr war sehr symphatisch und sprach zudem auch überraschend gutes deutsch. Neben uns wollte noch ein Engländer mitmachen. Wir bekamn alle bunte Bauhelme verpasst und gingen über einen Steg in die erste Höhle. Dort stiegen wir in ein kleines Schlauchboot und fuhren in die große "Halle", in die spektakulär ein kleiner Bach über einen Wasserfall hinein rauschte. Am anderen Ende ging es zu Fuß in einen Seitenarm weiter, dort gab es einen tiefen Trichter, der in weitere Höhlen führt, die nach wie vor nicht erforscht sind. Der Durchgang ist sehr klein und eng, zudem gibt es dort massive Probleme mit dem abgelagerten Sedimenten. Sobald man dort hinunter taucht wirbelt man zwangsweise so viel "Staub" auf, dass man nichts mehr sehen kann.
Nach allerlei Erklärungen ging es dann zurück. Jedenfalls lohnt sich der kurze Abstecher auf jeden Fall! Danach schauten wir uns oben noch den Durchbruch des Wasserfalls von oben an und setzten dann unsere Fahrt fort. Wir durchquerten Durness und fuhren am Kyle of Durness entlang und folgten darauf der A838 bis zum Loch Laxford, dort bogen wir auf die A894 ab und folgten nun wieder eher der Küstenlinie.
Wir durchfuhren traumhaft schöne und einsame Gegenden, wo wir uns immer mehr fragten, was denn alle so an Skye begeistert. Das hier ist war alles ungleich schöner....!


Am Loch a' Chairn Bhain bogen wir auf die B869 ab und die Landschaft samt Straßen wurde noch einmal interessanter und schöner. Dieser Schlenker bis Lochinver und die weitere Strecke am Loch Bad a'Ghaill und Loch Lurgainn entlang und folgend über die A835 gehört definitiv zu den Must-Have auf so einer Tour! Rauf und runter schlängelte sich die Straßen in die Landschaft, teilweise mit 20% Steigung/Gefälle.
Es fällt mir wirklich sehr schwer, welche Fotos ich aus diesem Abschnitt nehmen und welche ich weglassen soll. In Ullapool machten wir dann eine kleine Rast und eine verspätete Mittagspause. Dazu orderten wir dann im "Best UK Take Away" natürlich Fish & Chips.
Wo auch immer dieser Titel herkommt, er ist ziemlich übertrieben. Also nicht darauf reinfallen! Mehr als den Titel "Essbar" hatte das Mahl wirklich nicht verdient.


Weiter ging es am Loch Broom entlang, bis wir rechts auf die A832 abbogen und kurz darauf das Little Loch Broom passierten, es folgte eine weitere kurze Pause um die Aussicht auf die Gruinard Bay zu genießen und nebenbei mussten wir uns auch noch erleichtern.
 Einige km weiter erreichten wir dann den kleinen, beschaulichen Ort Poolewe. Hier entschlossen wir uns spontan zu bleiben. Wir waren inwischen weiter gekommen als wir ursprünglich angedacht hatten und hier lag ein Campingplatz direkt an einer schönen Bucht des Loch Ewe. Einige hundert Meter weiter, hinter einer Brücke über den Fluss, der die Bucht mit dem im Inland liegenden Loch Maree verbindet, gab es eine kleinen Supermarkt, so dass für alles gesorgt war. Dort kauften wir dann auch gleich Proviant.
Wir checkten beim Camping ein und suchten uns ein nettes Plätzchen nahe einer kleinen Holzhütte mit Bank und Tisch (die beim normalen schottischen Wetter sicher sinnig ist, hier aber höchstens als Schattenspender nützte) und nahe zweier Picknickbänke. Dort genossen wir das Ankommbier und danach suchte ich erst einmal die Duschen auf.


Als ich zurück kam waren die Jungs weg, wohl bei einer Ortsbegehung. Also begab ich mich auch dorthin, konnte aber niemanden finden. Auf dem Rückweg vom Campingplatz kamen mir die beiden dann entgegen. Sie waren auf einem der örtlichen Hügel gewesen und brauchten Biernachschub, daher waren sie irgendwie von hinten herum zum Zelt gegangen. Nun gut, dann machten wir uns nun zu dritt auf den Weg.
Die Aussicht von dort oben war wirklich sehr schön: Das Örtchen, der Fluss, die Bucht, das Hinterland - toll! Zunächst planten wir, hier oben den Sonnenuntergang zu genießen, allerdings passiert das hier ja wegen der nördlichen Lage recht spät, also gingen wir schon vorher wieder zurück zum Campingplatz.


