Dienstag, 29. Juli 2014

Motorradurlaub Kroatien

Die Vorgeschichte zu dieser Tour hatte ich ja schon niedergeschrieben, der letzte Stand dazu ist hier zu finden.
Nachdem das Ziel ausgesucht war und die Vorbereitungen/Planen getroffen waren konnte es nun endlich losgehen. Statt wie ursprünglich gedacht zu viert und mit Trailerparkplatz in Österreich waren wir nur noch zu dritt und sollten das Transit-Gespann bei Csibi in Waldbronn abstellen.
So richtig glücklich war ich mit dem Urlaubsstart zudem auch nicht, frisch verliebt etwa 10 Tage von der Herzdame getrennt zu sein war kein schöner Gedanke. Aber nun gut, erst einmal unterwegs wird der Kopf wohl schnell frei werden und so sollte es auch im Laufe der Reise kommen. Zudem hatte ich mich im Vorfeld mal wieder nach einer neue Lösung zwecks Telefonie und vor allem mobiles Internet umgesehen und war dabei bei Aldi-Talk gelandet. Dazu habe ich inzwischen noch einen separaten Eintrag verfasst, was warum und wieso. Jedenfalls hat man mit der Karte im EU-Ausland keine Roaminggebühren für eingehende Anrufe, was sich prima mit Genias Telefonflatrate verbinden lässt. So konnten wir fast an jedem Tag recht ausführlich telefonieren, ohne ständig auf den Gebührenzähler (weil Pre-Paid) zu achten. Zudem bieten die auch ein interessantes Datenpakt zu einem recht fairen Preis an. Hier in der Heimat wäre der Anbieter wegen E-Netz nichts für mich, aber im Ausland sollte alles sehr gut funktionieren.
Dann habe ich unterwegs noch diverse Videos gedreht, die muss ich aber alle noch schneiden. Wenn die fertig sind, werde ich Dir auch noch an passender Stelle im Bericht verlinken.
Übrigens sind die Grafiken zu den Tagestouren anklickbar, falls man die ganze Strecke oder die Umgebungen etwas genauer haben möchte.
Die Abfahrt stand nun endlich an! Wegen Wolfis Dienstplan ging es einen Tag später los als ursprünglich geplant. Aber nun der Reihe nach....

Zunächst mal für die "optisch Interessierten" hier die Fotos der Reise:



Freitag, der 30.05.
Wir hatten uns vorher für den Autobahnparkplatz "Leineholz" bei Parensen an der A7 entschieden. Dieser lag für mich recht günstig und zudem war nur gut 2km vorher eine BAB-Auffahrt. Wir kamen beide nur wenige Minuten auseinander an, so dass es kaum Wartezeit gab. Nun konnte ich mir als erstes natürlich direkt Wolfis neue Maschine, einen Honda Crosstourer mit fettem 1200er V4 ansehen. Eine wirklich feine Maschine, von dessen Qualitäten ich mich erst wenige Wochen vorher bei den Honda-Pressetagen überzeugen konnte.


Nach der Begrüßung verluden wir dann schnell noch meine Hornet und machten uns auf den Weg zum Rand des Nordschwarzwaldes. Wir hatten natürlich viel zu bereden, schließlich hatten wir uns das letzte Mal bei Wolfis Weihnachtsstammtisch gesehen Ende 2013 gesehen. So bemerkten wir vor einer Baustelle auch nicht wirklich das Überholverbotschild für LKW und Gespanne. Kurz darauf wurden wir dann von einem zivilen Polizei-BMW heraus gewunken. Dieser hatte uns in einem Video festgehalten. Das wir die zulässige Höchstgeschwindigkeit für eine Gespann von 80 km/h (Wolfis Anhänger hat leider keine 100er Zulassung) auch noch etwas überschritten hatten sollte uns auch noch vorgeworfen worden. Nun gut, der Cop war an sich ganz OK und suchte nun (nach eigenen Worten) nicht die allerschnellste Stelle heraus und so durften wir dann nach einer (ausführlichen) Belehrung nach knapp einer halben Stunde weiter fahren. Der Spaß sollte rund 120€ und einen Punkt kosten. Das kam auch ganz gut hin, wie sich später heraus stellte.


Nun gut, danach ging es dann etwas ruhiger weiter. Auch nach dem Tankstopp und anschließendem Fahrertausch, der Lerneffekt war definitiv gegeben. Nach etwa 5h Fahrt rollten wir dann bei Csibi auf den Hof. Wie üblich erst einmal herzliche Begrüßung mit gekühltem Ankommbier. Hier wird noch auf Etikette wert gelegt! Später wurde noch der Grill angeworfen und wir verbrachten einen netten Abend zusammen, es gab ja viel zu bereden!

Die (Motorrad-)Tagestour (145 km):

Das Höhenprofil:


Samstag, der 31.05.
Relativ zeitig sollte es an diesem Morgen los gehen. Die kommenden zwei Tage hatten wir jeweils ein recht strammes Tagesprogramm, unsere Transittouren, die uns bis ins Zielgebiet bringen sollten. Diese beiden Tage hatte ich vorab geplant, mit leichten Variationen beim ersten Zielgebiet. Das erste Etappenziel sollte Brixen in Südtirol sein. Unser Weg führte uns erst etwas durch den nördlichen Schwarzwald und dann über die Schwäbische Alb Richtung Bregrenzer Wald. Von dort ging es über den Hochtannbergpass (1679m) ins Lechtal und dann ab über das Hahntennjoch (1894m) ins Inntal. Dieses (und seinen dichten Verkehr) verließen wir schnell um über den Kühtaisattel (2017m), unserem Tageshöchstpunkt, zum Brenner zu gelangen. Hier nahm der Verkehr erwartungsgemäß wieder zu, zumal sich diverse Orte an der Straße entlang schlängeln.
So kurz vor Italien begannen wir entsprechend schon italienisch zu fahren. Also regelmäßig und furchtlos an diversen Autokolonnen vorbei. So auch bei einer Baustellenampel: Ab nach vorne. Als diese irgendwann mal grün wurde bemerkte ich beim Losfahren so gerade noch im Blickwinkel einen Polizeibulli, ein Zivilfahrzeug mit Blaulicht an. Hoppla... war der gerade im Einsatz und wollte an der Kolonne vorbei und ich bin jetzt direkt vor ihm rausgezogen? Als ich am Ende der Baustelle langsam weiter fuhr (in der Erwartung des überholenden Zivilfahrzeugs) sprang dann plötzlich ein Polizist wild mit seiner Kelle winkend von einem Parkplatz auf die Straße. Nun gut, war da noch etwas anderes? Ja, war es, wie sich recht schnell rausstellen sollte.
Nach der Kontrolle unserer Papiere wurden uns dann multiple Verkehrsvergehen vorgeworfen: Vom (wiederholten) Vorbeifahren im Überholverbot über Geschwindigkeitsüberschreitungen (von "mindestens 70" innerorts war die Rede) bis zu einer Missachtung eines Zebrastreifens kam einiges zusammen. Wobei ich den Jungen am Zebrastreifen gesehen hatte, der zeigte aber sein Straßenüberquerungswillen erst an, als ich wenige Meter vor besagtem Streifen war. Da hätte ich ganz schön in die Bremse hauen müssen. Habe es daher für mich als "gelbe Ampel" gewertet.
Wie Csibi später berichtete hat sich ein entgegenkommender Motorradfahrer zur Bremsung gezwungen gefühlt, dieses aber fast mit einem Sturz bezahlt. Wie auch immer: Es kam einiges Zusammen und langsam bekam ich Schweißausbrüche, die Verkehrsstrafen in Österreich sind ja recht berüchtigt. Zumal ich das mit dem Überholverbot gar nicht gesehen hatte, die Zebrastreifensache etwas anders sah und das Tempo.... na gut.


