Freitag, 24. Juni 2016

Pfingsttour - 05/2016

Die recht konfuse Vorgeschichte zu dieser Tour hatte ich ja schon vorher einmal niedergeschrieben, nun sollte es also los gehen.
Natürlich änderte sich noch einmal etwas: Leider musste kurz vor der Tour auch noch Wolfi krankheitsbedingt absagen. Von der ursprünglich "großen Truppe" blieben also nur noch Ronnie und ich übrig.
Da zudem auch die Wetteraussichten zu Pfingsten kurz vorher ziemlich trüb wurden, dachten wir wirklich daran, die Tour abzusagen. Dummerweise hatten wir ja eine Ferienwohnung gebucht und kamen da nun auch nicht mehr heraus. Und wenn die Hütte schon bezahlt werden muss, dann wollten wir auch dort hin. Basta.


Freitag, der 13.05.
An den beiden Tagen vor der Abfahrt war ich schon in Sachen Honda Testtage unterwegs, so hatte ich kaum eine Pause. Am Freitag noch flott einen halben Tag arbeiten und dann ab Richtung Thüringen.
So fuhren wir das erste Stück über die A33, um schnell mal etwas Strecke zu machen. Danach ging es dann durchgängig auf Landstraßen weiter. Das Wetter hielt größtenteils, ab und an waren die Straßen feucht, aber zumindest blieb die Dusche aus.
So kamen wir dann am späteren Nachmittag in Trusetal an. Wir bezogen unser Quartier, die Vermieter stellten uns noch einen Grill bereit und wir fuhren noch flott einkaufen. Danach stellten wir die Maschinen auf dem Hof ab und
machten  uns bei schönem Abendwetter auf der kleinen Terrasse bequem und warfen den Grill an.


Die nächsten Tage sollte es deutlich kälter werden, umso netter war es noch einmal den Abend draußen zu verbringen.
Als es dann später doch langsam kühler wurde, machten wir es uns vorm TV im Wohnzimmer gemütlich, bis es schließlich irgendwann ins Bett ging.

Die Tagestour (km):

Das Streckenprofil:


Samstag, der 14.05.
Ich hatte im Vorfeld zwei Tagestouren geplant, einer lang durch den Thüringer Wald und eine weitere gen Süden in die nahe Rhön. Streckenmäßig sollte die erste Tour wohl schöner sein, daher nahmen wir diese auch zunächst in Angriff. Die Wetteraussichten waren an diesem Samstag noch deutlich besser als am folgenden Sonntag. Somit war das Motto: Schönere Strecke, schöneres Wetter.


Wie zu erwarten war, gab es hin und wieder etwas Nass von oben, zudem war es in der Tat ganz schön frisch geworden. Wir waren bis auf über 900m und hatten dort gerade noch 5°C.
Regensachen schützen daher mehr vor dem kühlen Fahrtwind und die Heizgriffe leisteten auch ganze Arbeit. Trotz des wechselhaften Wetters war es eine großartige Runde, die Strecke immer kreuz und quer über den Rennsteig war absolut großartig!
Zurück in der Ferienwohnung machten wir es uns wieder im Wohnzimmer bequem. Zur Bundesliga im TV gab es dann Fischstäbchen mit Kartoffelpüree nebst leckerem Bierchen.

Die gefahrene Strecke (km):

Das Streckenprofil:


Sonntag, der 15.05.
Der Tag begann schon recht nass und das sollte er auch, wie angekündigt, die ganze Zeit bleiben. Die Fahrt in und durch die Rhön war unsere 3-Länder-Tour. Von Thüringen aus ging es rüber nach Bayern, um dann nach einem Schlenker durch Hessen wieder in Thüringen zu landen.
Wie erwartet war auch diese Tour recht schön, aber konnte mit der des Vortages nicht ganz mithalten.
Vor allem war es an diesem Tag noch etwas kälter, auf den höchsten Höhen (an diesem Tag gut 750m) hatten wir nur noch 2°C.
Zudem hatten wir auch einen derben Schreckmoment. An einer abschüssigen Straße an einem Ortsrand war der Belag plötzlich rutschig wie Schmierseife! Beim sanften Anbremsen auf die kommende Kreuzung rutschten bei mir gleichzeitig beide Räder durch. zum Glück war die Hauptstraße gut einsehbar, so dass ich die Bremsen lösen und einfach auf die andere Straße ausrollen konnte. Ronnie fuhr mit seinen dicken Stollenreifen dann direkt seitlich von der Straße ins Grün, um dort Bremsen zu können.