Dort kümmerte ich mich erst einmal wieder um das Öl für die Ténéré, da war nämlich längst wieder Nachfüllen angesagt und die nächste Ölflasche war auch leer. Da geht aber ganz schön was durch!
Das erklärt vielleicht auch den Mief, den der Bock macht.
Naja, wir schmissen den Kocher an, tranken noch ein Bierchen und genossen den wundervollen Sonnuntergang quasi direkt am Meer. Ein Blick nach links und rechts klärte uns auf, dass wir nicht die einzigen waren, die diese Aussicht genossen. Was für ein toller Tag...!

Die gefahrene Strecke:



Freitag, der 25.05.
Der Morgen begann wie inzwischen längst üblich mit strahlendem Sonnenschein und makellos blauen Himmel. Wir fingen an unsere Sachen zusammen zu packen und danach machte sich Ronnie eben fix mit dem Mopped auf den Weg zum Supermarkt, Frühstück holen. Für die kurze Tour und dem Wetter entsprechend eher südlich "gekleidet".


Inzwischen ging ich mit meinem Hinterreifen noch einmal in mich und beschloss, diesen doch noch zu tauschen. Inzwischen war ich ziemlich an der Verschleißmarke angekommen und das lange Pfingstwochenende stand vor der Tür. Angesichts des beobachteten Verschleisses der letzten Tage würde ich damit wohl kaum noch bis nach Hause kommen und ab Sonntag wird wegen der Feiertage kein neuer Pneu zu bekommen sein. Da wir an der Westküste nun in etwa wieder an dem Punkt angekommen waren, an dem wir vor wenigen Tagen diesen Bereich ungeplant verlassen hatten, stand nun eh wieder der Wechsel Richtung Osten an. Da kämen wir eh wieder in der Gegend von Inverness vorbei. Daher beschloss ich, dass ich da doch heute gleich noch einmal einkehren werde. Wir packten also alles zusammen und machten uns auf den Weg, Teile der Strecke kannten wir ja von dem Abstecher neulich noch.
Allerdings konnten wir uns die Wirrungen beim Finden des Ladens diesesmal sparen, wir folgten mal einfachheitshalber direkt dem Navi und umfuhren Inverness südlich. Bei Mitchells angekommen stellte sich dann heraus, dass so Enduroreifen hier wohl nicht ganz so üblich sind, in der von mir benötigten Dimension schon gar nicht. Für eine dicke GS hätte es sicher etwas Passendes gegeben.
Oder anders: Am Lager hatten sie nichts passenden. Also orderte der Händler einen neuen Metzeler Tourance, der am nächsten Tag dann da wäre. OK, so war das nicht geplant, aber auch nicht so tragisch. Wir wollten eh ein Quartier am nödlichen Rand der östlichen Grampian Mountains suchen, was Luftlinie nur gut 50km von Inverness entfernt liegen würde.
Zumindest konnte ich meinen Motoröl-Vorrat schon einmal um zwei weitere Liter bereichern.


Also ging es erstmal ungetaner Dinge weiter. Wir setzten unsere geplante Route fort, fuhren wieder zurück den Beauly Firth entlang, dann ging es den Beauly River der A831 folgend weiter ins Inland.
Der Fluss gabelte sich und weiter ging es am Glass River entlang, bis die Straße in Cannich wieder nach Osten abknickte und uns direkt nach Drumnadrochit am Loch Ness brachte.
Einige km weiter kamen wir dann zum Urquhart Castle, eine der bekanntesten Burgruinen in Schottland. Der Eintrittpreis für das Gelände war schon ganz amtlich und einige Meter vor dem Parkplatz hat man auch eine recht gute Sicht auf die Anlage, so musste das für hier und heute reichen.
Wir folgten der A82 immer am Ufer des Sees entlang bis Fort Augustus, dort folgte der Schlenker zur B862 und der östlichen Seeseite. Das Ungeheuer haben wir übrigens, welch Wunder, nicht gesehen. Hätten wir aber eh keine Zeit für gehabt.
Auf dieser Seite blieben wir mehr im Hinterland und folgten später der B851 und darauf ging es durch den Glen Kyllachy. Dort machten wir an einer Brücke des kleinen Findhorn River eine Pause.