Die beiden Jungs von der Rennleitung spielten zudem auch schön "Guter Cop - böser Cop": Der eine zählte die Verfehlungen auf und was das alleine schon normalerweise kostet, der andere sagte immer Sachen wie "wir wollen ihnen ja auch den Urlaub nicht versauen....".
Nun ja, schließlich sagten sie dann 60€ pro Nase auf. Puuuhhhh.... Ärgerlich aber deutlich weniger schlimm wie befürchtet. Wolfi fragte dann noch kurz nach einem "Mengenrabatt", der bisher "gute" Cop meinte darauf nur mit recht ernstem Tonfall, dass es sich bei dem Preis schon um den "Mengenrabatt" handele. Nun gut, Mund abputzen und weiter.
Nur einen Kilometer weiter erreichten wir die Passhöhe (1374m) und damit auch die Grenze. Da heben sie uns aber kurz vor knapp noch abgefangen... Kurz später rollten wir durch Sterzig und folgten dann dem Eisacktal bis Brixen. Ab hier übernahm Wolfi das Kommando, er hatte dort in der Nähe schon zwei Mal in einem netten Hotel oben am Berg übernachtet und war damit sehr zufrieden, also schoben wir uns schließlich noch die schmale Bergstraße hoch. Dummerweise war das Hotel gerade zu diesem Zeitpunkt eine komplette Baustelle. Das andere Hotel am Platze war preislich etwas oberhalb unserer Vorstellungen, also ging es zurück ins Tal.
Vorher hatte ich die Booking.com-App befragt und die spuckte das Goldene Lamm aus, zu dem wir dann auch fuhren. Das reichte für den heutigen Tag dann auch! Wir bekamen ein Dreierzimmer oben unterm Dach, das war einfach und rustikal, aber nun gut. Zudem war direkt im Haus ein Restaurant in dem wir eine gute Pizza aßen. Später gab es an der Bar noch ein paar Getränke und mit dem Wirt haben wir uns auch noch nett unterhalten.

Die Tagestour (592 km):

Das Höhenprofil:


Sonntag, der 01.06.
Wieder sollte es zeitig los gehen, die zweite lange Transitetappe stand auf dem Plan. Schließlich sollte es an diesem Tage bis Opatija in Istrien gehen. Einige Wochen vor der Abfahrt hatte ich diesen Zielort nie auf dem Plan gehabt, steht für mich doch Opatija für großen Tourismus zu Zeiten Jugoslawiens. Dort habe ich große Bettenburgen aus Ostblockbeton erwartet. Dann sah ich im TV eine Doku über die Kroatische Küste und eben dort war auch dieser Ort zu sehen: Mondän mit viel Architektur aus der venezianischen Zeit, palastähnliche Brachtbauten und große Parkanlagen. Kurzum: Vollkommen anders als erwartet und ziemlich schön. Wegen des langjährigen Tourismus mangelt es dort aber eben auch nicht an Hotels, die zur Vorsaison sicher mehr als genug Zimmer frei haben sollten.


Aus Brixen heraus ging es gleich mal hoch zum Würzjoch (2004m). Eine schmale Nebenstraße, die ihre besten Tage langer hinter sich hat. War nun schon einige Jahre nicht mehr hier, so einen schlechten Zustand hatte ich auch nicht in meiner Erinnerung. Nunja, oben angekommen machten wir eine kurze Pause und genossen die Aussicht. Sowohl auf die schönen Dolomitengipfel als auch auf einen alten Ford Mustang Cabrio vor dem Wirtshaus.
 Im Val Badia angekommen führte uns unser Weg schnell wieder in die Höhe, es ging doch recht zeitig am Morgen gleich zum höchsten Punkt des Tages, dem Passo di Valparola (2192m) und kurz darauf folgte der nächste Stopp am Passo di Falzarego (2105m). Hier oben gab es noch zahlreiche Schneefelder und auch angesichts der Tageszeit war es noch ziemlich frisch, aber trotzdem schon gut besucht.


Weiter ging es nach Cortina d'Ampezzo um direkt wieder hoch zum Passo Tre Croci (1805m) zu fahren. Danach führte uns der Weg immer Richtung Osten um nach Ampezzo und Tolmezzo noch kurz vor der Grenze zu Slowenien den Sella Carniza (1086m). Auf dem Weg dorthin passierten wir auf den kleinen Straßen zahllose Tunnel. Dunkel, eng und oft mit Kopfsteinpflaster bestückt. Direkt im Anschluss führte oft eine Brücke über eine tiefe Schlucht um auf der anderen Seite wieder in einem oft längeren Tunnel zu münden.
Ich bin immer wieder von der Straßenbaukunst in den Alpen beeindruckt, ob nun wie hier in Italien oder auch in den franz. Alpen. Gerade dann, wenn ich das mal mit den hiesigen Tunnelbauprojekten von wenigen hundert Meter durch einen Mittelgebirgsrücken vergleiche.


In Slowenien fuhren wir noch ein Stück durch die Julischen Alpen um dann ziemlich "gerade" Richtung Südosten zu fahren. Und was soll ich sagen: Slowenien hat uns begeistert! Sowohl die Straßenqualität als auch die Streckenführungen waren größtenteils großartig.
 Irgendwann war unsere kleine Gruppe durch diverse Überholmanöver etwas auseinander gerissen, so dass ich als Vorfahrer etwas bummelig eine zweispurige Auffahrt heraufzuckelte. Gerade als mich ein Einheimischer auf seiner CBR 600RR überholt hatte schloss Wolfi wieder auf, so dass wir uns gleich an den kleinen Supersportler hängen konnten. Was gibt es schöneres, als sich auf tollen Straßen von einem Ortskenner ziehen zu lassen? Der Gebückte war nach einigen Kehren zunächst offensichtlich etwas überrascht, dass da plötzlich so vollgepackte Urlaubsfahrer an seinem Hinterreifen klebten, als ich sein "Überholangebot" nach einer Kehre aber nicht annahm hatte er wohl verstanden: Gas wieder auf und im Folgenden feuerten wir sicherlich 20km im "spochtlichen" Tempo über prächtige Kurvenstraßen. Das Grinsen wollte nicht mehr aus dem Gesicht weichen.
Irgendwann mussten wir dann aber doch abbiegen und so verabschiedeten wir uns winkend von unserem Guide, der diesen abschließenden Gruß gerne erwiderte. Schließlich näherten wir uns der grenze zu Kroatien und da die Straße laut Karte direkt in eine (mautpflichtige) Autobahn überging verließen wir die Hauptstraße um über eine kleine Bergstraße die Grenze zu passieren.
Hier dann eine Überraschung, sowas kannte ich bisher auch nicht: Diese Grenzstation war nur für Einheimische gedacht. Wir als Transittouristen sollten doch bitte die Hauptgrenze unten im Tal nutzen. Eine Grenze nur für manche Menschen? Sachen gibt es... Nun gut, wieder im Tal halt den "richtigen" Weg genommen und weiter ging es. In der Tat war die Autobahn bis zur ersten Abfahrt mautfrei, da wir aber langsam alle nur noch ankommen wollten fuhren wir halt weiter. Die 2€ bis runter zur Kvarner Bucht sollte es nun nicht ausmachen.


Wie schön es immer wieder ist das Mittelmeer zu sehen. Von hier aus den Bergen kommend umso schöner. Relativ schnell nach Verlassen der Autobahn kamen wir in Opatija an.
Das zunächst anvisierte Hotel hatte anscheinend geschlossen und nach kurzer Beratschlagung fanden wir unsere Unterkunft dann schließlich im Hotel Imperial. Dieses stellte sich später als das zweitälteste Hotel am Platze heraus, erbaut 1885. Es war komplett im Stile eine alten Grand Hotels: Hohe Decken, Stuck, große Kronleuchter überall und eine breite Flache Haupttreppe, schon toll hier!
Mit den recht kleinen Motorrädern war auch direkt links neben dem Eingangsportal schnell ein Parkplatz gefunden. Auf der rechten Seite standen 2 Maschinen aus Norwegen.


Wieder war es kein Problem ein Zimmer für 3 Personen zu bekommen. Der Raum war recht groß und so hatten wir ein einzelnes Zustellbett. Nachdem wir geduscht hatten und in die Shorts gesprungen waren machten wir uns auf den Weg zur Uferpromenade. Zunächst noch flott an einem nahen Geldautomaten vorbei, schließlich ist hier (noch) keine Eurozone, wir brauchten also kroatische Kuna. Direkt neben dem Hotel gab es einen Supermarkt, so dass auch für das Ankommbier gesorgt wurde.
Wir setzten uns also auf eine Bank an dem kleinen Gehweg unterhalb der Promenade und ließen die Blicke über das Meer wandern. Angekommen!