Weiß der Henker, was da plötzlich los war. Womöglich war etwas von dem Gewerbebetrieb etwas weiter oben die Straße herunter gelaufen? Nun, alles gut gegangen.
Weiter ging die Fahrt nach Trusetal. Eigentlich wollten wir noch einen Stopp am Wasserfall machen, leider regnete es wieder ganz ordentlich, als wir im Ort ankamen, daher sparten wir uns den Stopp.
Zurück an der Wohnung machten wir wieder ans Abendessen, eine kleine Erinnerung anein Abendessen in Schottland: Chili con Carne, mit Tortilla Chips gegessen statt mit Besteck.
Sehr lecker, natürlich wieder mit passendem Bierchen. Den Rest des Tages wurde wieder vorm Fernseher entspannt, da es draußen kalt und ungemütlich blieb.

Die Tagesetappe (km):

Das Streckenprofil:


Montag, der 16.05.
Nach dem Aufstehen packten wir unsere Sachen zusammen, räumten auf, spülten und packten dann alles auf die Maschinen. Es folgte das offiziellen Auschecken samt bezahlen und dann machten wir uns auf den Weg. Dieser war ähnlich dem Hinweg, allerdings etwas parallel versetzt. Das Wetter blieb bescheiden und kalt. Am Nachmittag kamen wir dann wieder daheim an.

Die Tagestour (km):

Das Streckenprofil:


Was bleibt?
Tja, bei dieser Tour lief definitiv alles anders als geplant. Nichts desto trotz hatten wir unseren Spaß und haben es nicht bereut, trotz allem losgefahren zu sein.
Vor allem die Tour kreuz und quer durch den Thüringer Wald war richtig klasse und die Gegend ist wirklich zu empfehlen. Sollte man irgendwann noch einmal hin....

Donnerstag, 16. Juni 2016

Honda Testtage 2016

Ich bin mit meinen Einträgen  mal wieder ziemlich in Verzug geraten, sorry.
Hatte viel zu tun und war außerdem auch noch häufiger unterwegs. Was und wo genau, wird es später natürlich auch noch nachzulesen sein.


Nun zum Thema:
Wie die letzten Jahre auch lud Honda 2016 ebenfalls diverse Leute aus dem Bereich Presse und Bloggern zu ihren Testtagen. Für mich stand der 12.05. auf dem Plan.
In diesem Jahr stand dabei natürlich, wen wundert es, die neue Africa Twin (abgekürzt AT) im Fokus. Daher wurden die Veranstaltungen auch entsprechend benannt:
Honda Fun & Safety Adventure.
Die neue SD04 soll dabei als Weltreisemobil auch besondere Offroad-Fähigkeiten haben.
Natürlich ist die 1000er mit ihren über 230kg (je nach Ausstattung) kein leichter Vollcrosser, aber sie soll ja auch in ihrer Klasse (die "großen" Reiseenduros) in diesem Segment herausstechen.
Als äußeres Zeichen dafür fährt sie ein 21"  Vorderrad durch die Gegend, in dieser Klasse ab 1000cm³ Hubraum ist das nicht üblich.
Damit sich alle eingefundenen Tester eben davon ein Bild machen können, wurde die bisherige Örtlichkeit im Spessart gegen den ADAC Enduropark in Rüsselsheim-Bauschheim getauscht!

Die Hinfahrt (355 km):

Da für mich an der langen Anfahrt kaum was änderte, nistete ich mich deshalb schon am Abend vor in der Gegend ein, im Best Western Hotel in Rüsselsheim.
Im Gegensatz zum Vorjahr sollte ich leider der einzige aus der Bloggertruppe im Hotel sein.

Am 11.05. machte ich mich im Laufe des Vormittags auf den Weg und fuhr entsprechend überland auf schöner Route dem Ziel entgegen. Da ich noch vor 17 Uhr dort ankam, fuhr ich direkt einmal zum Testgelände um kurz Hallo zu sagen.

Danach ging es zum Hotel um dort mein Zimmer zu beziehen. Netterweise hatte sich Minya schon im Vorfeld als Abendgast angekündigt, sie wohnt nicht weit von hier entfernt und ist am nächsten Tag natürlich auch mit am Start. Wir trafen uns in der Hotellobby und gingen dann um die Ecke zum gemeinsamen Abendessen. Nochmals Danke an dieser Stelle für die nette Gesellschaft. :-)

Am nächsten Morgen ging es nach dem leckeren Frühstück wieder los zum Testgelände, der Start der Veranstaltung war um 9 Uhr terminiert. Minya war auch schon dort und bald kamen weitere bekannte Gesichter hinzu. Es folgte die kleine Einweisung und Vorstellung des Zeitrahmens.
Danach konnte man sich für die verschiedenen Gruppen für das Endurogelände eintragen. Da nahm ich doch gleich mal den ersten Termin um 9:30 Uhr, war ja noch was frei.