Von hier waren es dann noch etwa 35km bis zu dem dann gewählten Campingplatz in Grentown-on-Spey. Das war nun mal ein Platz in den uns eher bekannten Dimensionen. Naja, der Zeltbereich war doch recht überschaubar und wir hatten so eine Picknickgarnitur direkt nebenan. Zudem war es nicht so weit bis in die Stadt, die alles bot, was man halt so erwartet: Supermärkte, Imbissläden, Restaurants und Pubs.
Wir checkten also ein, bauten unsere Zelte auf, schlüpften in etwas Bequemes und machten uns dann zu Fuß auf den Weg ins Zentrum. Dort besuchten wir gleich den Supermarkt für ein Ankommbierchen und dann setzten wir uns auf eine Bank in einer parkähnlichen Anlage direkt an der Hauptstraße.
Es war warm, wir hatten lecker Bierchen (naja, Stella Artois) und zu sehen gab es hier auch immer mal was. Zuletzt gab es ja eigentlich immer nur (wunderschöne) Gegend zu betrachten. Etwas später stockten wir den Biernachschub nochmal auf, holten uns an der Futterbude wenige Meter entfernt eine Pizza (bei dem mediteranen Wetter am passensten!) und bestaunten die Dorfjugend bei ihrem Treiben.


Die Hauptbeschäftigung liegt hier ganz klar darin, mit dem (eigenen?) Auto die Hauptstraße rauf und runter zu fahren. Wir reden dabei ungefahr von einer Distanz von 400m. Manche der Kisten waren bis an die peinliche Grenze gepimpt, anderen einfach nur billig. Das Spektrum wurde breit abgedeckt, hauptsache hin- und herfahren. So machen kamen sicher auf 50-60mal an diesem Abend.
Die Personenzahl wechselte ab und an, dann wurde auch mal Pause gemacht und auf diesem Grünstreifen etwas Hockey oder Rugby gespielt, dann der Dorfbetrunkene (etwa 30 Jahre alt und voll wie eine Haubitze) verarscht, danach wieder weiter gefahren. Was man so als Dorfjugend halt macht. Wir hatten einen großartigen Abend und haben viel gelacht.

Die gefahren Tagestour:



Samstag, der 26.05.
Neuer Tag, neuer Sonnenschein. Nach dem Aufstehen brauste ich flott zum Supermarkt und besorgte uns Frühstück. Danach machte ich mich dann alleine auf den Weg zu Mitchells in Inverness, Ronnie und Uwe wollte die Zeit für eine Runde in der Umgebung nutzen. Später wollten wir uns dann an der Küste irgendwo treffen.
Ich fuhr ziemlich den direkten Weg über die Schnellstraße und war etwa 30min vor dem vereinbarten Termin von 12 Uhr vor Ort. Leider war der Reifenlieferant noch nicht da und so musste ich mich bis kurz vor 13 Uhr gedulden, bis ein Transporter auf den Hof rollte. Da zu dem Zeitpunkt die Werkstatt belegt war dauerte es schließlich bis fast 14 Uhr, bis die Ténéré frisch besohlt wieder einsatzbereit war. Satte 150£ (inkl. weiterer zwei Liter Öl!) sollte mich dann der Spaß kosten. Zum Riefen und Arbeitszeit kam nämlich auch noch eine Transportpauschale von 25£. Nun ja, was soll man machen...
Nun schnell noch das Treffen abklären, wir wählten den kleinen Küstenort Findhorn. Eine gute dreiviertel Stunde später war ich vor Ort. Ich fuhr einmal um den Ort herum, an den Strandparkplätzen in den Dünen vorbei aber offensichtlich war ich der Erste hier.


So ging es zurück bis sich die Einfallstraße das erste mal gabelt, dort suchte ich mir gegenüber einer Kirche einen schattigen Standplatz unter einem großen Baum. Etwa 10min später kamen Ronnie und Uwe dann auch angefahren. Die beiden waren etwas in der Gegend herumgeirrt, so wollten sie erstmal eine kleine Abkühlung im Meer genießen. Wir machten auf einer Außenterrasse eine Pause, tranken etwas und trennten uns dann recht schnell wieder. Ohne Schatten war es hier in den Klamotten einfach zu warm! Ins Meer wollte ich ja nun nicht, sondern auch noch etwas die Gegend erkunden, bisher war ich ja eher direkte, öde Straßen gefahren und das Hinterland schien doch einige interessantere Strecken zu bieten!
Also ging es direkt landeinwärts und schon kam ich auf einen Weg des Whisky Trail. Ich folgte der B9010 und weiter über die B9102, der A941, B9009, B9008, B9136, wieder B9008 und schließlich die B9102, oftmals wirklich herrliche, kurvige Motorradstrecken. Immer wieder kam ich dabei auch an kleinen, urigen Whisky-Distillerien vorbei.
Dazu die schon bekannten oftmals einsamen, wunderschönen Landschaften. Fast immer ging es an größeren oder kleinen Flüssen entlang, mal deutlich oberhalb, mal direkt am Ufer entlang. Dazu die Wärme und Sonne, absolut kein Verkehr, Wälder, Wiesen, kleine malerische Ortschaften.... einfach herrlich! Ich kam mir bisweilen vor, als würde ich durch Tolkien's Auenland fahren, wunderschön!
Wer also eine Schottlandtour plant, sollte diese Region auch unbedingt besuchen.