Später schlenderten wir noch etwas an der Promenade entlang und suchten uns ein nettes Restaurant zum Abendessen. Auch das fanden wir, nämlich eins in dem es voll war und die Gäste alle kroatisch sprachen. Es war eine gute Wahl...

Die Tagestour (479 km):

Das Höhenprofil:


Montag, der 02.06.
Nach dem Aufstehen packten wir schon einige Sachen zusammen und ich brachte auch schon den ersten Koffer zum Mopped, bevor es zum Frühstück gehen sollte.  Ein langer seitlicher Gang führte zum Speisesaal. Ein riesiger Raum mit hohen Decken und fettem Kronleuchter, überall dekorative Applikationen. Echt mal fein. Und das Frühstücksbuffet stand dem Ambiente in nichts nach. Perfekt! Nach der köstlichen Stärkung, bei dem wir uns auch gleich noch etwas für die Fahrt mitnahmen, packten wir unsere restlichen Sachen zusammen und checkten aus.
Als erstes sollte uns die Tagestour an der Küste Istriens entlang bis zum Fähranleger von Brestova bringen, dort stand die Überfahrt zur Insel Cres auf dem Plan. Die Küstenstraße war schön zu fahren, allerdings folgten doch recht viele Orte aufeinander. Später wurde es dann doch noch ländlicher und wir fuhren höher in die Berge. Schließlich führte eine Straße runter zur Fähre. Irgendwann kam ein Kassenhäuschen, in dem wir die Fährtickets kaufen konnten, dann ging es weiter runter.
An den diversen dort wartenden Fahrzeugen fuhren wir direkt man vorbei bis ganz nach vorne zur Schranke. Moppeds abstellen und raus aus den Klamotten, Schatten gab es hier unten nämlich nicht. Auch war noch keine Fähre in Sicht, wir hatten also noch Zeit. Mit uns wartete eine kleine Gruppe älterer Herren, die an der Küste wohnten und eine Tagestour rüber nach Cres machen wollten. So hatten wir auch wen zum Plaudern.


Irgendwann kam dann die Fähre angefahren, nach dem Anlegen fuhren die geladenen Fahrzeuge runter und kurz darauf konnten wir an Bord. Die Motorräder wurden direkt weit nach vorne an den seitlichen Rand bugsiert. Danach verteilte man sich etwas auf dem Schiff. So klein dieses beim Einlaufen zunächst wirkte, umso überraschter war ich doch, wie viele Fahrzeuge darauf passen sollten.
Wirklich die gesamte Schlange fand Platz und es war noch nicht einmal voll.


Dann fuhren wir los. Die Überfahrt sollte gut 20min dauern, bis wir auf Cres anlegen. Also auf ein höheres deck gehen und die Aussicht genießen. Nach den Ankunft kam das verladen, wir waren relativ flott vom Schiff runter und nun stand eine kurvige Auffahrt an. Cres ist nämlich ziemlich bergig, dabei länglich und eher schmal.
Irgendwann hatten wir den anderen Verkehr hinter uns gelassen und fuhren der Inselhauptstadt entgegen. Dort suchten wir uns einen schattigen Parkplatz an einer Promenade, genossen den Blick auf das wunderschöne klare Meer und frühstückten erst einmal.


Weiter ging es von dort über immer schmaler werdende Straßen zum Bergdorf Lubenice, von dort oben hat man einen phantastischen Blick hinunter zum Meer. Davon machte ich auch ein PhotoSphere, welches leider nicht vollständig ist (wegen des Sonnenscheins konnte ich das einfach nicht erkennen, der komplette Ort fehlt). Einen Besuch im Ort selber ersparten wir uns dann, es war doch schon mächtig warm dort und Schatten war wenig zu erhaschen.


Also ging es zurück, wieder an Cres-Stadt vorbei nach Merag an der Ostküste, dort ist der Fähranleger zur Nachbarinsel Krk. Dort angekommen war direkt an der Hauptstraße angekommen der Verkehr sehr viel stärker und so entschlossen wir uns, schnell weiter über die Brücke wieder zurück zum Festland zu fahren. Dort sollte es dann die Küstenstraße gen Süden gehen, bis wir uns irgendwo ein Quartier suchen wollten. Zunächst fand ich im Netz eine Unterkunft in Novi Vinodolski, leider war dieses Quartier real nicht zu finden und auch generell sprach uns der Ort jetzt auch nicht so wirklich an. Also fuhren wir dann einfach weiter bis nach Senj.
Hier angekommen stoppten wir direkt im Zentrum um uns einen Überblick zu schaffen. Dabei wurden wir direkt von einem Rollerfahrer angesprochen, der uns ein Appartment anbot. Ganz in der Nähe und günstig. Nun gut, mal hinterher. Auch wenn sein Haus nett aussah, wir wollten schon etwas näher ans Meer und vor allem auch ans Stadtzentrum. Also dankend ablehnen und zurück.
Direkt an der Hauptstraße lag südlich des Zentrums ein ** Hotel mit Namen Art.
Nun ja, nicht die feinste Unterkunft aber wir schwitzten alle und hatten für heute auch keine Lust mehr. Also mal kurz nachgefragt und wenige Minuten später hatten wir unser Zimmer, wieder für alle drei. Es war recht klein aber sauber und vor allem nah am Zentrum. Und mit Fenster zum Parkplatz, so konnte man das Gepäck leicht reinreichen.


Dann direkt schnell umziehen, in dem Supermarkt unterhalb vom Hotel vorbei und Ankommbierchen abgreifen, weiter zum kleinen Hafen und dort erst einmal genüsslich anstoßen.
Am Ende des Kais machte ich dann auch noch ein PhotoSphere. Danach machten wir uns erst einmal auf eine kleine Stadtbesichtigungstour. Hier sah es doch gleich viel netter aus. Zahlreiche kleine, verwinkelte Gassen durchzogen die Altstadt, dazu nette Gebäude.


Nachdem wir unsere Stadtbesichtigungsrunde beendet hatten suchten wir uns ein nettes Restaurant, welches wir auch "in zweiter Reihe" fanden. gerade als wir saßen fing es leicht an zu regnen, also gingen wir rein. Doch bevor das Essen serviert wurde hörte es auch schon wieder auf und wir konnten wieder an die frische Luft. Csibi und Wolfi gönnten sich eine feine Fischplatte, beim dem Thema bin ich ja immer raus. Aber auch ich fand etwas leckeres.
Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt war gingen wir noch einmal zum Hafen (Sonnenuntergang direkt in Blickrichtung Meer!) und später noch zu einer kleinen Anhöhe, von der man über die Stadt schauen konnte. Gute Wahl mit der Stadt für die Übernachtung.

Die Tagesstrecke (209 km):

Das Höhenprofil:


Dienstag, der 03.08.
Der nächste Morgen begann wie üblich mit etwas Koffer packen und dem anschließenden Frühstück. Dieses fiel deutlich einfacher aus als in unserem opulentem Hotel in Opatija. Nun gut, wir wurden satt, allerdings war der "Kaffee" eher ein scheußliches Spülwasser. So gut uns die Stadt gefallen hat, das Hotel ist nicht unbedingt eine Empfehlung.
Danach wurde fertig gepackt und wir machten uns wieder auf den Weg. Es sollte heute das erste mal ins Hinterland gehen, auch am Plitvicer Nationalpark vorbei. Allerdings stand kein Besuch von diesem auf dem Plan. Nicht, weil das in unseren Augen nicht lohnen würde - nein, in kompletter Motorradmontur würde das einfach keinen Spaß machen. Von dem ganzen Hab & Gut auf den geparkten Maschinen mal abgesehen.
Noch im Stadtgebiet von Senj verließen wir die Küstenstraße und kletterten schnell über eine großartig kurvige Straße in die Höhe. Dann folgten mal mehr, mal weniger spannende Straßen. Oft guter Asphalt, eine ganze Weile aber auch schlimmes Geläuf. Was aber auf jeden Fall festzustellen war: Es wurde zuletzt jeden Tag deutlich wärmer und dieser Tag stellte definitiv den bisherigen Höhepunkt dar. Für Pausen war inzwischen dringend ein Schattenplatz von Nöten. Schnell wurden wir uns einig, dass es der richtige Tag für den ersten Sprung ins Meer sein sollte!