Pünktlich versammelte sich dann die erste Gruppe an den rund ein Dutzend an der Strecke bereitstehenden Africa Twins. Angesichts der Verkaufslage (Honda ist für 2016 komplett ausverkauft) würden sich sicher viele Händler über diese Maschinen freuen.


Leider war bei den ganzen Maschinen für den Geländeparcour nur eine einzige mit DCT dabei.
Da ich das Doppelkupplungsgetriebe in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt habe, schnappte ich mir diese Maschine gleich mal. Angesichts meiner Nicht-Erfahrung im Gelände erschien mir das zudem auch sinnig.
Es folgte eine kurze Einweisung des Instructors. Dieser war allerdings nur für eine kurze Einweisung und als Guide für die Strecke. Für ein individuelles Fahrtraining war natürlich keine Zeit.
In dieser Gruppe war ich zum Glück nicht der einzige Anfänger.
Meine "Geländeerfahrung" beschränkt sich nämlich bisher eher auf unbefestigtes Geläuf (Feld- und Waldwege), welches ich ab und an mal unterwegs befuhr. Ging mit der Hornet weniger toll, mit meiner alten 660er Ténéré schon etwas besser.
Allein wegen dieser Tatsache bin ich natürlich überhaupt nicht in der Lage, die Geländequalitäten der AT auch nur ansatzweise einschätzen zu können. Dazu fehlt mir das fahrerische Können auf diesem Terrain und auch der Vergleich. Nun gut....
In der Einweisung wurden wir kurz auf die Besonderheiten hingewiesen und wie man diese im Gelände einsetzt. Das DCT hat einen extra Geländemodus (ein Knopf mit dickem "G" im Cockpit), welches zum einen einen schnelleren Kraftschluss beim Schalten herstellt und zudem auch eine Motorbremse (bei Abfahrten) bietet. Ganz großer Vorteil für den lausigen Amateur ist vor allem: Man kann den Bock nicht abwürgen. Das ist bei den steilen Rampen im Park gar nicht so unwahrscheinlich.


Die nächste technische Option zur Beachtung ist die Traktionskontrolle. Standarmäßig beim Starten ist diese auf höchster Stufe (3) aktiv, also mit maximaler Regelung. Das ist allerdings ziemlich untauglich fürs Gelände. Entweder Traktionskontrolle ganz aus oder aber auf kleinster Stufe (1), in diesem Modus ist ein gewisses Durchdrehen des Hinterrades jederzeit möglich. Die Einstellung kann man auch während der Fahrt immer nach Bedarf ändern, ein kleiner Tippschalter an der linken Armatur ermöglicht das sehr einfach. Zudem kann man natürlich noch das ABS am Hinterrad ausschalten. Das lies ich aber an, es funktioniert im Gelände wohl sehr gut.
Jedenfalls gibt es für den Konfigurationswüstling insgesamt 80 verschiedene Möglichkeiten. Sinn ergeben die natürlich nicht alle (z.B. DCT im Geländemodus und gleichzeitig Traktionskontrolle in Stufe 2 oder 3), aber es ginge.

Dann sollte es los gehen. Wir fuhren auf die Strecke und dann drehte unser Einweiser mit den Gelände-Erfahrenen eine kurze schnell Runde um die Strecke zu zeigen, danach blieben die 3 Anfänger übrig. Hier fuhr ich direkt an zweiter Stelle hinter dem Instructor her. Das hat den Vorteil, dass man, wenn man nah dran bleibt (was ich Tat), an bestimmten Stellen erst gar nicht zum Überlegen kommt.
Im Gelände fährt man im Stehen, um die Maschine besser unter Kontrolle zu haben, bei Steigungen und Gefälle kann man auch entsprechend einfacher sein Gewicht verlagern.
Nun, die erste Runde klappte ganz gut, auch die durchaus ordentlichen Rampen rauf und runter (wenn man es nicht gewöhnt ist). An dem steilen Gefälle konnte einem durchaus als Anfänger schon mal der Mut verlassen.
Nachdem die erste Runde geschafft war ging es gleich weiter. Schon jetzt merkte ich die mir fehlende Fitness an. Die ganze Zeit (teilweise etwas verkrampft) stehen ging mir derbe auf die Oberschenkel. So nutze ich dann doch bei simplen Geradeausstücken gerne die Sitzbank, um die Beine etwas zu entlasten.
In der dritten Runde testete ich die Traktionskontrolle mal ein wenig: Beim Rausbeschleunigen kann man so schön das Hinterrad etwas driften lassen, ohne ansatzweise Angst zu bekommen, dass es einem als Rookie gleich abgeht.
Nach dieser 3. Runde war ich dann wirklich gar. Fast alles tat weh und durch das Schwitzen beschlug meine Brille inzwischen trotz voll geöffnetem Visier. Zudem hatte es etwas begonnen zu regnen und die überwiegend aufgezogenen Straßenenduro-Reifen schmierten hier im loseren Gelände doch zusehends. Nicht wirklich schlimm, aber spürbar.