Um kurz vor 18 Uhr kam ich wieder in Grantown an und direkt für ich zu dem kleinen Kindermoden-Geschäft, welches wir am Vortag abends an der Hauptstraße entdeckt hatten. Ich wollte doch Levi noch ein Scotland-Shirt mitbringen! Leider hatte der Laden schon wieder geschlossen. Wirklich schade, solche Geschäfte haben wir bisher unterwegs noch nicht angetroffen und solche Souvenirs sind halt sonst schlecht zu bekommen. :-(
Also ging es zurück zum Campingplatz. Bald darauf kamen auch Ronnie und Uwe an, sie waren auch noch etwas herumgekommen und haben eine tolle Badestelle an einem Fluss gefunden: Mit "Klippenspringen" bei einer hohen Brücke (siehe hier), die Dorfjugend der Vortages hatte sich zudem auch dort eingefunden.


Wir beschlossen dann uns zum Abendessen einen Grill zu besorgen und danach vielleicht ein Pub in der Stadt zu besuchen. Also wieder flott zum Supermarkt, der solche Einwegexemplare im Angebot hatte. Dazu eine kleine Grillgut-Auswahl mit würziger Soße samt lecker Bierchen.
Nach dem ausgiebigen Essen zog langsam die Dunkelheit ins Land und inzwischen hatte mich auch die Müdigkeit eingeholt, so dass ich mich ins Zelt verkroch während die anderen Beiden noch loszogen.

Die Tour des Tages:



Sonntag, der 27.05.
Unser letzter "schottischer" Tag war schon gekommen. Wir packten, wie üblich bei herrlichstem Wetter, unseren Kram zusammen und machten uns auf den Weg. Zunächst ging es durch das Gebiet, welches ich am Vortag schon begeistert bereist habe und auch die heutigen Straßen boten genau den Spaß des Vortages. Wirklich eine lohnenswerte Gegend!
Wir folgten längere Zeit der A939, bis wir rechts auf B976 abbogen. Am River Dee angekommen ging es dann auf der A93 weiter bis Braemar, der Kältekammer des Vereinten Königreichs. An diesem Tage war der Ort allerdings weit davon entfernt. Kurz vor der Stadt machten wir noch einen kurzen Stopp beim gleichnamigen Castle.
Hier fuhren wir nicht auf den für Autos gekennzeichneten Parkplatz etwa 100m weiter sondern einfach mal direkt auf das Gelände. Brachte uns prompt eine Rüge ein, da es sich um ein Privatgelände handelt. Nun ja, wollten eh nicht lange bleiben.
Ab Braemar macht die Straße eine Knick und führt nun direkt Richtung Süden, hoch zum Cairnwell Pass auf fast 700m, die höchstgelegene Durchgangsstraße in Britannien. Diese Stelle trägt auch den Namen Devil's Elbow, welcher von der alten, kurvigen Streckenführung vor der Begradigung in den 1960er Jahren stammt.
In Rattray bogen wir auf die A923 in Richtung Westen ab, nach Dunkeld ging es auf der A822 weiter, um den Bereich Perth weiträumiger zu umfahren. Ursprünglich war der Plan dann, den Firth of Forth per Brücke nahe Edinburgh zu überqueren, aber das Navi hatte da so seinen eigenen Plan, so dass wir wieder bis Stirling kamen. Nun gut, erst gemerkt als wir schon dort waren.
Ab hier ging es durch mehr Verkehr als wir eigentlich vor hatten und die nächsten rund 50km waren auch eher nervig. Erst als wir die Ballungsraumzone der Glasgow-Edingburgh-Achse wieder verließen, kam der Fahrspaß zurück. So war das halt nicht gedacht. Egal...