Wir fuhren eigentlich die ganze Zeit parallel zur bosnischen Grenze. Mal recht nah ran, mal etwas weiter entfernt. Schließlich kamen wir nach Knin, der wohl ersten Stadt auf unserer heutigen Tagestour. Bisher fuhren wir eher durchs "Nichts", ab und zu mal ein kleines Dörfchen, sonst gab es überwiegend Landschaft zu bewundern. Nicht mal sonderlich interessante dazu. Das war auch gut so, denn so langsam verlangte der Tank nach neuem Brennstoff.
An der Ausfallstraße heraus aus der Stadt fanden wir dann auch die ersehnte Tankstelle. Eine große Station mit Laden und einem Bistro nebenan. Also nicht nur tanken sonder auch gleich eine Pause einlegen. Nachdem die Kraftstoffbehälter gefüllt waren schoben wir die Moppeds zur Seite um noch etwas zu entspannen. Vor allem Trinken war angesagt, dazu einen Happen essen.
Plötzlich hörten wir Csibi mit einem fragenden "Was ist das denn?" Er stand neben seiner Hornet und begutachtete den Bereich um die Antriebskette. Sofort waren Wolfi und ich auch beim Mopped und blickten auf ein ziemlich verschmierte Unterseite, zudem tropfte es.


Was war los, Benzin übergelaufen? Nein, Benzin riecht man schnell. Außerdem war diese Brühe ölig. Aber auch bräunlich und schaumig. Das Zeug kam zumindest aus einem Überlaufschlauch. Also Sitzbank runter und nachsehen. Es war der Schlauch vom Kühlmittelbehälter. Nachdem wir diesen geöffnet hatten sah der verbliebende Inhalt auch nicht gerade gut aus. Da war definitiv Öl mit drin und das gehört da nicht rein. Schnell war uns allen klar, dass Csibis Mopped von hier aus nicht mit eigenem Antrieb weiter fährt. Auch das Ölthermometer zeigte so rund 120°C an, viel zu hoch für die aktuellen Außenwerte und der guten Luftkühlung durch Fahrtwind. Csibi hatten anscheinend einfach Glück, dass er das Problem bei der Tankpause bemerkte und nicht während der fahrt durch eine Motorschaden liegen blieb. Der wäre nämlich definitiv dann irgendwann aufgetreten.
Also telefonisch Meldung beim ADAC machen und auf den Schandkarren warten. Derweil suchten wir uns einen Schattenplatz und Csibi schlüpfte in etwas luftigere Klamotten.
Derweil nahm ich mal Kontakt zum "Mit-Hornetisti" Stefan auf, der einen ganz ähnlichen Fall schon von Helens Hornet kannte, damals war die O-Ring-Dichtung am Ölkühler der Schwachpunkt und die Ursache für den folgenden Motorschaden. Da Csibis Motor ja noch (!) OK scheint, vielleicht gar keine so wilde Reparatur. Irgendwann kam dann der Abschleppwagen und es sollte zu einer Werkstatt nach Split gehen. Da wir in der Ecke eh unser Quartier suchen wollten, war es ja gar nicht ganz so schlimm. Wolfi und ich fuhren also im Bummeltempo hinter dem Schandkarren her, schließlich wusste wir nicht, wohin es genau gehen sollte. Das stellte sich als ziemlich anstreng heraus: Der LKW stank, fuhr natürlich sehr langsam, konnte schon gar nichts überholen.... es war ein Elend.
Immer mehr beschäftigte ich mich mit dem Gedanken, einfach dran vorbei zu fahren und vielleicht kurz vor Split zu warten. Plötzlich dröhnte der V4 des Crosstourers mit Schwung an mir vorbei, ich war wohl nicht der Einzige, der es gerade fürchterlich fand!
Also Blinker links und den Gasgriff spannen, es wurde wirklich dringend Zeit, es mal wieder etwas fliegen zu lassen... Am Stadtrand von Split warteten wir etwas entkleidet auf die Ankunft des Transporters. Als der dann an uns vorbei fuhr schnell alles wieder anziehen, Helm auf und hinterher.
Nach einigen Minuten auf der stadtautobahnartigen Straße hatten wir ihn wieder eingeholt. In einem Vorort bog er dann ab und wir landeten in einem Gewerbegebiet.... bei einem Audi-Händler. Verwunderung.
Es sollte sich heraus stellen, das unter gleichem Dach auch frisch ein Moppedschrauber eingezogen war, die Schilder fehlten allerdings noch. Nun gut, Csibi wollte sich vor Ort noch um einen Mietwagen kümmern und schauen, ob dort heute noch etwas passieren würde. Wir machten uns derweil auf den Weg in den Vorort Stobreč, wo es einen netten Strand und diverse Hotels/Appartments gab.


Vor Ort wurden wir auch recht schnell fündig, unser Quartier sollte bei "Appartments Bruno" sein. Eine nette kleine Wohnung, neu und modern ausgestattet, mit schönem Balkon samt Blick auf die Bucht. Das benötigte Ankommbierchen gab es im kleinen Supermarkt um die Ecke.


Ich schrieb Csibi unsere Adresse und dann entspannten wir erst einmal ein wenig. Irgendwann kam er dann angefahren, allerdings (noch) nicht mit einem Mietwagen, da noch unsicher war, was nun mit dem Mopped los war. Egal, jetzt erst einmal in die Badehose und runter zum Strand!


Was für eine herrliche Abkühlung. Das Meer war natürlich noch kühl, aber nicht zu kalt. Erfrischend halt. Danach duschen und ab in die Abendgarderobe. Wir gingen um den Hafen herum und fanden schließlich ein Restaurant, welches uns zusagte. Wieder ein ganz nettes Örtchen gefunden.
Vorher machte ich aber im Hafen noch ein weiteres PhotoSphere. Beim Essen berieten wir uns, wie es nun weiter gehen soll. Wir gingen eigentlich alle nicht davon aus, dass Csibis Motorrad spontan vor Ort repariert werden könne. Vielleicht dauert es ja nur einen oder zwei Tage, bis ggf. Ersatzteile da sind. Vielleicht auch länger und eine Reparatur ist hier in unserem Urlaubszeitrahmen gar nicht mehr möglich.
Deshalb sollte ein Mietwagen her, womit er zumindest hier noch mobil ist. Eine vorzeitige überstürzte Abreise war ja nicht nötig, auch abseits vom Moppedfahren war es ja hier sehr schön.
Daher: Wolfi und ich fahren Motorrad, Csibi also vorerst Auto.

Die gefahrene Strecke (324 km):

Das Höhenprofil:


Mittwoch, der 04.06.
Da wir in einem Appartment waren, gab entsprechend kein Frühstück, darum mussten wir uns selber kümmern. Kein Problem, die Örtlichkeiten kannten wir ja nun und damit auch die Supermärkte. So besorgten wir uns was und packten danach zusammen. Csibi wollte sich dann im Laufe des Morgens mit der Werkstatt in Verbindung setzten und dann mal schauen, wie es mit seiner Maschine weiter gehen soll.
Wir wollten uns auf jeden Fall später in Dubrovnik treffen. Wolfi und ich planten derweil eine weitere Hinterlandtour mit einem Abstecher durch Bosnien-Herzegowina einschließlich eines kleinen Besuchs der Altstadt von Mostar. Wir verabschiedeten uns also und fuhren wieder in die Berge.
Nach nicht allzu langer Fahrt passierten wir die Grenze. So richtig mit Kontrolle und Ausweise vorzeigen. Schließlich verließen wir hier die EU. Damit hieß es auch nun: Offline. Mobil surfen wird hier schnell zur Kostenfalle, eben weil die passenden Datenpakete hier nicht mehr gültig sind.
Zunächst veränderte sich erst mal recht wenig, je tiefer wir aber ins Landesinnere voran kamen, desto auffälliger waren die Spuren des Krieges. Bei renovierten Häusern natürlich nicht, aber es gab ja noch mehr als genug im "Originalzustand". irgendwann wechselte dann auch die Beschriftung auf den Schildern, es kam Kyrillisch hinzu.


Insgesamt waren die Straßenverhältnisse aber mindestens so gut wie in Kroatien vorher. Schließlich kamen wir in Mostar an, wo wir natürlich Richtung Altstadt fuhren um die berühmte Brücke Stari Most zu besuchen. Diese wurde von 1996-2004 wieder aufgebaut, nachdem sie 1993 unsinnigerweise zerstört wurde. Strategische Kriegsbedeutung wird man einer Fußgängerbrücke wohl kaum zusprechen können.