Nun war für mich erst einmal eine etwas längere Erholungspause angesagt, bei der ich dann den Fahrern zusehen konnte, die mit Geläuf doch deutlich besser klar kamen. Unter den Fahrern gab es vom Fortgeschrittenen bis zum absoluten Crack alles dabei. Bei so manchen konnte ich dann wirklich nur staunen...
Insgesamt funktionierte die AT für mich ganz gut. Besonders das Gelände-DCT funktioniert dort großartig. Ein späterer Test mit einer Schalt-AT bestätigte diesen Eindruck noch einmal nachhaltig. Die Schaltvorgänge wirken im ersten Moment (besonders im Vergleich zum normalen Straßen-Modus) etwas ruppig, das ist aber halt dem sehr flotten Kraftschluss geschuldet. Daran hat man sich aber schnell gewöhnt.
Klar, ein halb so schweren, handlichen Vollcrosser spielt natürlich in einer anderen Liga. So ein "Reisedampfer" bleibt trotz aller Optimierung ein Kompromiss. Im Gelände wohl noch eher als auf der Straße. Meine alte 660er sticht sie aber (trotz überschaubaren Erfahrungsschatzes) wohl doch recht deutlich aus

Nachdem ich verschnauft und abgewartet hatte, bis der Regen (den wir leider öfters an diesem Tag hatten) aufhört sollte es nun mit dem neuen Paradepferd natürlich auch noch auf die Straße gehen.
Ich schnappte mir mal eine voll ausgestattete Version, ebenfalls mit DCT.
Das Doppelkupplungsgetriebe ist in der neuen Version verbaut (die übrigens auch die meisten anderen DCT-Modelle im aktuellen Jahrgang spendiert bekommen), welches nicht nur neben dem manuellen Modus 2 Programme (S für Sport und D für Drive) anbietet, sondern gleich 4.
Das Sport-Programm wurde in 3 Stufen gestaffelt. Das bisherige S-Programm entspricht in der neuen Version S2. S1 liegt zwischen den alten S und D-Modus, S3 ist noch einmal etwas "giftiger".

Also raus auf die Straße. Direkt vom Fleck weg drückt der Motor satt voran.
Das liegt auch schlichtweg daran, dass die maximale Leistung und auch Drehmoment bei relativ niedrigen Drehzahlen anliegen. Klar, aus einem Zweizylinder mit einem vollen Liter Hubraum ist auch ohne Probleme für deutlich mehr Leistung gut als für die hier gebotenen 70kW (95PS), diese liegen daher aber auch schon bei 7500 1/min an. Das maximale Drehmoment von 98Nm steht bei 6000 1/min bereit. Somit geht es aus dem Drehzahlkeller gleich ordentlich voran.
So schön das Enduro-Testgelände zum Ausprobieren ja war, so traurig sieht es auf den Straßen der Umgebung aus. Schon am Vortag bei der Anreise konnte ich das erahnen.
Die Straßen sind überwiegend recht verkehrsreich, kurvenarm und mit allerlei Tempolimits garniert. Zudem gibt es sehr viele Ortschaften, in denen auch quasi überall Blitzer stehen, oft mit Tempo 30.
Auf solchen Routen ist es leider nicht ganz einfach, die Muskeln eines Moppeds zu begutachten.


Wie gesagt, der 1000er- Reihenzweizylinder schiebt immer ordentlich voran. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir hier irgendwo Leistung fehlt. Andererseits gab es auch wenig Möglichkeiten, diese überhaupt dann abzurufen. Einmal konnte ich kurz bis gut 170km/h durchladen, das ging sicher ausreichend schnell voran.
Da die Straßen oft noch feucht und teilweise auch ziemlich rutschig waren, griff bei mir sogar einmal in einem wirklich langsam angefahrenen Kreisverkehr die Traktionskontrolle, als mir das Hinterrad weg ging. Kleiner Schreck, den die Technik sauber abfing.