In Whitburn kamen wir dann direkt an einem Lidl vorbei, also spontaner Stopp und Proviant einkaufen. Wir entschieden uns für Chili con Carne , dazu dann Tortilla-Chips. Der von Ronnie mitgenommene Kocher hatte sich wirklich inzwischen mehr als rentiert!
Auf der Karte schauten wir uns dann ein Gebiet um 2 größere Stauseen heraus, in der Hoffnung dort ein geeignetes Plätzchen zum Wildcampen zu finden. Der erste See (Talla Reservoir) bot keinen schönen Platz (bzw. einer war recht nahe an einem kleinen Bauernhof), das folgende Megget Reservoir war dagegen deutlich geeigneter!


Direkt am ersten Picknickplatz fanden wir eine schöne Stelle. Dort war auch ein Bootshaus, leider verschlossen. Da es langsam auf den Abend zuging verzogen sich die anderen wenige Gäste am Orte auch kurz darauf, so dass wir unsere Ruhe hatten. Am Parkplatz stand ein Plan mit 2 weiteren Plätzen eingetragen, einen mit einer Turmruine. So setzte Uwe sich nochmal auf seinen Bock und erkundete die Alternativen. Etwa 15min später war er wieder da, wir hatten den schönsten Platz offensichtlich schon gefunden.
Von der beschriebenen Ruine waren auch kaum noch die Grundmauern zu erkennen.
Hier vor Ort gab es zudem auch einen kleinen Wald, der genug Totholz für ein Lagerfeuerchen hergab. Für die Behaglichkeit war somit auch gesorgt.
Also Zelte aufbauen, runter zum Ufer und zum gemütlichen Teil übergehen.

Die gefahrene Strecke:



Montag, der 28.05.
Ein weiterer sonnige Morgen empfing uns nach dem Aufstehen. Wir frühstückten und packten dann unsere Sache zusammen. Schließlich mussten wir recht zeitig an der Fähre sein, das Check-In startete schon um 14:30 Uhr.
Auf dieser letzten Tour auf britischem Boden wollten wir uns zumindest noch eines der bekannten Klöster ansehen, die sich im schottisch-englischem Grenzgebiet befinden. So führte uns unser Weg zunächst ostwärts bis St. Boswell, dort folgten wir der Beschilderung zur Dryburgh Abbey. Dieses lag allerdings tief im Wald versteckt und ohne Eintritt zu zahlen sahen wir davon wirklich gar nichts.
Also ging es weiter nach Süden bis Jedburgh, hier liegt die Klosterruine mitten in der Stadt und man kann sie auch sehen, ohne auf das eintrittspflichtige Gelände zu kommen. Sehr fein.


Es ging weiter südwärts, bis wir nahe vor der Grenze abbogen und kurz darauf in den Kielder Forest, dem größten Wald Englands, kamen. Erst jetzt merkten wir, dass dies genau der gleiche Weg war, den wir auch auf der Hinfahrt nahmen.
Scheint offensichtlich auch der Schönste zu sein. Weiter ging es an dem langen Stausee vorbei bis Bellingham wo wir kurz in die falsche Richtung abbogen um nach der Neuorientierung eine kurze, schon überfällige Pause im Schatten von großen Bäumen machten. Von hier ging es dann mehr oder minder direkt weiter bis Newcastel, ohne dabei Schnellstraßen zu fahren. Da wir so nur auf Durchgangsstraßen unterwegs waren, kamen wir auch nicht an einem Supermarkt vorbei.
In einem Vorort machten wir noch einen kurzen Abstecher in ein Wohngebiet, aber auch dort fanden wir keinen Laden. So wollten wir schon die nötigsten Sachen an einer Tankstelle kaufe als wir kurz vor einer Station doch noch einen kleinen Shop fanden. Damit war auch das Abendbrot gesichert.
Wir kamen dann pünktlich am Fährhafen an und musste auch nicht mehr lange in der warmen Sonne warten, bis es aufs Schiff ging. Da es sich um die gleiche Fähre (die Princess Seaways) wie auf dem Hinweg handelte, kannten wir uns ja inzwischen aus. So bezogen wir unsere Kabine, schnappten uns unsere Sachen und gingen auf "unseren Platz" achtern.