Auch an diesem Tag war es wieder sehr warm und so suchten wir in der Nähe einen Parkplatz. Bei einer Bar wurden wir angesprochen, dass wir die Maschinen dort parken könnten. Auch unsere Klamotten können wir dort lassen. Dieses Angebot nahmen wir gerne, auch wenn uns dieser Service zusammen 10€ kosten sollte (wenn ich mich recht entsinne), aber zumindest waren wir von Jacken, Helm und Handschuhen befreit und bewacht wurde der Rest auch noch. Passte also.
Die Altstadt ist schon ziemlich schön, kleine Häuschen, enge Gassen, dazu die tolle Lage von Mostar in diesem Talkessel an der Neretva. Aber natürlich war hier eine ziemliche Kirmes mit mehr als genug Folklore. Aber das war nun auch keine wirkliche Überraschung.
Nach rund einer Stunde vor Ort tranken wir in der schattigen Bar noch ein Käffchen und machten uns dann wieder auf den Weg.
Die Gegend wurde noch hügeliger und einsamer, dafür fuhren wir über oft tolle Strecken bei gutem Asphalt. Das machte wirklich Spaß. Wir wir in Mostar auch noch feststellen durften, wurden eigentlich überall Kuna akzeptiert (und auch wieder rausgegeben), oft auch Euro. Noch einmal Geld wechseln war also nicht nötig. Jedes mal, wenn ich wieder irgendwo Bares wechseln muss, weiß ich den Euro mehr zu schätzen. Nicht nur, weil dann weniger Chaos in der Geldbörse ist, sondern auch einfach weil die Preise direkt vergleichbar sind. Irgendwann waren wir dann nahe de grenze zu Montenegro und ab dort ging es südlich, mehr oder minder direkt auf Dubrovnik zu. Im Nachhinein etwas schade, wir hätten wirklich noch einen kleinen Schlenker durch das nahe Nachbarland machen sollen, so hätte man ein weiteres Land bereist. Auf die Idee kamen wir leider erst später.


So überquerten wir die Grenze zurück nach Kroatien und waren schon bald nahe unseres Zielortes. Also das Smartphone wieder aktiviert, schließlich mussten wir ja noch von Csibi erfahren, ob er schon ein Quartier gefunden hatte. So war nämlich der plan, er wollte auf direktem Wege hierher und schon einmal nach einer Unterkunft suchen, wenn er früh genug da wäre.
Wir fuhren vom Süden aus den Bergen auf die Stadt zu und hatten kurz vorher mehrfach einen phantastischen Blick von oben auf die Altstadt. Traumhaft! Auf dem Weg in die City stoppten wir noch einmal um nach dem aktuellen Stand zu sehen. Und in der Tat hatte Csibi schon etwas gefunden! Wir bekamen die Adresse und fuhren hin. Wieder war es ein kleines Apartment, aber mit schöner Terrasse samt tollen Blick auf die Altstadt und Meer.
Also die Sachen in die Bude getragen, aus den dicken Klamotten raus und das schon bereit stehende Ankommbierchen schlürfen. Dabei etwas vom Tag berichten und auch erfahren was es neues mit dem Mopped gibt.


In der Tat wird der Bock nicht mehr selber aus dem Land heraus fahren. Angeblich wären der Ölkühler und ein Ventil kaputt. Ersatzteile sind zudem auch nicht kurzfristig zu besorgen. Daher nun einen Mietwagen bis Freitag. Weil am Folgetag sollte es wieder Richtung Norden gehen, etwa in den Bereich Trogir und eben dort um die Ecke ist auch der Flughafen von Split.
Dort hatte sich Csibi schon nach einem Flug umgesehen und einen am frühen Freitag Nachmittag nach Frankfurt bekommen. Der Mietwagen kann direkt am Airport abgegeben werden und die Maschine wird dann irgendwann vom ADAC abgeholt und heim gebracht. Soweit wohl das beste aus der aktuellen Situation gemacht.


Für uns hieß es nun ab in die Altstadt. Der Hinweg war der leichtere, es ging über zahlreiche Stufen hinunter zum alten Hafen. Der Rückweg sollte deutlich beschwerlicher werden. Aber gut, vorher stand ja noch gut was zu sehen auf dem Programm.
Wir schlenderten zunächst über eine große Brücke und dicken Festungsmauern vorbei am alten Hafen entlang um schließlich durch ein kleines Tor in der Stadtmauer in die Altstadt zu kommen. Wow... das hier verdient den Namen Altstadt aber mal wirklich! Was für eine Pracht. Am Hafen machte ich erst einmal ein PhotoSphere.


Wir liefen etwas kreuz und quer durch die Gegend bis Wolfi und Csibi genug hatten und gerne essen wollten. Mir war das eigentlich noch etwas früh, zudem hatte ich mich noch lange nicht an der Stadt satt gesehen. Und nach einem dicken Essen wäre die Motivation wohl für weitere Besichtigungen deutlich niedriger gewesen. Daher trennten wir uns, die beiden suchten sich einen schönen Platz in einem der zahlreichen Restaurants und ich bummelte weiter durch die Stadt.


Natürlich ist die durch und durch touristisch und auch derbe überlaufen, aber hier bekommt man schon wirklich was zu sehen, keine Frage! So ging ich kreuz und quer, rauf und runter, teilweise außen um die Mauern herum um woanders wieder innerhalb der mächtigen Stadtmauern zu gelangen.
Bald hatte ich wohl die meisten der Wege und Gassen abgelatscht und der Hunger war nun auch da. Vorher gab es aber noch ein weiteres PhotoSphere an einer anderen Stelle am Hafen. Ich holte mir eine Pizza zum Mitnehmen an einer kleinen Gasse, dazu 2 Dosen Bier an einem Kiosk ein Stückchen weiter und setzte mich an eine der zahlreichen Treppen. Einfach toll....


So langsam wurde es auch dunkel und die Stadt tauchte in ein ganz neues Licht. Ich glaube ich habe sämtliche Motive auch noch einmal im Dunklem aufgenommen. Schließlich taten mir so langsam die Füße weh und von Csibi habe ich auch noch nichts gelesen. So machte ich mich langsam auf den Rückweg. Die ganzen Stufen wieder herauf....


Oben angekommen setzte ich mich erst einmal auf unsere Terrasse, öffnete mir noch ein weiteres Bierchen und genoss den abendlichen Ausblick. Csibi meldete sich, sie waren noch immer in dem Restaurant und hatten auf mich gewartet. Oh, kleines Kommunikationsproblem... Jetzt würden sie gleich etwas weiter ziehen und noch etwas trinken.
Nun gut, ich war aktuell froh die Füße hoch zu legen. Es wurde zusehens später und langsam übermannte mich die Müdigkeit. Dummerweise hatte Csibi den Schlüssel. Etwas doof gelaufen, den beiden gefiel es wohl immer noch recht gut in der Altstadt. Allerdings hatten wir das Fenster unseres Apartments offen gelassen und so schnappte ich mir einen unserer Terrassenstühle und konnte so mit dessen Hilfe bäuchlings Richtung Bett kriechen. Sicher nicht sonderlich elegant anzusehen, aber zweckdienlich. Als die beiden dann irgendwann später zurück kamen schlief ich schon tief und fest...

Die gefahrene Strecke (339 km):

Das Höhenprofil:


Donnerstag, der 05.06.
Der folgenden morgen stand wie jeden Tag im Zeichen der Weiterfahrt. Unseren südlichen Wendepunkt hatten wir erreicht und somit sollte es wieder Richtung Norden gehen. Unser Tagesziel sollte Trogir sein. Auch ein altes Städtchen, dessen Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen war, allerdings nicht so groß und natürlich weniger bekannt als Dubrovnik. Zudem nur unweit von Split und dessen Flughafen, an dem Csibi am Folgetag zurück in die Heimat jetten sollte.