Auch ansonsten "passte" mir die AT ganz hervorragend, wie das sehr häufig bei Maschinen von Honda ist. Ich fühlte mich schnell zuhause und hätte jetzt auch direkt bis in die Alpen weiter fahren können.
Während ich nach dem kleinen Rutscher im Kreisel die Traktionskontrolle auf der maximalen Stufe 3 beließ probierte ich mich etwas durch die verschiedenen Modi des DCT. Im einfachen D-Modus schaltete mir die Maschine doch manchmal beim Mitschwimmen im Verkehr etwas sehr zeitig, für mich persönlich empfand ich den S1-Modus als optimal.
Auch die eigentlich bauartbedingten Nachteile eines so großen Vorderrades (die Konkurrenten dieser Klasse setzen meist auf 19") konnte ich nicht wirklich bemerken. OK, war bei dem vielen Verkehr auch eher gemächlich unterwegs.

Zurück am Testgelände folgte bald die Mittagspause, bestehend aus einer Präsentation (Modellpalette, geplante Absatzzahlen und Technik) und dem prima Mittagessen im Anschluss.
Frisch gestärkt wagte ich mich dann noch einmal kurz mit einer manuell zu schaltenden AT in den Enduropark. Dadurch stieg meine Begeisterung für das Gelände-DCT nur noch weiter.
Ich wüsste wirklich keinen Grund, die SD04 ohne zu ordern....

Danach stand ich etwas ratlos in der Gegend herum. meine Lust auf weitere Ausfahrten hielten sich doch in Grenzen. Lag vor allem an den Straßen der näheren Umgebung, die wirklich keinen Spaß machen. Zudem bietet die aktuelle Modellpalette auch recht wenig Neues. Viele Modelle wurde sinnig gepflegt, aber es gab halt nicht viel Neues. Quasi alles aus der Palette hatte ich schon letztes Jahr in schönerer Umgebung ausprobiert.
Hier "rettete" mich erneut Minya. Sie kennt die Gegend ja gut und hatte erzählt, dass sie schon einen Ausritt auf die andere Rheinseite gemacht hatte, wo es nach einer gewissen Fahrzeit auch schöne Strecken gibt. Zudem war sie auch bereit, mit mir noch einmal in die Richtung zu fahren.
Ich schnappte mir dann mal meinen kleinen Liebling des letzten Jahres, den dicken CrossTourer (VFR 1200X). Leider ohne DCT. Naja....


Minya schwang sich auf die flache Goldwing F6C und wir düsten dann über die Autobahn Richtung Mainz und später in das hügelige Hinterland, wo ich dann wirklich auch mal schöne Strecken zu sehen bekam. Der druckvolle V4 machte auch dieses Jahr wieder viel Spaß und nach rund anderthalb Stunden waren wir wieder zurück.


Inzwischen hatte Honda noch eine "richtigen" 450er Sportcrosser (ohne Straßenzulassung) besorgt und einer der Cracks tobte sich damit auf der Strecke aus. Und da war dann auch sofort der unterschied zu "dicken" AT zu sehen.

Für mich war es nun langsam Zeit, mich wieder auf den Heimweg zu machen, schließlich hatte ich noch ein gutes Stück zu fahren.

Die Heimfahrt (297 km):

Der Testtag hat wieder viel Spaß gemacht und bei mir wirklich die Lust auf mehr Fahrten abseits der üblichen Straßen gemacht. Die Africa Twin gefällt mir auch sehr gut, die Maschine hat mir schon ziemlich Spaß gemacht. Zudem ich auch diese Art Motorräder mag. Andere teilen diese Meinung nun gar nicht und halten alleine schon den Begriff "Reiseenduro" für eine Zumutung. Weil sowohl für Straße als auch Gelände gibt es besser Maschinen. Stimmt wohl, die Gattung ist halt ein Kompromiss. Ob gelungen oder faul muss halt jeder für sich sehen.
Ich mag die AT und man dürfte sie mir gerne schenken. Die würde ich dann auch definitiv behalten!

Da ja für nächstes Jahr die großen Modellumstellungen für alle Hersteller in Sachen Euro4 ansteht, dürfte im Jahre 2017 so einiges passieren in den Modellpaletten.
Viele Maschinen werden die Bühne verlassen und einiges Neues wird zu sehen sein.

Ich bin jetzt schon gespannt und hoffe im nächsten Jahr (dann wohl wieder im Spessart) dabei sein zu dürfen.