Inzwischen zog es sich langsam zu, die Sonne verschwand. Das kannten wir schon fast gar nicht mehr. Gut, dass jeder eine Jacke oder Pulli am Start hatten. Kaum hatten wir den Hafen verlassen zog es sich richtig zu und wir fuhren in eine Nebelbank. Nun war es wirklich ganz schön frisch.
Später lichtete es sich aber wieder, so konnten wir sogar noch einen Sonnenuntergang genießen. Danach ging es ab unter die Dusche und dann ins Bettchen.

Die gefahren Strecke:



Dienstag, der 29.05.
Ankunft in Ijmuiden, das Wetter grau. Die schottische Sonne schien uns endgültig verlassen zu haben. Zumindest war es trocken, immerhin. Wir packten also unsere Sachen zusammen und zogen auch gleich die Moppedklamotten an, war ja recht frisch an Deck. Wie alle anderen beobachteten wir das Anlegemanöver und begaben uns dann langsam runter zum Parkdeck. Hier die Maschinen lostäuen, Gepäck wieder anbringen, Navi anschließen usw. Dann öffnete sich die große Luke und wir verließen die Fähre. Es folgten wieder die Einreiserituale, kurzer Blick auf die Ausweise und es konnte losgehen.
Oh, wieder Rechtsverkehr! Wir hatten uns ja doch schon ziemlich an den Linksverkehr gewöhnt. Nun also wieder auf der anderen Seite. Aber auch das war kein Problem, wie nach dem Ankommen auf der Insel eigentlich (fast) auch nie. Darüber scheinen sich ja doch so einige schwere Gedanke zu machen. Hier sei mal gesagt: Weniger darüber nachdenken, einfach machen. Es ist wirklich nichts besonderes dabei, schon gar nicht mit dem Motorrad.
Von nun an ging es auf direkten Wege Richtung Heimat. Wir wollten auf jeden Fall bis nach Deutschland Autobahn fahren, dann mal sehen. Bei einer kurzen Pause erkläret Uwe dann auch, dass er dann irgendwann abbiegt, wenn es Richtung Münster geht. Ronnie und ich wollten eher spontan entscheiden, wann wir die Schnellstraße verlassen. So machten wir es auch, irgendwann kam die Abfahrt Richtung Münster. Hupen, winken und Uwe bog ab.  
Ronnie und ich fuhren dann im Endeffekt noch bis nach Osnabrück weiter auf der Autobahn. Auf Landstraße hatte nun keiner mehr Lust, wir wollten nur noch heim.
Ich hatte erst noch darauf spekuliert direkt Levi von unsere Tagesmutter abzuholen, allerdings hatte ich die Zeitumstellung vergessen, so klappte das nicht. Allerdings war ich doch noch früh genug, um direkt dorthin zu fahren! So rollte ich mit vollem Reisegepäck dort an und stellte mich vor die Tür. Was war das schön, den kleinen Jungen wieder in die Arme nehmen zu können! Er hat seinen Papa auch direkt wiedererkannt. ;-)

Die letzte Tour:


Was bleibt zu sagen?
Es war eine tolle Tour! Wir hatten natürlich auch ein Glück mit dem Wetter, wie es wohl nur ganz wenige haben werden.  
Schottland ist einfach unbeschreiblich schön! Die Menschen sind alle nett und hilfsbereit und es gibt neben den großartigen Landschaften auch durchaus schöne Strecken, die sich "nur" wegen des Fahrens lohnen. Überall wo wir waren hat es sich gelohnt, bei keiner Region würde ich heute sagen "das täte ich weglassen".
Allerdings ist Skye in meinen Augen nicht so der Knaller, wie ich selber anfangs dachte, da haben wir später doch noch tollere Ecken gesehen. Viele Inseln haben wir natürlich nicht befahren, was einfach am Zeitfaktor lag. Zudem kosten die nötigen Fähren in der Summe dann auch ganz ordentlich. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären sicherlich noch einige Abstecher hinzu gekommen.
Weniger als die 10 Tage sollte man sich allerdings wirklich nicht nehmen, das hätte zu viele Abstriche bedeutet. Wer 3 Wochen hat, soll die sich auch gerne gönnen! Allerdings muss man das auch immer mit seinem Geldbeutel abklären, billig ist Schottland nicht! Wir konnten durch (teilweise wildes) Zelten dank des grandiosen Wetters viel Geld sparen.
Auch kamen wir drei, wie ich auch nicht anders erwartet hatte, prima miteinander aus. Irgendwelche Konflikte gab es einfach nicht, schließlich waren wir ja auch alle aus dem gleichen Grund hier. So hatten wir wirklich eine tolle gemeinsame Zeit.  

Insgesamt kamen so über 4100km zusammen.