Zunächst hieß es aber wieder einmal um das Frühstück zu kümmern, schließlich waren wir wieder in einem Appartment und nicht im Hotel. Unweit von unserer Herberge die Straße hinauf gab es einen Supermarkt und zudem ein kleines "Biker-Café", bei dem wir uns zunächst einen ordentlichen Kaffee gönnten. Zudem war der Wettertrend anhaltend, dass es jeden Tag wärmer würde. Das war jetzt schon zu merken.
Wolfi und ich planten heute die Küstenstraße zu fahren, den Hinweg hatten wir ja im Hinterland genommen und daher sollten wir heute den dauerhaften Blick auf das tolle Meer genießen. Zumindest größtenteils.
Csibi kannte das vom Hinweg schon und wollte daher teilweise die Autobahn nutzen. Der Fahrspaß in seinem Mietwagen wäre eh nicht mit dem auf dem Mopped zu vergleichen.


Das Aufsatteln verlegten wir wegen der Wärme schon unter das Dach des gegenüberliegenden Autostellplatzes. Deutlich angenehmer. Wir verließen die Stadt dann zunächst wieder gen Süden, hatten wir am Vortag versäumt ein paar Fotos des tollen Ausblicks auf die Altstadt zu machen. Das musste heute noch schnell nachgeholt werden. Von dort ging es die besagte Küstenstraße entlang, nach kurzer Strecke war ein Stückchen bosnisches Staatsgebiet dazwischen, um nach wenigen Kilometern wieder in Kroatien zu landen. Auf dem Weg machten wir dann noch eine Kaffeepause, passenderweise wieder mit Csibi zusammen, den wir kurz vorher überholt hatten.
Im Laufe des Nachmittags kamen wir dann in Trogir an. Der Verkehr nahm nahe der Altstadt deutlich zu und so stellten wir uns erst einmal naher der Stadtmauer in den Schatten ab, um online nach einem möglichen Quartier zu schauen. Während wir schauten kam auch Csibi wieder vorbei, aufmerksam wie er stehts ist, hat er uns sogar gesehen und hielt auch an. Wir verließen das Gebiet der Altstadt über eine Brücke auf eine direkt vorgelagerte Insel und fanden dort recht schnell ein Apartment, nahe des Strandes.
Dieses war zwar etwas "barock" eingerichtet, aber sauber und hatte 2 Schlafzimmer. Zudem Tisch und Sitzgelegenheit auf der Terrasse direkt vor dem Eingang.


Nachdem wir aus/abgeladen hatten zogen wir uns rasch um und gingen runter zum Strand. der Sprung ins kühle Nass war herrlich erfrischend wie immer. Anfangs der Tour war das noch nicht so "nötig", war es doch noch deutlich kühler. Aber nun gingen die Tageshöchstwerte an die 30°C und damit wurde ein naher Strand langsam zur Plicht bei der Quartierssuche.


Nach der Rückkehr und der Dusche wollten wir dann natürlich in die Altstadt. Wir entscheiden uns für den direkten Weg, geradewegs über unsere Insel hinweg. Diese war schon etwas hügelig, allerdings unterschätzen wir den Aufstieg doch etwas. Eigentlich mussten wir nur direkt der Straße folgen, die fast gerade wie eine Linie den Hügel hinauf führte. Allerdings war von unten nicht so recht zu sehen, wie verdammt steil es hoch gehen sollte. Weiter oben hatten wir wohl durchgängig um die 20% Steigung, die ganze Zeit in der prallen Sonne. Schnell war uns allen klar: den Rückweg gehen wir außen herum. Doppelt so weit aber deutlich flacher und dank diverser Häuser wohl auch hin und wieder mit Schatten. Egal, irgendwann hatten wir es ja auch geschafft.


Und ja, auch die Altstadt von Trogir ist wunderschön und toll! Vor allem aber nicht so dermaßen überlaufen wie Dubrovnik. Und natürlich auch kleiner. Schnell fanden wir einen kleinen, von Häusern gesäumten Platz mit Café. Erst einmal unter einen großen Sonnenschirm und ein schönes Bierchen gönnen.


Danach ging es noch ausgiebig durch die Stadt. In einem kleinen Laden fand ich auch endlich das Urlaubssouvenir für Levi und schließlich fanden wir ein sehr schönes Restaurant in einem kleinen Innenhof. Die Jungs nahmen wieder eine opulente Fischplatte (die noch besser war als die schon ziemlich gute in Senj) und auch ich fand problemlos etwas leckeres auf der Karte. Dazu ein paar Bierchen, herrlich war es. Nach dem Essen gingen wir dann noch zur Marina, in der so einige ziemlich fette Yachten lagen. An der Promenade wurde auch ausgiebig gesehen und gesehen werden zelebriert.


Wir machten uns schließlich auf den Heimweg, dieses mal wie angekündigt nicht die "Direttissima" sondern schön außen herum. Deutlich angenehmerer Weg. Zuletzt kehrten wir noch an einer kleinen Bar direkt am Strand ein und redeten noch über das weitere Vorgehen.
Csibi würde am nächsten Tag direkt zum Flughafen fahren und ich somit mit Wolfi allein unterwegs sein. der ursprüngliche Plan war, von hier noch einen Abstecher durch das Hinterland zu machen und in 2 Tagen dann das Land Richtung Heimat wieder verlassen. Nun überlegten wir, ob wir die Tour nicht einen Tag gegenüber dem eigentlich Zeitplan verkürzen sollten. Das Hinterland war nämlich (streckentechnisch) weniger interessant als erhofft und zudem hätte ich so nach dem Urlaub noch direkt einen freien Tag mit Genia zusammen. So schön so ein Urlaub auch immer ist, wenn man frisch verliebt losfährt vermisst man ja doch hin und wieder.
Wolfi war einverstanden und so wollten wir am nächsten Tag der schönen Küstenstraße weiter nach Norden folgen und mal schauen, wie weit wir kommen. Vielleicht zurück bis nach Istrien oder gar noch weiter. Die Sache war ausgemacht und wir nahmen noch ein Schlafbier zu uns. Schön war es hier!

Die Tagestour (236 km):

Das Höhenprofil:


Freitag, der 06.06.
Nach dem Aufstehen gab es wie gehabt erst einmal Frühstück, einen Laden zum Einkaufen war schnell gefunden. Wir setzten uns auf die Terrasse und sortierten schon ein wenig die Straßenkarten. Danach packten Wolfi und ich zusammen und sattelten die Moppeds. Csibi konnte noch entspannen, ging sein Flieger ja erst nach Mittag und bis zum Airport waren es nur wenige Kilometer. Danach folgte unsere Verabschiedung. Gut, war ja nur für 3 Tage.
Dann fuhren wir los und mogelten uns ziemlich durch den Rückstau von der Insel herunter an der Altstadt von Trogir vorbei. Dann ging es erst einmal von der Küste weg. Das hier folgende Stück war eher flach gehalten und daher überwiegend geradeaus, daher ging es etwas kurviger ins Hinterland. So umfuhren wir auch gleich Zadar weiträumig.
Etwa auf Höhe des südlichen Endes der Insel Pag ging es dann wieder an die Küste. Ab hier fällt diese wieder steil zum Meer ab und die Straße zeigt sich entsprechend kurvig. Und in der Tat: Fahrspaß erster Güte und klasse Asphalt, dazu ständig großartige Aussichten. Wir kamen gut voran und nach nicht allzu langer Fahrzeit passierten wir wieder Senj.
Rund 50km später folgte schon Rijeka, ab hier ging es dann auch wieder auf die Stadtautobahn und wir verließen die Kvarner Bucht. Statt irgendwo quer durch Istrien zu fahren und am nächsten Tag manche Strecke doppelt zu gurken hatten wir uns überlegt, wieder direkt rüber nach Slowenien und auf geradem Wegen hindurch bis an die italienische Küste nördlich von Triest zu gelangen.
Weil es wieder wärmer als am Vortag war (die 30°C hatten wir auch geschafft), sollte Zugang zum Meer wieder Pflicht sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich des öfteren Probleme mit meinem Navi. In erster Linie war es die Stromversorgung. Später bemerkte ich, dass der Mini-USB-Stecker einen Wackelkontakt hatte, zudem schlüpfte der Zigarrettenanzünder-Stecker auch hin und wieder aus der Steckdose. Mein Plan, dieses klobige Ding zu entfernen verfestigte sich zusehends. Nun hatte ich gleich 2 Schwachstellen in der Stromversorgung.
Wäre alles gar nicht so schlimm, dummerweise ist der Akku des TomToms schon lange hinüber und es geht kaum 30s nach Spannungsversorgungsverlust aus. Mein Navi macht nach einem Neustart zwar an der Stelle weiter, an der es aus ging. Aber, was ich erst nach diversen Neustarts und verwundert über die Tatsache der vorgeschlagenen Route über die Autobahn bemerkte: Es merkt sich das Routenziel, allerdings keine Optionen! Navigiere ich nach XY mit der Option Autobahn vermeiden und das Ding geht (wegen Ausfall der Versorgungsspannung) aus, so will es nach dem erneuten Start immer noch nach XY, allerdings mit der Standardoption "schnellste Route", also entsprechend gerne über die Autobahn.
Nun gut... hat mich unterwegs mächtig geärgert, weil ich das Verhalten auch nicht verstanden hatte. Jetzt bin ich schlauer. Der Plan mit dem flotten voran kommen ging gut auf und wir machten nur noch schnell vor der ersten Grenze einen Tankstopp (weil deutlich günstiger) und auch die verbliebenen kroatischen Kuna tauschten wir direkt vor der Grenze wieder zurück in die heimische Währung.


Dann folgte rund 40km später schon die Grenz zu Italien. Wir umfuhren Triest und hielten nordwärts, auf der Autobahn vorbei an Prosecco (von hier stammt die alte Rebsorte, auf dem der bekannte Schaumwein ursprünglich basierte) bis zur Abfahrt Sistiana. Der Ort war nicht ganz so klein und es standen einige Hotels in manchem Onlineportal. Relativ fanden wir ein nicht so kleines Hotel (alla Dolina) an der Hauptstraße, nicht weit weg vom Meer und mit ** zwar eher simple, aber im Endeffekt sowohl von der Ausstattung als auch Frühstücksbuffet deutlich besser als die Absteige in Senj mit gleichem Rang.
Nun hieß es schnell raus aus den Sachen, Ankommbier besorgen und ab zum Strand! Ein großer Supermarkt befand sich etwa 2km nördlich des Hotels. Nachdem wir eingekauft hatten wollten wir kurz noch nachschauen, wo es zum Strand geht.
Den fanden wir auch schnell, wie auf der Karte ersichtlich wirklich unweit vom Hotel. Allerdings deutlich tiefer. Nach der "Klettertour" am Vortag bei Trogir hatten wir keine Lust auf einige hundert Treppenstufen und fuhren kurzerhand mit den Moppeds die über 1km lange Straße hinunter. Endlich ins Meer! Danach duschen und noch ein Bierchen auf dem Balkon. Wir beratschlugen schon etwas die kommende Tour und bald ging es ab in ein Restaurant etwa 300m neben dem Hotel. Nichts dolles, aber OK. Der Tag war anstrengend genug, also ab in die Falle....

Die gefahrene Strecke (436 km):

Das Höhenprofil:


Samstag, der 07.08.
Wieder standen wir zeitig auf, wollten wir doch auch an diesem Tage möglichst weit kommen. Da nun im Hotel gab es endlich auch mal wieder ein Frühstücksbuffet. Dieses war (auch angesichts der recht überschaubaren Gästezahl) zwar nicht sonderlich opulent, aber alles wichtige war da. Dazu auch mit gescheitem Kaffee und Saft soviel man mag. Also packten wir uns zum Ende hin auch wieder ein kleines Reisepaket: Brote und Obst. Wasserflaschen hatten wir uns schon am Vortag im Supermarkt gesichert.
Da wir Strecke machen wollten war der erste Teil der Route wenig attraktiv: Es ging ziemlich auf direktem Wege Richtung Alpen, also erst einmal über das platte Land und um Udine herum, bis wir schließlich wieder südlich von Tolmezzo in die Berge kamen.
Mehr oder minder parallel zum Hinweg ging es von nun an gen Westen, wir überquerten den Passo della Mauria (1298m) und fuhren dann südlich um Cortina herum. Dabei ging es über den Passo Cibiana (auch Forcella Cibiana, 1530m), Forcella Staulanza (1773m) und von dort mit direktem Kurs auf das Sella-Massiv. Dort stand die südwestliche Route auf dem Zettel, mit dem Passo Pordoi (2239m) und direkt danach dem Passo di Sella (2244m) sollten wir dann auch unser "Dach" der Rückfahrt erreichen.
Rund um den Sellastock herrscht immer recht reger Verkehr, die Runde um das Massiv ist halt recht beliebt. Ich fuhr voran und überholte mich so durch die Autos, bis Wolfi irgendwann nicht mehr so recht hinterher kam. Ich nahm also Tempo raus und einige Kehren weiter oben hatte ich einen guten Ausblick auf die unter mir liegende Straße, anhalten konnte ich zudem hier auch.
Nach einiger Zeit kamen dann zwei Kleinwagen, die ich vorher überholt hatte, an. Und immer noch nichts vom Crosstourer zu sehen. Hier stimmt doch was nicht... Jetzt war wohl der richtige Zeitpunkt zum Umkehren gekommen.


Einen knappen Kilometer weiter unten stand die Honda dann in der Tat an einem kleinen Parkplatz. Komisch, die letzte Pause war noch gar nicht so lange her. Und in der Tat, so wirklich freiwillig war der Stopp nicht. Wolfi hatten einen Bremsenausfall! Als er auf eine Kehre zufuhr griff er vorne plötzlich "ins Leere". Schnell Pumpversuche bauten dann wieder Bremsdruck auf, aber der Schreck saß natürlich erst einmal. Nicht auszudenken, wenn sowas bei der Passabfahrt passieren würde...
Die Bremsbeläge waren zudem auch kochend heiß. Was wörtlich gemeint war: Darüber gegossenes Wasser aus der Trinkflasche verkochte augenblicklich. Auch die Scheiben waren derbe heiß. Zumindest kein Vergleich mit meiner Bremsanlage. Klar, groß anfassen konnte man die auch nicht aber alles im Rahmen.
OK, also erst einmal Abkühlpause. Während der Wartezeit machte ich erst einmal ein PhotoSphere von der tollen Aussicht.
Nachdem die Bremsanlage wieder auf Handwärme abgekühlt war fuhren wir dann weiter, natürlich mit deutlich gemäßigterem Tempo, wir mussten den hohen Pass ja auch noch heile runter kommen und direkt danach folgte mit dem Sellajoch noch ein ordentlicher "Brocken". Bei jeder Pause wurde zudem nun die Temperatur überprüft. Immer war die Bremse recht heiß, aber nicht mehr so schlimm wie beim Zwangsstopp.
Nachdem wir den Sellastock verließen ging es direkt ins Tal und von dort über die Hauptstraße Richtung Brenner. Dieses Mal kamen wir auch ohne Eingriff der Rennleitung über diese Transitroute. Oben angekommen fanden wir uns plötzlich in einem ziemlichen Stau wieder. Es handelte sich um eine Baustellenampel, die aktuell auf Dauer-Rot stand, weil sich auf der österreichischen Seite ein extrem langer Rückstau gebildet hat. Somit wurde die Ampelanlage spontan außer Betrieb gesetzt und der Verkehr floss erst einmal rund 20 Minuten nur in eine Richtung. Zum Glück war neben der Straße ein kleines Bäumchen, das zumindest genug Schatten warf, um mich darin zu verstecken.
Irgendwann ging es dann endlich weiter. Mein Vorderreifen war inzwischen an den Flanken schon recht gut abgefahren, im Laufe des Tages stellte ich eine zunehmende Neigung zur Kippeligkeit fest. Wirklich schön zu fahren ist so ein Pneu irgendwann nicht mehr, neigt die Maschine doch ab einer bestimmten Schräglage dazu, plötzlich nach innen zu fallen.
Dazu kamen auf der Abfahrt Richtung Innsbruck diverse Bitumenstreifen auf der Strecke hinzu, die passenderweise auch oft mittig auf der Spur in Längsrichtung angebracht waren. Dank der Hitze der letzten Tage waren diese Streifen derbe glatt geworden, wie man es sonst eigentlich eher von Nässe kennt. Vedammtes Scheißzeug!
Dieser Mist wird glaube ich auch nur in Deutschland und Österreich auf die Straßen geschmiert....


Jedenfalls rutschte ich in einer Kurve einmal gehörig über beide Räder gleichzeitig weg, dabei war das Tempo schon recht niedrig, eben weil es vorher schon einige Male etwas versetzte. An dieser einen Stelle konnte ich es noch so gerade verhindern in die Fahrertür des Gegenverkehrs zu knallen. Der Schreck war aber erst einmal in den Knochen.
Nun gut, im Tal angekommen hatten die Straßen auch wieder gescheiten Asphalt. Wir umfuhren rasch Innsbruck und machten uns dann auf den Weg zur deutschen Grenze, die wir nahe Mittenwald bald auch überquert hatten. Ein richtiges Tagesziel hatten wir immer noch nicht, weder Garmisch noch die Umgebung von Oberammergau sagten Wolfi so richtig zu.
Aber dafür fiel ihm ein, dass er gar nicht weit von dort schon zwei Mal in einem netten Gasthaus übernachtet hatte.... nur wo das war war ihm entfallen. Wie es der Zufall so wollte kamen wir kurz später durch Rottenbuch. Genau dort lag das besagte Gasthaus! Welch ein Zufall...
Leider war es ausgebucht (war ja nun Pfingsten) und so entschlossen wir uns noch bis nach Schongau am Lech weiter zu fahren. Das war im näheren Umfeld die größte Stadt und dort sollte wohl ein Quartier zu finden sein. Mitten in der hübschen Altstadt fanden wir auch ein Hotel.
Wir bekamen ein Zimmer im Erdgeschoss mit einer Terrassentür, die direkt in den Biergarten im Hof führte. Sehr praktisch. Schnell aus den Sachen raus und ein Ankommbierchen gönnen.
Danach schlenderten wir noch etwas durch die Stadt, sahen uns die Stadtmauer an und gönnten uns ein Eis. Viel los war hier erwartungsgemäß nicht, aber es war nett anzusehen. Auch hier machte ich noch ein PhotoSphere.
Danach ging es wieder in unseren Biergarten zum Abendessen. In Shorts und im Schatten war es dort sehr angenehm. Irgendwann waren wir die letzten verbliebenen Gäste und die Angestellten fingen an, die Sitzpolster abzuräumen. Jetzt war wohl der richtige Zeitpunkt gekommen, um ins Bett zu gehen.
Die morgige Etappe war zum Glück nun nur noch kurz und auch die wollten wir zeitig beginnen, so dass wir schon am frühen Nachmittag unsere Ankunft bei Melly und Csibi planten.

Die Tagesetappe (521 km):

Das Höhenprofil:


Sonntag, der 08.08.
Wie gehabt ging es zeitig aus den Betten. Schnell die ersten klüngeln zusammen packen und dann zum Frühstück. Dank Hotel wieder ohne Eigeninitiative. Danach wurde der Rest verstaut und schnell saßen wir auf den Maschinen und machten uns auf den Weg nach Waldbronn.
Wir fuhren zunächst auf Kempten zu und dann an Memmingen vorbei, durch die Schwäbische Alb und schließlich noch etwas im nördlichen Schwarzwald umher. So kamen wir schließlich schon gegen 14 Uhr bei Csibi an. Was auch gut war, wie üblich war jeder Tage im Laufe der letzten Woche als der Vortag. So hatten wir schon knackige 33°C bei unserer Ankunft. Wie es sich gehört, wurden wir mit gekühltem Ankommbier begrüßt.
Schnell raus aus den dicken Ledersachen und rein in die Shorts. Dann tauschten wir uns über die letzten Tage aus, die ich mit Wolfi allein unterwegs war.


Später war eine Dusche  überfällig und gegen 17 Uhr machten wir uns dann langsam auf den Weg nach Sasbach, dort wohnen Regine und Chris. Wie vorletztes Jahr fand über Pfingsten wieder die sog. Hornet & Friends-Tour im Schwarzwald statt. 2013 fiel diese leider wortwörtlich ins Wasser.
Und da wir ja nun einen Tag früher als geplant zurück waren konnten wir dort als Überraschungsgäste aufmarschieren. Melly und Csibi hatten sich schon angemeldet, aber von Wolfi und mir wusste ja niemand. Ja, die Überraschung gelang uns. Als wir ankamen war Regine allein daheim, die anderen waren noch unterwegs. Was ein großes Hallo bei der Ankunft! Unglaublich, wie durchgeschwitzt alle waren. Wie gut, dass wir die letzten 3 Tage ordentlich Gas gegeben hatten und immer weit kamen und somit eine frühe Ankunft am Vortag hatten. Jedenfalls verbrachten wir einen tollen Abend im Kreise von zahlreichen lieben Menschen, die verfrühte Ankunft hat sich wirklich gelohnt. Später am Abend ging es dann zurück nach Waldbronn, nach einem Schlafbier gingen wir dann schließlich ins Bett. Am nächsten Morgen sollte es zurück gen Heimat gehen.

Die Tagestour (305 km):

Das Höhenprofil:


Montag, der 09.08. 
Nach dem Aufstehen und Frühstücken verluden wir schließlich in der noch morgendlichen kühlen Luft die Maschinen auf den Anhänger, verabschiedeten uns und machten uns schließlich auf den Weg. Mit den Erfahrungen der Hinfahrt beließen wir es auch dieses Mal bei nahezu gesetzteskonformen Tempo und näherten uns schließlich wieder Göttingen und damit der Punkt, an dem sich unsere Wege trennen sollten
Wegen der enormen Hitze hielten wir einen Parkplatz früher, an einem Rasthof. Dort fanden wir sogar einen Schattenparkplatz, wenngleich eher auf der Straße als in einer Parkbucht. Egal! Wir luden ab und verabschiedeten uns. Auch Wolfi wollte wieder Fahrtwind haben, seine Klimaanlage arbeitete auch nur noch partiell und somit muss er ja nicht neben mir rumstehen, während ich mich umziehe.
Trotz Schatten war ich gut am Schwitzen, als ich mich wieder in den Sattel der Hornet schwang. Der Autobahn-Fahrtwind machte es dann schnell etwas erträglicher und nachdem ich auf der Landstraße war und langsam in die sanften Berge des Solling kam, zog es sich immer mehr zu. Mein Problem änderte sich daher von "hoffentlich schmelze ich nicht" in ein "hoffentlich komme ich nicht in ein Gewitter". 
Aber alles ging gut und ich kam trocken wieder zuhause an. Mopped abstellen, das Gepäck runter und in die Wohnung verfrachtet, aus den Klamotten raus und ab unter die Dusche. Danach alles so stehen lassen und nichts wie hin zu Genia
Endlich war die Zeit des Vermissens vorbei...

Die (Motorrad-)Tagestour (159 km):

Das Höhenprofil:


Was bleibt?

 Es war wieder ein toller Urlaub! leider wieder, wie im Vorjahr, mit einem Ausfall. Aber zumindest blieb es dieses Jahr bei einem technischen Problem! Und wir sind alle guter Hoffnung, dass Csibi seine Maschine bald wieder heile hat. 
Kroatien hat uns durchaus begeistert. Die gesamte Küste ist einfach nur ein Traum! Die Straße, das Meer, die Städte.... großartig. Das Hinterland mag ohne Zweifel seine Reize haben, zum Motorradfahren gehört es aber nicht auf die Liste der "must have". War OK, aber mehr auch nicht. 
Das relativ kurze Stück in Bosnien-Herzegowina und vor allem in Slowenien hinterließ einen deutlich besseren Eindruck in dieser Hinsicht! 
Die Küche war, obwohl ich kein Meeresgetier esse, großartig und die Preise liegen immer noch ein ganzes Stück unter dem heimischen Niveau. 
Quartiere zu finden war nie ein Problem in der Nebensaison und auch die aufgerufenen Beträge für unsere Unterkünfte waren sehr überschaubar. 
Gerne möchte ich noch einmal nach Kroatien, dann aber wohl eher mit dem Flieger und mit Mietwagen vor Ort. Gibt ja noch so vieles im Land, was wir nicht gesehen haben. Mit Motorrad war es gut, aber einmal reicht auch. 
Da gibt es halt andere Ziele, die mich für einen weiteren Motorradbesuch mehr reizen: Sardinien, Korsika oder Schottland etwa. 

Insgesamt kam ich auf 3787km. 

Nun wollen wir mal schauen, wohin es uns nächstes Jahr verschlägt....